Chargy-System

Ohne direkte Konsequenzen für Nutzer: Encevo übernimmt „Nexxtmove“-Plattform von Powerdale

Das für die Chargy-Ladestationen verantwortliche Unternehmen Powerdale hat Konkurs angemeldet. Der Abgeordnete Max Hengel fragte Energieminister Claude Turmes in einer parlamentarischen Anfrage, ob die Stromversorgung durch das Chargy-System weiterhin gewährleistet ist.

 

  Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Die Lieferung und Wartung der Chargy-Ladestationen sowie des zentralen Kontrollsystems wurden 2016 nach einer Ausschreibung an zwei Firmen vergeben. Das teilt Energieminister Claude Turmes („déi gréng“) in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des CSV-Abgeordneten Max Hengel mit. Powerdale war eines der beiden Unternehmen. Es stellte die Ladestationen her und lieferte das zentrale Kontrollsystem. Das Unternehmen meldete allerdings am 27. Juni Konkurs an. Die Wartungsarbeiten werden jedoch von der anderen Firma übernommen und können somit auch in Zukunft problemlos durchgeführt werden.

Mobilitätsdienstleister (MSP)

Sowohl nationale als auch internationale Gesellschaften liefern Strom über das Chargy-Netzwerk zum Laden von Elektrofahrzeugen an die Endverbraucher in Luxemburg. Zu den größten nationalen Gesellschaften gehören Enovos, Sudstroum und Electris.

Encevo habe am 17. Juli mitgeteilt, dass sie die Plattform „Nexxtmove“ von Powerdale und damit auch deren vertragliche Verpflichtungen gegenüber den einzelnen Mobilitätsdienstleistern (MSP) übernommen habe. Damit sei der Betrieb der Plattform, die auch den Datenaustausch im Chargy-System abwickelt – zum Beispiel für die Rechnungsstellung –, weiterhin gewährleistet, sagt Turmes.

Bei der Vertragsgestaltung im Jahr 2016 sei zudem festgelegt worden, dass der Datenaustausch auf dem Chargy-System auch im Falle eines Konkurses von Powerdale durch Creos weitergeführt werden könne. Dies war jedoch aufgrund der Übernahme der Plattform durch eine Tochtergesellschaft von Encevo nicht notwendig.

Demnach sei das Risiko, dass Besitzer von Elektroautos ihre Fahrzeuge nicht mehr an den Stationen laden können, „quasi unerheblich“. Die Insolvenz von Powerdale werde weder für Chargy-Nutzer noch für den Luxemburger Staat Zusatzkosten verursachen. Auch für die verschiedenen Mobilitätsdienstleister, die Kunden von Powerdale waren, gebe es keine direkten Konsequenzen.

Preisvergleich

Die App „Chargeprice“ ermöglicht es, die Preise an öffentlichen Ladesäulen in Europa miteinander zu vergleichen.

Weiterführende Literatur:

Energiekosten / Drastischer Preisanstieg an Ladestationen – Regierung reagiert mit Subventionsmaßnahmen
- Dekarbonisierung / Wie sich Luxemburgs Gemeinden am Ausbau der Elektromobilität beteiligen können

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