Luxmobil-Studie

Nur ein Viertel der Luxemburger ist unzufrieden über Staus und Zugverspätungen

Trotz häufigem Jammern über alltägliche Staus und Bahnverspätungen seien 77 Prozent der Luxemburger Einwohner zufrieden mit ihrem Arbeitsweg. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Luxmobil-Studie des Mobilitätsministeriums. Bei den Grenzpendlern ist die Zufriedenheit etwas geringer.

Trotz täglichem Stau im Großherzogtum sind viele Pendler mit ihrem Arbeitsweg zufrieden

Trotz täglichem Stau im Großherzogtum sind viele Pendler mit ihrem Arbeitsweg zufrieden Foto: Editpress/Julien Garroy

44 Prozent der Luxemburger Einwohner seien zufrieden mit ihrem Hin- und Rückweg zur Arbeit, 33,5 Prozent sogar sehr zufrieden. Deutsche Grenzpendler seien zu 44,7 Prozent zufrieden und zu 11,5 Prozent sehr zufrieden, belgische zu 44 bzw. elf Prozent. Unter französischen „Frontalieren“ falle der Zufriedenheitsgrad mit 43 Prozent etwas geringer aus. Zu diesem angesichts der alltäglichen Staus und der Unzuverlässigkeit der Züge überraschenden Ergebnis kommt die Luxmobil-Studie, die Mobilitätsministerin Yuriko Backes am Donnerstag im Sitz ihres Ministeriums im „Héichhaus“ auf Kirchberg vorstellte.

Ob die Einwohner aus dem Minett, dem Ösling und von der Mosel genauso zufrieden mit ihrem Arbeitsweg sind wie die aus der Hauptstadt und ihrem Speckgürtel, habe das Mobilitätsministerium nicht untersucht, „pour justement respecter la représentativité au sein de chacune des zones“, erklärte Julien Schiebel vom „Service Planification de la mobilité“ des Ministeriums auf Tageblatt-Nachfrage. Je mehr man in die Feinheiten gehe, desto unverlässlicher würden die Daten.

Zehnmal weniger Befragungen

Das mag daran liegen, dass Ilres im Auftrag des Ministeriums vergangenes Jahr lediglich 9.200 Befragungen unter Einwohnern und Grenzpendlern durchgeführt hat. Für die letzte, von dem damaligen Ressortminister François Bausch (Grüne) in Auftrag gegebene und 2017 durchgeführte Luxmobil-Studie, als deren Update Luxmobil 2025 sich versteht, hatte das deutsche Institut für angewandte Sozialwissenschaften (Infas) fast zehnmal so viele Haushalte befragt – 40.000 in Luxemburg und 45.000 in der Grenzregion. Der subjektive Zufriedenheitsgrad wurde damals jedoch nicht erhoben.

Intuitive Meinungen zur Mobilität entsprächen nicht immer zu 100 Prozent der Realität, deshalb sei es ihr wichtig, die Mobilität „faktenbasiert“ zu planen, meinte Yuriko Backes am Donnerstag. Luxmobil 2025 soll es auch erlauben, Vergleiche mit 2017 anzustellen, um herauszufinden, wie sich die Mobilität seitdem entwickelt hat.

DP-Mobilitätsministerin Yuriko Backes will den Verkehr der Zukunft „faktenbasiert“ planen

DP-Mobilitätsministerin Yuriko Backes will den Verkehr der Zukunft „faktenbasiert“ planen Foto: Editpress/Julien Garroy

Aus einer auf der Pressekonferenz vorgestellten Grafik geht hervor, dass die Zahl der Autofahrten mit nur dem Fahrer im Auto seit 2017 zwar um 67.000 pro Tag zugenommen habe. Ihr Anteil an der Gesamtmobilität sei jedoch um drei Prozentpunkte (von 55,7 auf 52,5%) gesunken. Die Zahl der Fahrgemeinschaften sei um 70.000 pro Tag gestiegen, ihr Anteil an der Gesamtmobilität um 0,7 Prozentpunkte. Der Anteil der Fahrten mit Bahn, Bus und Tram habe um anderthalb Prozentpunkte zugenommen (die Tram nahm erst im Dezember 2017 ihren Betrieb auf), die mit Fahrrädern und Tretrollern um 1,2 Prozentpunkte. Erfasst wurden alle Bewegungen, unabhängig von ihrem Zweck. Zu Fuß zurückgelegte Wege wurden in dieser Statistik „aus methodologischen Gründen“ nicht berücksichtigt.

Schwer mit 2017 zu vergleichen

In seiner Strategie für eine nachhaltige Mobilität „Modu 2.0“ hatte sich François Bausch 2017 das Ziel gesteckt, dass sich bis 2025 wesentlich mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit und zur Schule fortbewegen. Ob dieses Ziel erreicht wurde, ist schwer nachzuprüfen, denn die Daten wurden diesmal anders aufgearbeitet und präsentiert als 2017.

Auf der Grundlage der Resultate von Luxmobil 2025 will Yuriko Backes den von François Bausch ausgearbeiteten Nationalen Mobilitätsplan PNM 2035 aktualisieren. Den PNM 2040 will die Ministerin Mitte 2027 vorstellen. Die Ergebnisse der Studie sind online auf www.luxmobil.lu einsehbar.

1 Kommentare
Philippe 10.09.202617:15 Uhr

Normal 3/4 vun den Luxusburger sin pensioneiert oder Schüler 1/4 Staats an Gemengen Fonctionnair Beamten oder Aarbechter deem veirel meet Stau etc neischt aus Gehalt leeft .

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