Nach Kritik an „Gare“-Politik im Tageblatt

„Nie mehr!“ – DP-Politikerin Barbara Agostino wird von ihrer Partei zurechtgewiesen

Die Kritik von Barbara Agostino an der Bahnhofsviertel-Politik ist zu scharf für ihre eigene Partei. Sie soll von bestimmten Mitgliedern der DP dafür gerügt worden sein.

Barbara Agostino kritisiert Untätigkeit von Stadt, Staat und Partei als DP-Abgeordnete und Geschäftsfrau

Die DP-Abgeordnete und Geschäftsfrau Barbara Agostino kritisiert die Untätigkeit von Stadt, Staat und ihrer eigenen Partei Foto: Editpress/Julien Garroy

Die DP-Abgeordnete Barbara Agostino hat vergangene Woche im Tageblatt scharfe Kritik an der Politik zum Bahnhofsviertel ihrer Partei geübt. Die Worte waren für den Geschmack der DP offenbar zu scharf. Wie das Land berichtet, hätten bestimmte Personen aus Agostinos Partei sie zurechtgewiesen: „So ein Artikel im Tageblatt: Nie mehr!“

Agostino bereut laut dem Land nichts. Sie sei „eine Bürgerin unter vielen“ und beanspruche das Recht, ihren Frust in der Presse zu äußern, schreibt die Wochenzeitung.

Nicht die erste

Agostino ist nicht die erste DP-Politikerin, die öffentlich Kritik wegen des Bahnhofsviertels übt. Im Mai kritisierte bereits DP-Gemeinderätin Anne Kaiffer nach der Schließung ihrer Metzgerei die Politik der blau-schwarzen Mehrheit.

Agostino, die in der rue de Hollerich vier Lokale an einem einstigen Kultort besitzt, kritisiert die Untätigkeit von Stadt, Staat und ihrer eigenen Partei scharf. Aufgrund der eskalierenden Drogen- und Obdachlosenszene vor Ort verließen bereits Gewerbe und eine Kinderkrippe das Areal.

Trotz der aktuellen Situation hält Agostino das Gelände im Bahnhofsviertel für „genial“ – und will ihre Immobilien eines Gebäudekomplexes in der rue de Hollerich an die Stadt verkaufen. Nachdem sie vergeblich auf eine Antwort der städtischen Dienststelle gewartet hatte, wandte sie sich direkt an Bürgermeisterin und Parteikollegin Lydie Polfer. Doch auch Ihre Antwort sowie die des zuständigen Immobilienschöffen Patrick Goldschmidt (DP) fielen knapp aus.

3 Kommentare
Grober J-P. 03.07.202611:52 Uhr

„So ein Artikel im Tageblatt: Nie mehr!“ Liebe Barbara dann doch lieber im LW. Manche Leute mögen es nicht, wenn man ihnen den Spiegel vorhält. Werde dann auch immer knatschig. Bitte, nächstes Mal im ZVLV.
"der eskalierenden Drogen- und Obdachlosenszene vor Ort" Barbara, keine Angst, Leon bastelt schon am nächsten Coup, all dieses Gesims kommt auf den Kuelebierg oder mit gratis ÖT nach Gjadër!

Dany 03.07.202610:24 Uhr

Kuerz, méi direkt, méi wéi eng richteg Persoun et géif schreiwen:

Madamm Augustino huet leider Recht.

D’Situatioun an der Stad ass mëttlerweil katastrophal. Bal en Noutstand. Mee d’Buergermeeschtesch an hire Schäfferot maachen nach ëmmer wéi wann alles ënner Kontroll wier.

Da solle si mol owes laanschtkommen. Net fir eng Gala oder e schéinen Dîner, mee einfach esou, wéi normal Leit. Da géife si vläicht gesinn, wéi et wierklech ausgesäit.

Agressiounen, Drogen, Gewalt, Messerstéchereien — dat kann een net ëmmer nees klengrieden.

An déi Leit, déi Kritik äusseren, ginn direkt op d’Säit gedréckt. Dat ass genee de Problem.

D’Stad verléiert ëmmer méi u Sécherheet an u Liewensqualitéit. An d’DP mécht weider wéi wann näischt wier.

Iergendwann kënnt d’politesch Quittung. A si wier verdéngt.

CG 03.07.202610:19 Uhr

Scheinbar ist Kritik von Pateimitgliedern an der Politik ihrer Partei nicht vertretbar, auch wenn sie berechtigt ist. Man dukdet keine Nestbeschmutzer. Gilt übrigens nicht nur für die DP, auch bei anderen Parteien ist Kritik am eigenen Vorgehen unerwünscht.

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