Steigende Energiepreise

Luxemburg ist laut Premierminister Frieden „für alle Situationen bereit“

Obwohl der Iran-Krieg steigende Energiepreise zur Folge hat, sieht Luxemburgs Premier derzeit noch keinen Handlungsbedarf. Sollte die Krise andauern, würde die Regierung gezielte Maßnahmen ergreifen.

Luxemburgischer Premierminister Luc Frieden betritt das Gebäude des Europäischen Rates zum EU-Gipfel in Brüssel

Der luxemburgische Premierminister Luc Frieden trifft zum EU-Gipfel im Gebäude des Europäischen Rates in Brüssel ein Foto: Omar Havana/AP/dpa

Auch nach drei Wochen Krieg im Iran scheint kein Ende der Kampfhandlungen absehbar – mit weltweiten Auswirkungen auf die Energiekosten. Luxemburgs Regierung sieht derzeit jedoch noch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.

„Wir handeln dann, wenn die Preise für die Bürger und Betriebe in Luxemburg substanziell in die Höhe schießen“, sagte Premierminister Luc Frieden (CSV) am Donnerstag nach dem EU-Gipfel in Brüssel gegenüber RTL. Zurzeit sei dies noch nicht der Fall, da Luxemburg viele Verträge „für eine Reihe von Jahren abgeschlossen“ habe.

Luxemburg sei „für alle Situationen bereit“, sagte Frieden. Das sei die Pflicht einer Regierung. Er wies laut RTL außerdem darauf hin, dass die Regierung sich bereits mit 150 Millionen Euro pro Jahr an den Netzkosten beteilige. Darüber hinaus seien die Kraftstoffsteuern in Luxemburg niedriger als in anderen Ländern. Es gebe daher „weniger Handlungsraum“. Sollte die Krise jedoch andauern, würden gezielte Maßnahmen ergriffen werden.

Die aktuellen Spritpreise

Der Preis für einen Liter Super 95 liegt in Luxemburg derzeit bei 1,727 Euro, Super 98 kostet 1,830 Euro. Beim Diesel liegt der Preis inzwischen sogar bei 2,006 Euro pro Liter. Auch die Heizöl-Kosten schießen weiter in die Höhe und liegen aktuell bei einem Literpreis von 1,460 Euro.

Ähnlich hatte sich Wirtschafts- und Energieminister Lex Delles (DP) bereits in der vergangenen Woche im Gespräch mit Radio 100,7 geäußert. In Luxemburg seien die Folgen des Iran-Kriegs zwar an den Tanksäulen zu spüren, bei Strom und Gas sei das Land jedoch geschützt. „Wir haben hierzulande einen Mechanismus, bei dem der Staat rund 150 Millionen Euro in das Netz investiert, um in diesem Jahr die Strompreise niedrig zu halten“, sagte Delles. Dieser Mechanismus schütze vor sehr hohen Preisen. Beim Gas bestehe die Einkaufsstrategie der Lieferanten darin, die Käufe über drei Jahre zu strecken, um Preisschwankungen auszugleichen.

Frieden zeigte sich gegenüber RTL zuversichtlich, dass die EU-Mitgliedstaaten „gemeinsam“ durch diese „potenziell schwere Krise“ hindurchkommen: „Man lernt aus jeder Krise, und deshalb werden wir auch aus den Lehren der vergangenen Krisen so aufgestellt sein, dass wir – falls sich die Lage weiter verschärft – sowohl im Bereich der Sicherheit als auch im Bereich der Energie die richtigen Antworten finden können.“ Laut Premier müsse weiterhin auf erneuerbare Energien und Verteidigung, aber auch auf die Wettbewerbsfähigkeit gesetzt werden. (les)

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