Atomenergie

Verblasste Erinnerung, reales Risiko: Über das vermeintliche Revival der Kernkraft

Vierzig Jahre nach Tschernobyl und fünfzehn Jahre nach Fukushima wird viel von einer Renaissance der Atomenergie gesprochen – zumindest von ihren Befürwortern. Während Deutschland vor drei Jahren aus Atomenergie ausgestiegen ist, setzt Frankreich weiter auf das nukleare Pferd.

Atomkraftwerk Cattenom mit markanten Kühltürmen und umstrittener Umgebung bei klarem Himmel

Gefährliche Nachbarn? Das Atomkraftwerk Cattenom mit seinen Kühltürmen erhitzt noch heute die Gemüter Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Der Super-GAU von Tschernobyl vom 26. April 1986 hatte nicht nur für die direkt betroffenen damaligen Sowjetrepubliken Belarus und Ukraine weitreichende Konsequenzen, in denen etwa 22 beziehungsweise sieben Prozent der Landesfläche stark radioaktiv kontaminiert wurden, sondern für alle Länder Europas. Auch in Luxemburg führte der bis dato folgenschwerste Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Atomenergie zu erheblichen Umweltbelastungen. Die radioaktive Wolke mit Cäsium-137 erreichte Luxemburg am 1. Mai 1986, fünf Tage nach der Explosion bei einem Routinetest in einem Reaktorblock des Atomkraftwerks Tschernobyl, im Ukrainischen „Tschornobyl“, in der Nähe der Stadt Prypjat im Norden der Ukraine.

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