Steigende Energiepreise
Energieminister Delles sieht derzeit keinen Bedarf für neue Hilfen
Die jüngsten Angriffe auf den Iran treiben die Ölpreise weltweit nach oben. Auch in Luxemburg steigen Benzin und Diesel spürbar. Energieminister Lex Delles sieht jedoch derzeit keinen Grund für zusätzliche staatliche Hilfen.
Energieminister Delles sieht derzeit noch keinen Bedarf, den Menschen finanziell unter die Arme zu greifen Fotos: Editpress/Fabrizio Pizzolante; dpa/Marcus Brandt
Der Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran treibt weltweit die Energiepreise in die Höhe. Auch an Luxemburger Tankstellen sind die Folgen bereits deutlich zu spüren. Aktuell kostet ein Liter 95er-Benzin 1,654 Euro, 17 Cent mehr pro Liter als vor Kriegsbeginn. Beim Diesel ist die Entwicklung noch drastischer: Von 1,465 Euro pro Liter ist der Preis seitdem auf 1,828 Euro gestiegen.
Wirtschafts- und Energieminister Lex Delles (DP) sieht derzeit jedoch noch keinen Bedarf, die Menschen in Luxemburg aufgrund steigender Energiepreise zusätzlich finanziell zu unterstützen, wie er am Mittwochmorgen im Gespräch mit Radio 100,7 sagte. In Luxemburg seien die Folgen des Iran-Kriegs zwar an den Tanksäulen zu spüren, bei Strom und Gas sei das Land jedoch geschützt.
„Wir haben hierzulande einen Mechanismus, bei dem der Staat rund 150 Millionen Euro in das Netz investiert, um in diesem Jahr die Strompreise niedrig zu halten“, sagte Delles. Dieser Mechanismus schütze vor sehr hohen Preisen. Beim Gas bestehe die Einkaufsstrategie der Lieferanten darin, die Käufe über drei Jahre zu strecken, um Preisschwankungen auszugleichen. Man müsse abwarten, wie sich die Lage im Iran weiterentwickelt – derzeit sei es noch zu früh, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Ministerium verfolge die Situation gemeinsam mit der Kommission und der Energieagentur „sehr genau“.
Mit jeder geopolitischen Krise eine neue Energiekrise
Anderer Meinung sind hingegen „déi gréng“: Sie forderten am Dienstag in einem offenen Brief an Premierminister Luc Frieden schnelles Handeln angesichts der steigenden Energiepreise. Fünf konkrete Maßnahmen sollen Abhilfe schaffen: die Wiedereinführung eines Energie-Steuerkredits für niedrige und mittlere Einkommen, zusätzliche Anreize für klimafreundliche Alternativen wie energetische Sanierungen und Elektromobilität, den Erhalt bestehender Klimaschutzinstrumente wie den EU-Emissionshandel sowie eine stärkere Rolle Luxemburgs bei nachhaltiger Finanzierung und beim EU-weiten Ausbau erneuerbarer Energien. Solange die Abhängigkeit von fossilen Energien bestehe, werde jede geopolitische Krise zur Energiekrise.
Auf die Forderungen angesprochen, verweist der Minister gegenüber 100,7 auf bestehende Beihilfen. Der Staat zahle „weiterhin verschiedene Hilfen aus, etwa Energieprämien für Haushalte, die sie benötigen“. Die wichtigste Unterstützung, die die Regierung den Menschen geben könne, bestehe darin, „sie dabei zu begleiten, weniger Energie zu verbrauchen“ – etwa durch Beihilfen für Renovierungen, Wärmepumpen oder Elektroautos. In Luxemburg seien darüber hinaus die Zuschüsse für Fotovoltaikanlagen im Vergleich zu den Nachbarländern „besonders hoch“. (les)