Vor Trump-Rede in Davos

Luc Frieden: Luxemburg steht „bedingungslos“ hinter Grönland

Während Trump weiter droht, mahnt Premier Luc Frieden in Davos zur Zurückhaltung.

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin (r.) gibt Luxemburgs Premierminister Luc Frieden vor einem bilateralen Treffen am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) am 20. Januar 2026 in Davos die Hand.

Das Weltwirtschaftsforum findet vom 19. bis 23. Januar 2026 in Davos statt.

Luc Frieden mit dem Schweizer Präsidenten Guy Parmelin in Davos: „Offen für alle Gegenmaßnahmen“ Foto: Laurent Gillierion

Die Welt schaut heute nach Davos, wo Donald Trump am Nachmittag seine Pläne für Grönland und seinen Friedensrat präsentieren will. Der US-Präsident droht seit Wochen damit, Grönland zu kaufen oder zu besetzen. Mit dem Friedensrat will Trump offenbar eine Gegenorganisation zum Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf die Beine stellen.

Der Luxemburger Premier Luc Frieden nimmt seit Dienstag am Weltwirtschaftsforum teil und sagt im Telefongespräch mit luxemburgischen Medien, darunter dem Tageblatt, dass er „nicht wirklich weiß, was dieser Friedensrat soll“ und Luxemburg auch keine Einladung erhalten habe. Für Gaza habe die Initiative Sinn gemacht. Darüber hinaus sieht Frieden aber keinen Bedarf für weitere internationale Organisationen neben den Vereinten Nationen. Selbst im Falle einer direkten Einladung an Luxemburg wäre er „sehr retizent“ gewesen, so Frieden.

Aus europäischer Sicht ist Grönland jedoch das wichtigste politische Thema am Mittwoch in Davos. Trumps Rede ist für 14.30 Uhr angekündigt. Danach werde man mehr wissen, sagt Frieden. Mit den Amerikanern unter Trump sei das üblich, „erst drohen sie, und dann finden Gespräche statt“.

Die Europäer nutzen Davos auch, um vor dem außerordentlichen EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel ihre „gemeinsame Position zu finden und zu stärken“, sagt der Luxemburger Premier am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum. Die gemeinsame Position gegenüber Russland – und im Chaos rund um Grönland mittlerweile auch gegenüber den USA. „Was derzeit in der Welt geschieht, verlangt nach einer engen Koordination“, sagt Frieden.

Luxemburgs Position sei es stets gewesen, das internationale Recht hochzuhalten, „das gilt für die Ukraine, für Grönland und auch sonst auf der Welt“, so der Luxemburger Premier. Luxemburg sei „offen für alle Gegenmaßnahmen“ für den Fall, dass Trump seine Grönland- und Zolldrohungen wahr macht. Dazu gehören unter anderem Gegenzölle auf US-Produkte im Wert von insgesamt 93 Milliarden Euro sowie der Einsatz des sogenannten Instruments zur Bekämpfung von Zwangsmaßnahmen (ACI), wegen der darin enthaltenen weitreichenden Maßnahmen auch Handels-„Bazooka“ genannt.

Frieden betont aber, dass der Dialog mit den USA beibehalten werden muss. „Wir müssen mit den Amerikanern reden und zugleich klar sagen, dass das so nicht geht.“ Luxemburg stehe „bedingungslos auf der Seite von Dänemark und Grönland“.

Klassische Finanzwelt und Krypto-Akteure

Davos ist aber nicht nur Politik, sondern eben vor allem das Weltwirtschaftsforum. Diese Gelegenheit, sagt Frieden, wolle er nutzen, um der Welt die Stabilität Luxemburgs zu zeigen. „Es geht darum, Arbeitsplätze zu schaffen, bestehende zu behalten und Kontakte zu machen“, so Frieden.

Er wolle Luxemburgs Wirtschaft weiter diversifizieren, auch geografisch und habe deswegen CEOs von Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen getroffen, von klassischen Finanzakteuren, über Künstliche Intelligenz hin zu Krypto-Spezialisten.

„Wir wollen nicht von einem abhängig sein, sondern mit vielen zusammen wachsen“, sagt Frieden an diesem Mittwoch, während die Welt auf Trumps Rede wartet. Am Morgen hatte Trumps Finanzminister Scott Bessent bereits einige Worte gesagt, unter anderem: „Dänemark ist irrelevant.“

2 Kommentare
Luxmann 21.01.202612:56 Uhr

Frieden steht bedingungslos auf der seite von Daenemark und Groenland.
Interessant koennte es werden auf welcher seite er steht, wenn mal beide nordische laender in zukunft jeweils andere ziele verfolgen.

Manfred Reinertz Barriera 21.01.202610:13 Uhr

Dann soll der CEO auch die Luxemburger Armee mal nach Grönland schicken… Und dann sehen wir, was Trump macht......

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