Mahnwache vor US-Botschaft

Friedens- und Solidaritätsplattform protestiert gegen Angriffskrieg

Eine Demonstration von etwa 50 Personen solidarisiert sich am Dienstagmittag vor der US-Botschaft mit dem iranischen Volk und kritisiert die Reaktionen der EU auf den Krieg. Mit dabei: Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft.

Demonstranten protestieren vor der US-Botschaft gegen den Krieg gegen den Iran an einem Dienstagmittag

Knapp 50 Demonstranten haben sich am Dienstagmittag vor der US-Botschaft versammelt, um gegen den Krieg gegen den Iran zu protestieren Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

„Dump the Lump Called Trump“ steht auf dem Schild, das der Mann mit der Sonnenbrille und der Luxemburg-Flagge in der Hand an seinem Rücken befestigt hat. Ein „Lump“, das ist so etwas wie ein Klumpen, kann in bestimmten dermatologischen Kontexten jedoch auch Geschwulst oder Geschwür bedeuten. Der Mann mit dem Schild und der Flagge steht am Dienstagmittag auf dem Bürgersteig des Bd Emmanuel Servais – direkt gegenüber dem luxemburgischen Sitz der Vertreter dieses „Lump“ Trump, besser bekannt als: die US-Botschaft.

Die Friedens- und Solidaritätsplattform hat zu einer Mahnwache vor eben jener Botschaft aufgerufen, um gegen den Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran zu protestieren. Um die 50 Personen sind diesem Aufruf gefolgt. Mit dabei sind auch Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft. „Déi Lénk“ ist zahlreich vertreten, mit David Wagner hat sich auch ein Chamber-Abgeordneter dem Protest angeschlossen. Ali Ruckert von der KPL ist da, Vertreter von Amnesty International und von „déi jonk gréng“.

Man sei nicht hier, um irgendein Regime zu unterstützen, sagt ein Vertreter der Friedensplattform gleich zu Beginn der Mahnwache. Stattdessen wolle man für internationales Recht und gegen ungerechte Kriege einstehen. Am vergangenen Wochenende war es beim feministischen Marsch zu Konflikten zwischen Demonstranten mit Palästina-Flaggen und einer Gruppe gekommen, die Israel- und Iranflaggen aus der Zeit des Schah-Regimes mit sich geführt hat. Vor der US-Botschaft bleibt es am Dienstagmittag ruhig. Neben dem Mann mit der Luxemburg-Flagge steht ein einziger Mann, der sich in eine palästinensische Flagge gewickelt hat. Die sechs Polizisten, die auf der anderen Straßenseite den Eingang zum Gebäude sichern, beobachten die Szene entspannt.

Kritik an Luxemburg, Jubel für Spanien

Als Carole Thoma, Parteivorsitzende von „déi Lénk“, das Mikrofon ergreift, kritisiert sie zuerst Trump – und dann den CSV-Fraktionspräsidenten Laurent Zeimet, der den Angriff der USA und Israels ihrer Meinung nach nicht klar genug als Bruch des internationalen Rechts verurteilt habe. „Wir stehen hier und unterstützen das iranische Volk“, sagt Thoma. Und richtet sich dann an US-Botschafterin Stacey Feinberg, die auch auf dem feministischen Marsch am Sonntag gesichtet wurde. Sie wolle Feinberg zeigen, so Thoma, wie Feminismus in Luxemburg aussehe: „Intersektional und international!“

Durch die sicherlich extradicken Fenster der Botschaft dringt dieser Ruf wahrscheinlich ebenso wenig wie das „Kriegsverbrecher!“, das ein anderer Demonstrant etwas später in Richtung der Botschaftsmauern schleudert.

Von einer „beschämenden“ Reaktion der EU im Hinblick auf den Krieg im Iran spricht auch ein anderer Redner, Claude Grégoire vom Komitee für einen gerechten Frieden im Nahen Osten (CPJPO). Der vorauseilende Gehorsam der Spuerkeess, die aus Angst vor US-Repressalien die Konten des von Trump sanktionierten Internationalen Strafgerichtshofs gesperrt hatte, sei „eine wahre Schande für unser Land“, so Grégoire. Nur Spanien kommt wegen seiner harten Anti-Trump-Linie als einziges europäisches Land gut weg bei den Demonstranten. Es gibt gleich mehrere „Viva España“-Zwischenrufe und auch eine schüchterne Spanienflagge.

Um kurz nach 13 Uhr ist die Mittagspause im benachbarten Lycée Robert Schuman vorbei, der letzte Redebeitrag droht schon beinahe unterzugehen in der Schar der Schüler, die nun durch die kleine Mahnwache auf dem Bürgersteig strömt. Ein paar Demonstranten versuchen, einen letzten „No More Wars“-Sprechchor zu initiieren. Aber die Schüler lassen sich nicht zum Protest animieren.

1 Kommentare
Luxmann 10.03.202620:10 Uhr

Eine schande dass die Spuerkees...wahrscheinlich animiert durch ihren chef Frieden...die konten des IStGH sperrt,welcher sich bei Netanyahu und Trump ungeliebt gemacht hat.
Auch gut dass die schaendliche rolle eines Zeimet,der permanent pro israelische propaganda macht ,hervorgehoben wird.

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