Sozialdialog

Handwerkerverband will qualifizierten Mindestlohn abschaffen, unqualifizierten vorerst nicht erhöhen

Statt, dass der Staat den Betrieben höhere Mindestlöhne vorschreibt, soll die Allgemeinheit für die Stärkung der Kaufkraft von Geringverdienern aufkommen, schlägt die „Fédération des artisans“ vor. Den qualifizierten Mindestlohn will der Handwerkerverband sogar ganz abschaffen. In den kommenden Wochen sollen Regierung und Sozialpartner über die Umsetzung der EU-Mindestlohnrichtlinie verhandeln.

Spitze der Fédération des Artisans mit Generalsekretär Romain Schmit, Präsident Luc Meyer und stellvertretendem Generalsekretär Christian Reuter

Die Spitze der „Fédération des artisans“ (v.r.n.l.): Generalsekretär Romain Schmit, Präsident Luc Meyer und der stellvertretende Generalsekretär Christian Reuter Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Im von CSV-Premier Luc Frieden proklamierten „Joer vun der Kompetitivitéit“ fordert die „Fédération des artisans“ von der CSV-DP-Regierung, den qualifizierten Mindestlohn abzuschaffen und den unqualifizierten bis zur nächsten gesetzlich festgelegten (zweijährigen) Anpassung am 1. Januar 2027 nicht zu erhöhen. Das verkündete der Generalsekretär des Dachverbands des luxemburgischen Handwerks, Romain Schmit, am Dienstagvormittag auf einer Pressekonferenz in der Handwerkskammer auf Kirchberg. Seit 2022 sei der Mindestlohn in Luxemburg um 17 Prozent gestiegen. Gleichzeitig nehme die Produktivität ab, das Wirtschaftswachstum verlangsame sich, die Beschäftigung gehe zurück und die Margen der Unternehmen hätten sich verringert, sagte Schmit. Vor Corona hätten die Gewinnmargen der Handwerksbetriebe bei fünf Prozent des Gesamtumsatzes gelegen, heute seien es nur noch zwei Prozent, behauptet die „Fédération des artisans“. Überprüfbar sind diese Angaben nicht.

„Revolte“ vermeiden

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