Nach Tageblatt-Recherche

Internationale Presse berichtet über Fake-Foto der US-Botschaft

Nachdem das Tageblatt die Bildmanipulation der US-Botschaft in Luxemburg aufgedeckt hat, greifen nun auch internationale Medien den Fall auf.

Links das Originalfoto, rechts der Instagram-Post der US-Botschaft mit Logo und Text im Vergleich

Links das Original, rechts der Instagram-Post der US-Botschaft Fotos: LACC von paperjam.lu, Instagram US-Botschaft Luxemburg

Die US-Botschaft in Luxemburg hat ein Foto mit Botschafterin Stacey Feinberg veröffentlicht, aus dem eine Person digital wegradiert worden ist. Ebenfalls darauf zu sehen: Großherzog Guillaume, der Außenminister Xavier Bettel (DP) und Finanzminister Gilles Roth (CSV). Nun hat das Fake-Foto auch die internationale Presse erreicht: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete am Samstag über den Vorfall, am Sonntag zog die Welt nach. In Luxemburg griff nur L‘essentiel das Thema auf.

Das Original-Foto wurde während der Verleihung des Luxembourg-American Chamber of Commerce Award geschossen. Auf dem von der US-Botschaft veröffentlichten Bild ist im Hintergrund ein Mann ohne Schulter und Arm zu erkennen. Das zeigt, dass der Post von einem Bildbearbeitungsprogramm verändert wurde. Der Vergleich mit dem Original deckt auf: Die entfernte Person ist Ex-Botschafterin Cynthia Stroum.

Nicht nur gegenüber dem Tageblatt, auch gegenüber der FAZ gab die US-Botschaft keine konkrete Stellungnahme. „Das Bild zeigt offizielle Vertreter bei der Verleihung des Luxembourg American Business Award“, erfuhr die FAZ lediglich auf Anfrage. Die Botschaft äußere sich nicht zu einzelnen Personen.

Stroum war von Dezember 2009 bis Januar 2011 im Amt. Zwei Wochen nach ihrem Rücktritt veröffentlichte das US-Außenministerium einen Bericht über die Zustände in der Botschaft auf dem Limpertsberg. Darin wurde Stroum scharf kritisiert. Ihr wurden unter anderem ein „konfrontativer Führungsstil“, chronische Personallücken sowie das Fehlen einer klaren strategischen Ausrichtung vorgeworfen. Teile der Botschaft seien unter ihrer Führung in einen „Zustand der Dysfunktion“ geraten.

Der großherzogliche Hof sowie die Büros der Minister Bettel und Roth distanzierten sich auf Nachfrage hin von dem Vorgehen der US-Botschaft. Gegenüber dem Tageblatt sagten alle drei, nichts von dem Vorgang gewusst zu haben und nicht vorab über das Posten eines bearbeiteten Fotos informiert worden zu sein, auf dem sie selbst zu sehen sind. (dr)

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