Interview mit US-Botschafterin

„Ich freue mich so, dass Sie das fragen!“ – Stacey Feinberg über Trump, Luxemburg und Shitstorms

„Wollen Sie Kaffee, Tee?“, empfängt die US-Botschafterin, die sich zu dem Moment schon als Stacey vorgestellt hat, den Besuch vom Tageblatt. Wir sind in der amerikanischen Botschaft auf Limpertsberg, zum Interview mit Stacey Feinberg. Die Geschäftsfrau ist seit 100 Tagen akkreditiert als Botschafterin der Vereinigten Staaten im Großherzogtum und hat in der kurzen Zeit bereits einiges an Staub aufgewirbelt. „Sicher keinen Kaffee?“, fragt Stacey Feinberg noch einmal. „Cause we got a lot going on here“, hier passiert gerade eine Menge. Das stimmt. Also besser loslegen, ohne Kaffee.

Stacey Feinberg empfängt das Tageblatt in der US-Botschaft mit motiviertem Ausdruck „I am a busy girl“

„I am a busy girl“: Stacey Feinberg empfing das Tageblatt in der US-Botschaft Foto: Editpress/Julien Garroy

Tageblatt: Sie kommen gerade aus den Vereinigten Staaten zurück, richtig?

Stacey Feinberg: Das tue ich, ja, eben erst. Sehe ich so schrecklich aus, dass man es mir ansieht?

Nein, Ihr Instagram-Account hat das verraten. Sie waren unter anderem bei Finanzminister Scott Bessent im Pentagon und nicht zuletzt im Weißen Haus bei Ihrem Präsidenten. Was haben Sie über Luxemburg erzählt?

Lassen Sie es mich so sagen: Sie hatten keine Ahnung von Luxemburg! Von all den unglaublichen Dingen, die hier passieren. Als ich dort ankam, sagte ich: Lassen Sie uns über Luxemburg sprechen, und sie sagten: Ja, in Luxemburg passiert nicht viel, oder? Und ich sagte: Lasst euch erzählen, was in Luxemburg passiert. Und als ich ging, sprach in Washington jeder über Luxemburg. Denn es gibt hier so viele großartige Dinge, die kurz davor sind, zu passieren und Luxemburg verändern werden, und die eine großartige Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten schaffen werden.

Europa und Luxemburg sehen diese Neuinterpretation von Partnerschaft sehr skeptisch. Das liegt an der neuen nationalen Sicherheitsstrategie der USA. Diesem Papier nach braucht Europa eine „Kurskorrektur“, weil es „schwach“ und „im Verfall“ sei. Dem Alten Kontinent drohe die „zivilisatorische Auslöschung“. US-Botschafter und US-Botschafterinnen in der Europäischen Union sollen ein Auge darauf behalten. Sie sind nun 100 Tage im Amt, loben Luxemburg in den höchsten Tönen. Zeichen von „Verfall“ oder „zivilisatorischer Auslöschung“ haben Sie keine erkannt?

Ich denke, Europa steht kurz davor, stärker zu werden als je zuvor – unglaublich gesund, unglaublich fit, unglaublich widerstandsfähig. Das ist alles, was die Vereinigten Staaten für Europa wollen. Ohne Europa gäbe es die Vereinigten Staaten nicht. Wir sind Europa sehr dankbar. Europa ist unser Freund, und ein starkes Europa ist gut für die ganze Welt. Ein starkes Europa ist gut für die Vereinigten Staaten. Wir unterstützen Europa voll und ganz dabei, spektakulär zu sein.

In Europa war man schon sehr verwundert über Inhalt und Tonfall von Trumps neuer Nationaler Sicherheitsstrategie.

Wir lieben euch!

Das ist schwer zu verstehen.

Wir möchten euch ermutigen, gesund und stark zu sein. Wenn einem jemand nicht wichtig wäre, würde man solche Dinge nicht sagen, man würde ihm nicht das Beste wünschen. Uns liegt Europa wirklich am Herzen, und deshalb sagen wir das in dieser Deutlichkeit.

Portrait von Feinberg im Interview nach rund 100 Tagen im Amt, gut vorbereitet trotz starker Kritik

Rund 100 Tage im Amt und gut vorbereitet ins Interview: Feinberg wurde bereits stark kritisiert Foto: Editpress/Julien Garroy

Sie waren Geschäftsfrau, sind nun Botschafterin und haben Ihre Hauptmission in Luxemburg bereits in anderen Interviews umschrieben: Es geht ums Business. Beim Geschäftemachen wie auch in der Politik geht es, so sagten Sie mehrfach, um gute Beziehungen, um die „Handschlagqualität“, die Ihnen zufolge auch Ihren Vater auszeichnete. Trump aber hat Europa mit seinen Zöllen und seinem versuchten Griff nach Grönland so verunsichert, dass ihm bei dem ganzen Hin und Her wohl nur noch die wenigsten eine solche „Handschlagqualität“ zusprechen würden. Kann so etwas gut fürs Business sein?

Präsident Trump ist ein Unternehmer. Und genau deshalb erreicht er so viel. Weil er das Land wie ein Unternehmen führt. Was Sinn macht: Es ist das größte Unternehmen der Welt! Er ist ein Mann von Integrität, er ist ein Mann der Tat, und man sollte ihn ernst nehmen.

Aber in Europa herrscht gelinde gesagt Konfusion. Mit Trump im Weißen Haus kann niemand sagen, was als Nächstes kommt. Wie soll das dauerhaft funktionieren, auch wirtschaftlich?

Präsident Trump möchte, dass es fair und wechselseitig ist. Will nicht jeder im Geschäftsleben, dass die Dinge ausgewogen sind?

Laut Nationaler Sicherheitsstrategie hätten die USA aber am liebsten die ebenso rechten wie der EU feindlich gesinnten AfD in Deutschland oder den Rassemblement National in Frankreich an der Macht. Die USA wollen Europa so auch ihre Migrationspolitik aufdrücken. Warum überhaupt?

Ich kann nicht im Namen anderer Länder sprechen. Ich wäre nicht so anmaßend, im Namen von Luxemburg zu sprechen. Ich kann nur im Namen der Vereinigten Staaten sprechen, aber ich weiß, dass die wichtigste Aufgabe des Präsidenten darin besteht, die Bürger zu beschützen. Wenn das durch Einwanderung und die ordnungsgemäße Überprüfung der Personen, die in die Vereinigten Staaten kommen, geschieht, ist das wichtig. Wissen Sie, wer uns noch wichtig ist? Besucher, die aus anderen Ländern kommen, einschließlich aus Luxemburg. Wir würden uns freuen, wenn Luxemburger in die Vereinigten Staaten kommen und wir ihnen sagen können, dass wir sie so gut wie möglich sicher halten werden – genau darum geht es.

Aber es gibt bereits einige Touristen aus Europa, die trotz gültiger Touristenvisa von ICE aufgegriffen und eingesperrt wurden. Das fördert den Tourismus kaum …

Sicherheit zu gewährleisten, ist eine Priorität von Präsident Trump.

Ich bin nicht wegen des Wetters hier. Ich kam aus Los Angeles. Seien wir ehrlich: Ich kam wegen der Möglichkeiten.

Stacey Feinberg über Luxemburg

Sie haben mit Trump über Ihren Posten als Botschafterin in Luxemburg gesprochen. Was hat der US-Präsident über Luxemburg gesagt?

Er sagte: Was ist mit Luxemburg? Warum will jeder Luxemburg? Er sagte: Ich habe 18 hochqualifizierte Männer, die nach Luxemburg gehen wollen.

Porträt von Feinberg mit selbstbewusstem Lächeln, Symbol für positive Selbstwahrnehmung und innere Stärke

„Ich persönlich dachte, dass ich eine gute Wahl bin“: Mit mangelndem Selbstbewusstsein hat Feinberg nicht zu kämpfen Foto: Editpress/Julien Garroy

Aha, was haben Sie geantwortet?

Dass ich hochqualifiziert bin! Ich bin nicht wegen des Wetters hier. Ich kam aus Los Angeles. Seien wir ehrlich: Ich kam wegen der Möglichkeiten. Es war erstaunlich, weil ich dachte, niemand fragt nach Luxemburg. Aber jeder fragte nach Luxemburg! Ich musste wirklich hart arbeiten, um Luxemburg zu bekommen! Was ich ihm sagte, war: Sir, in Luxemburg verdienen sie es, einen Geschäftsmann zu haben. Jemanden, der die Bedeutung dessen für Luxemburg versteht und die Geschäftsbeziehungen stärkt. Und ich persönlich dachte, dass ich eine gute Wahl bin. Und hier bin ich!

„Hier bin ich!“

Stacey Feinberg, seit vergangenem November US-Botschafterin in Luxemburg, wurde 1964 in Boston geboren und wuchs in einer wohlhabenden Familie auf. Nach ihrem Universitätsabschluss arbeitete sie im Unternehmen ihres Vaters, eines renommierten Sportagenten. 1998 gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann den Hedgefonds JLF Asset Management. Später investierte sie in Unternehmen wie Facebook und Uber, was ihr großen finanziellen Erfolg brachte. Nach ihrer Scheidung 2016 gründete sie 33 Capital, ein Family Office, das Unternehmerinnen fördert.

Feinberg unterstützte die Kampagne von Donald Trump finanziell, was zu ihrer Ernennung als Botschafterin in Luxemburg durch Trump führte. Ein für die USA nicht ungewöhnlicher Vorgang.

In ihrer diplomatischen Laufbahn sorgte Feinberg für Aufsehen, als sie China für seine Einflussnahme in Luxemburg kritisierte. Zudem sorgte Feinberg bei zwei Gelegenheiten für viele Reaktionen in den sozialen Medien zu. Einmal warb sie für ein Austauschprogramm für junge Menschen aus Luxemburg, als nahezu zeitgleich die US-Amerikanerin Renée Good durch Schüsse eines ICE-Agenten in Minneapolis starb. Kürzlich lobte sie US-Präsident Trump in den sozialen Medien als „greatest President ever“, was viele im Internet mit Häme quittierten.

Neben ihrer politischen und diplomatischen Karriere hat Feinberg auch in der Unterhaltungsindustrie gearbeitet und das Broadway-Musical „Jagged Little Pill“, das auf dem gleichnamigen Song von Alanis Morissette gründet, produziert. Um 2015 herum spielte Feinberg in zwei Science-Fiction-Filmen mit. Sie engagiert sich zudem in der Förderung von Frauen im Unternehmertum und ist Mitglied im Beirat von Turning Point USA, der Organisation, die der ermordete Charlie Kirk groß machte.

Bereits in Ihrer Nominierungsphase griffen Sie China scharf an. Sinngemäß sagten Sie, dass endlich mal jemand Luxemburg vor dem Einfluss Pekings warnen müsste. Es war ein erstes diplomatisches Scharmützel, und Sie waren noch nicht einmal Botschafterin. Monate später, kurz nach Ihrer Akkreditierung und bei einem Ihrer ersten Auftritte in Luxemburg, setzte man Sie mit dem chinesischen Botschafter an einen Tisch – wie war das? Haben Sie sich unterhalten?

Selbstverständlich! Ich spreche mit jedem. Wie Xavier Bettel sagen würde: Wenn der Dialog abbricht, entstehen die Probleme. Man muss den Dialog offenhalten. Ohne Kommunikation kann niemand Diplomat sein.

Haben Sie inzwischen die Gelegenheit genutzt und etwa Premier Luc Frieden über die Gefahren, die Sie in China sehen, aufgeklärt?

Wenn man mit einer Demokratie wie den Vereinigten Staaten zu tun hat, ist es nicht so schwer, alles ist sehr transparent und wir befinden uns alle auf dem gleichen Spielfeld. Wenn man mit einem Land zu tun hat, das keine Demokratie ist, ist es ganz anders und es gibt damit verbundene Risiken. Alles, was ich tun wollte, war, sicherzustellen, dass sie die Risiken verstehen, die mit dem Umgang mit einem Land verbunden sind, das keine Demokratie ist.

Feinberg als Brücke zwischen USA und Luxemburg, unterstützt von Trump, symbolisiert diplomatische Zusammenarbeit

Feinberg will „die Brücke“ sein zwischen den USA und Luxemburg: Trump konnte sie von sich überzeugen Foto: Editpress/Julien Garroy

Sie haben als Geschäftsfrau immer andere Frauen und ihre Projekte unterstützt. Präsident Trump aber äußert sich fortwährend abfällig gegenüber Frauen. Wie ist das für Sie, wie passt das zusammen?

Ich freue mich so, dass Sie das fragen! Ich war in männerdominierten Bereichen tätig, oft die einzige Frau im Raum und ich möchte, dass Sie wissen, dass Präsident Trump starke, intelligente Frauen mehr respektiert als jeder andere Mann, den ich je getroffen habe. Er umgibt sich mit starken, intelligenten Frauen. Schauen Sie sich sein Kabinett an! Schauen Sie sich Pam Bondi an! Schauen Sie sich Susie Wiles an! Karoline Leavitt, Kristi Noem! Das sind starke, schlaue, scharfsinnige Frauen. Er denkt nicht darüber nach, ob sie Frauen oder Männer sind. Er wählt einfach die beste Person für die Position – und genau deshalb bin ich hier. Ich habe ihn in all den Jahren, in denen ich ihn kenne, immer nur als sehr respektvoll gegenüber jeder Frau gesehen.

Sie sehen da wirklich keinen Widerspruch?

Nein, ich habe nie einen gesehen.

Vor allem junge Menschen in Europa erschreckt der Umgang von Präsident Trump mit dem Klima. Was würden Sie besorgten Kindern und Jugendlichen in Luxemburg und Europa dazu sagen?

Präsident Trump möchte sauberes Wasser. Er möchte das Beste für das Klima. Er möchte das Beste für die Erde. Seine Kinder und Enkelkinder sind echte Naturliebhaber, sie lieben es zu angeln und sind gerne draußen. Sie wollen saubere Parks, sie wollen Aufforstungen, damit wir nicht solche Brände haben wie in Kalifornien. Ich komme aus Kalifornien. Ich habe zwei Häuser durch Brände verloren! Weil die Wälder nicht richtig gepflegt werden! Diese Dinge sind Präsident Trump sehr wichtig, wie sie es auch sein sollten, und ich würde den europäischen Kindern sagen, dass ich denke, dass die Welt in sicheren Händen ist.

Wenn das Motto einer Regierung „Drill, Baby, Drill“ lautet, ist das doch beunruhigend …

… wir alle wollen die sauberste Erde, die wir haben können.

Aber Trump setzt alles auf fossile Energien und bekämpft die Erneuerbaren.

Bis eine gute Alternative gefunden wird, ist das der Weg. Aber da bin ich optimistisch. Vielleicht kommt die Erfindung dann aus Europa, wer weiß? Vielleicht sogar aus Luxemburg! Darum ist es eine solch großartige Zeit, am Leben zu sein – jedes Jahr wird etwas Neues entdeckt! Und so sehe ich auch die Zukunft von Luxemburg und den Vereinigten Staaten: Sie wird gemeinsam im Weltraum stattfinden.

Apropos Weltraum, zwei Fragen. Und vielleicht ein gemeinsames Interesse. Sie haben vor etwas mehr als zehn Jahren in zwei Science-Fiction-Filmen kleinere Rollen gespielt. Sind Sie ein Fan des Genres?

Nein, überhaupt nicht. Das tat ich damals für einen Freund.

Okay, dann zur zweiten. Sie folgen auf Instagram nicht sehr vielen Leuten. Einer der sehr wenigen aus Luxemburg ist Etienne Schneider, der ehemalige LSAP-Vizepremier. Wie kommt das?

Ich habe ihn getroffen, er ist ein kluger Mann. Er hat die Zukunft des Weltraums vor Jahren erkannt. Ich würde ihn als einen Visionär bezeichnen. Vielleicht mag er ja Science Fiction, fragen Sie ihn mal!

Werde ich bei Gelegenheit tun. Aber lassen Sie uns vorerst noch über die USA reden. Wann haben Sie Trump überhaupt kennengelernt?

In den späten 80ern. Da habe ich gelernt, wie man die Bühne für den „Art of the Deal“, die Kunst des Handelns, bereitet.

Der Mord an Charlie Kirk vergangenen September traf Sie schwer. Sie waren eng befreundet und spendeten an seine Organisation. Wurden Sie über Kirk politisiert und Teil der MAGA-Bewegung? Davor schienen Sie den Demokraten nahezustehen, posteten etwa Fotos mit dem Trump-Gegner Jon Bon Jovi …

… und mit Bill Clinton! Ich war unpolitisch. Und wissen Sie was? Es war großartig! Aber dann traf ich eines Tages Don Junior.

Den Unternehmer und ältesten Sohn von Donald Trump?

Genau, und Don Jr. sagte: Du bist so eine leidenschaftliche Person. Hast du schon mal daran gedacht, politisch zu werden? Und ich sagte: Nein, eigentlich nicht. Ich bin eine Mutter. Ich bin eine Geschäftsfrau. Ich schlafe gut nachts. Ich denke nicht wirklich über Politik nach.

Aber?

Aber ich habe zwei Söhne. Sie kamen zu mir und sagten, dass sie an der Universität beigebracht bekommen, was sie denken sollen, nicht, wie sie denken sollen. Ich erinnere mich an meine Zeit im College, als man beigebracht bekam, wie man denkt, und die besten Gespräche fanden spät in der Nacht im Flur oder im Klassenzimmer statt, mit unterschiedlichen Meinungen, bei denen man überhaupt nicht einer Meinung war. Aber man lernte von jedem und aus all diesen verschiedenen Quellen, und dann bildete man sich seine eigene Meinung. Meine Söhne sagten mir, dass es heute nicht mehr so sei, dass sie, wenn sie schrieben, was der Professor nicht mochte, durchfallen könnten. Das war wirklich entmutigend für mich als Mutter! Und hatte nichts mit rechts oder links zu tun – es ging um richtig und falsch. Und dann traf ich tatsächlich Charlie Kirk, der versuchte, Zensur an den Universitäten zu stoppen und die freie Meinungsäußerung zu fördern. Was genau das war, was ich für meine Kinder wollte.

Das Studium Ihrer Söhne hat Sie politisiert?

Ja, um die Meinungsfreiheit zu bewahren! Und, übrigens, diese Universitäten kosten eine Menge Geld. Sie machen sich keine Vorstellungen, hunderttausend Dollar pro College!

Ich muss ihr Recht verteidigen, das zu sagen, und ich muss konsequent sein – freie Meinungsäußerung ist freie Meinungsäußerung. Aber gefallen tun mir solche Kommentare natürlich nicht.

Stacey Feinberg über Shitstorms in den sozialen Medien

In Ihrer doch noch kurzen Zeit in Luxemburg haben Sie es bereits zu einer gewissen Bekanntheit gebracht …

… meine Kinder würden da wohl widersprechen! Würden Sie sie bitte anrufen und Ihnen das sagen? Aber ja, ich bin ein „busy girl“, ein viel beschäftigtes Mädchen.

Allerdings waren die Reaktionen nicht immer nur positiv.

Sie sprechen die Kommentare in den sozialen Medien an? Glauben Sie, dass mir die gefallen? Natürlich nicht! Aber raten Sie mal: Ich muss immer noch das Recht dieser Menschen verteidigen, das im Internet zu schreiben. Ich muss konsequent sein – freie Meinungsäußerung ist freie Meinungsäußerung. Aber gefallen tun mir solche Kommentare natürlich nicht.

Der Stimmungswandel betrifft nicht nur Sie. Innerhalb sehr kurzer Zeit hat sich der europäische Blick auf Amerika völlig gewandelt. Alles wird in Frage gestellt. Lässt sich das noch reparieren?

„Call me a Pollyanna“, nennen Sie mich eine Pollyanna! Vielleicht wissen Sie nicht, was dieses Wort bedeutet. In den Vereinigten Staaten bedeutet es: immer hoffnungsvoll. Und ich bin sehr hoffnungsvoll! Ich habe das Gefühl, dass das der Grund ist, warum ich hier bin. Deshalb hat der Präsident mich hierhergeschickt, und ich werde mein Bestes tun, um sicherzustellen, dass unsere beiden Länder so stark und vereint wie möglich sind. Ehrlich gesagt, ich bin die Brücke zwischen den beiden Ländern.

Wie macht man das? Eine solche Brücke sein?

Ich bin in den vergangenen zwei Wochen nach Washington, DC, gefahren und habe allen gesagt, dass Luxemburg vielleicht klein auf der Karte ist, aber riesig in seinem globalen Einfluss, riesig in den Möglichkeiten, riesig in der Innovation, riesig im Unternehmertum, enorm in den Möglichkeiten, die wir gemeinsam schaffen können. Und ein Land mit wirklich, wirklich netten, freundlichen Menschen, die einen nur willkommen heißen. Ich kenne die Leute, die die Kommentare auf Facebook hinterlassen haben, nicht. Aber ich kenne die Menschen, die ich treffe, und sie könnten nicht netter sein. I am a lucky girl.

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