„Verteidigung funktioniert mit Waffen“

Luxemburger Verteidigungsabteilung veröffentlicht KI-Banknoten mit Militärausrüstung

Die Abteilung für Verteidigung des Luxemburger Außen- und Verteidigungsministeriums hat auf Facebook KI-generierte Euro-Banknoten mit Militärmotiven veröffentlicht. Der Beitrag hat parteiübergreifend Kritik ausgelöst.

Die Verteidigungsabteilung hat Vorschläge für Eurobanknoten veröffentlicht. Darauf zu sehen: Waffen und Panzer

Die Verteidigungsabteilung hat Vorschläge für Eurobanknoten veröffentlicht. Darauf zu sehen: Waffen und Panzer Bild: Direction de la Défense mit KI

Die Luxemburger Verteidigungsabteilung hat mit KI-generierten Entwürfen für Euro-Banknoten eine Kontroverse ausgelöst. Anlass ist eine Online-Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) zum künftigen Design der Geldscheine. Die Behörde veröffentlichte am Donnerstag auf Facebook alternative Motive mit Panzern, Waffen und Militärflugzeugen.

„Die Europäische Zentralbank hat die Diskussion um die nächste Generation von Euroscheinen gestartet“, heißt es in dem Beitrag. Vögel, Kultur, Wissenschaft und Geschichte seien „top“ und „unsere Identität“. Als Alternative bringt die Verteidigungsabteilung, die der Aufsicht von Verteidigungsministerin Yuriko Backes (DP) unterliegt, das Thema europäische Sicherheit ins Spiel.

„Habt ihr sie noch alle!“

Der Beitrag löste scharfe Kritik aus. Claude Haagen (LSAP), der ehemalige Minister für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung sowie für soziale Sicherheit, schreibt in den Kommentaren, er hoffe, es handle sich um einen Fake-Account. Andernfalls könne er nur sagen: „Habt ihr sie noch alle!“

Fred Keup (ADR) hinterfragt die Ernsthaftigkeit der Veröffentlichung, die er in der Kommentarspalte als „Militarismus“ bezeichnet. „Dass eine Regierung solche Vorschläge unterbreitet, legt die Verantwortung auf Frau Backes“, so Keup. Luxemburg müsse sich nicht als Land präsentieren, „das ‚Sicherheit‘ ausschließlich im Sinne von Waffen versteht“.

„Schäme mich für die Verantwortlichen“

Auch der ehemalige Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo (LSAP) bezieht unter dem Beitrag Stellung: Er habe gehofft, dass es sich um einen „albernen Scherz“ handle, und schäme sich für die Verantwortlichen. Sollten keine Konsequenzen folgen, sei „ein Tiefpunkt“ erreicht worden. „Hier ist Luc Fridden (sic) gefordert …“, so di Bartolomeo.

„Vielleicht ist es nur ein (schlechter) Witz. Vielleicht sollte es einfach nur ein bisschen kreativ sein. Aber auch Witze vermitteln eine Botschaft“, schreibt der LSAP-Abgeordnete Yves Cruchten auf seinem Profil. Verteidigung sei zwar notwendig, Luxemburg dürfe jedoch nicht „die Aufrüstung feiern“. Militarisierung dürfe nicht Teil der Luxemburger Identität werden. „Luxemburg sollte weiterhin für seine Werte bekannt bleiben. Nicht für seinen Waffenkatalog.“

„Ein absolutes No-Go“

Dan Biancalana (LSAP) stellt die Frage, ob es sich bei dem Beitrag um „das neue luxemburgische Nation Branding“ handelt. Der Post sei „ein absolutes No-Go“ und stehe nicht im Einklang mit den Werten der Luxemburger Gesellschaft. „So nicht!“, schreibt der Abgeordnete.

Marc Goergen (Piraten) wiederum nennt den Beitrag in der Kommentarspalte „ganz schlimm“. Man sehe, in welche Richtung die CSV/DP-Regierung hinwolle. Auf seinem Profil schreibt er zudem, die Regierung habe „völlig den Verstand verloren“.

Verteidigungsabteilung bestätigt Echtheit

Auf Tageblatt-Nachfrage bestätigte ein Pressesprecher, dass der Post tatsächlich von der Verteidigungsabteilung stammt. Auf mögliche Kritik angesprochen, sagte er: „Verteidigung funktioniert mit Waffen, das ist klar“.

Luxemburger Verteidigungsabteilung veröffentlicht KI-Banknoten mit Militärausrüstung
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© Bild: Direction de la Défense mit KI

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