Mit Luxemburger Motiv
Europäer können über Design neuer Euro-Banknoten abstimmen
Noch sicherer und mit anderen Motiven: Die Euro-Währungshüter tüfteln seit einiger Zeit an einer neuen Banknotenserie. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen bei der Gestaltung ein Wörtchen mitreden.
Das vorgeschlagene neue Design der 10-Euro-Banknote ist bei der Veranstaltung zur Vorstellung der Entwürfe für die Euro-Banknoten zu sehen Michael Probst/AP/dpa
Wie sollen die Euro-Scheine künftig aussehen? Die Europäische Zentralbank (EZB) präsentiert zehn Entwürfe für die geplante neue Banknotenserie und befragt nun die Bürgerinnen und Bürger. Bis zum 21. September können sich Europäerinnen und Europäer an einer Online-Umfrage beteiligen.
Wahrscheinlich Ende 2026 wird der EZB-Rat einen Vorschlag auswählen. Bis die Menschen die neuen Banknoten in Händen halten, wird dann noch einige Zeit vergehen.
Euro-Banknoten seien mehr als ein Zahlungsmittel, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Vorstellung der von Grafikdesignern gestalteten Vorschläge. Es sei der Notenbank wichtig, die Stimme des Volkes dazu zu hören: „Die Banknoten gehören Ihnen.“ Der Euro ist gemeinsame Währung von rund 358 Millionen Menschen in 21 Ländern der Europäischen Union.
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel appelliert: „Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Meinung einzubringen und die Zukunft des Euro mitzugestalten.“ Je mehr Menschen abstimmten, „desto besser spiegeln die Euro-Banknoten künftig die Vielfalt und die Werte Europas wider“.
Berühmte Persönlichkeiten oder Flüsse und Vögel
In einer Vorauswahl für die Motive der neuen Banknoten hatte die EZB bereits Anfang vergangenen Jahres zwei Themen festgelegt. Für jedes liegen nun jeweils fünf Umsetzungsvorschläge vor:
- „Europäische Kultur“: Auf der Vorderseite der Scheine sind berühmte Europäer wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci verewigt. Die Rückseiten zeigen etwa Darstellungen von Straßenkünstlern oder einem Sängerfest.
- „Flüsse und Vögel“: Fokus ist in diesem Fall die „Widerstandskraft und Vielfalt der natürlichen Ökosysteme Europas“. Unter anderem Eisvogel und Weißstorch kommen zu Ehren. Auf der Rückseite der Scheine werden europäische Institutionen abgebildet, zum Beispiel das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und die EZB.
Auch Luxemburg vertreten
Auch Luxemburg kommt auf den neuen Noten vor – falls eine Serie mit Vogelmotiven das Rennen macht. Denn: Die Türme des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) sind auf den 50-Euro-Scheinen zu sehen.
Die EZB hatte Ende 2021 einen Prozess zur Neugestaltung der Geldscheine angestoßen. Notenbanken entwickeln regelmäßig neue Banknotenserien, um Kriminellen das Handwerk zu erschweren. „Mit verbesserten und innovativen Sicherheitsmerkmalen wollen wir den Fälschern immer einen Schritt voraus sein“, sagt Bundesbank-Präsident Nagel.
Scheine sollen länger halten
Zudem wollen die Euro-Währungshüter die Umweltfolgen der Produktion verringern: Ziel ist, dass die Scheine länger halten. Ein weiterer Aspekt: Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sollen die Banknoten besser erkennbar sein.
Die ersten Euro-Banknoten wurden am 1. Januar 2002 ausgegeben. Seit Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen komplett. Die Motive auf den aktuellen Euro-Banknoten sind – anders als bei den früheren nationalen Währungen wie der D-Mark – eher nüchtern: Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt.