Nach Kritik an Euro-Banknoten-Post
Ministerin Backes genehmigte umstrittenen Beitrag nicht – Verteidigungsdirektion entschuldigt sich
Nach erheblicher Kritik an ihrem Social-Media-Beitrag mit militärischen Motiven für künftige Euro-Banknoten hat die luxemburgische Verteidigungsdirektion Stellung bezogen. Die Behörde stellt klar, dass Verteidigungsministerin Yuriko Backes den Beitrag nicht genehmigt hatte, und entschuldigt sich für mögliche Missverständnisse.
Die Verteidigungsdirektion hat Vorschläge für Eurobanknoten veröffentlicht Bild: Direction de la Défense mit KI
Nach der Kontroverse um ihren Facebook-Beitrag mit KI-generierten Entwürfen für künftige Euro-Banknoten hat die luxemburgische Verteidigungsdirektion ihre Position erläutert. In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme stellt die Behörde klar, dass die Veröffentlichung nicht von Verteidigungsministerin Yuriko Backes (DP) genehmigt worden sei.
Kritik von allen Seiten
Luxemburger Verteidigungsdirektion veröffentlicht KI-Banknoten mit Militärausrüstung
Zugleich räumt die Verteidigungsdirektion ein, dass die veröffentlichten Visualisierungen bei einigen Bürgern „zu Verwirrung geführt und Gefühle verletzt haben könnten“. Man bedauere dies ausdrücklich, entschuldige sich dafür und bekräftige das Bekenntnis zu einer verantwortungsvollen Kommunikation.
Nach Angaben der Behörde entstand der Beitrag im Rahmen eines Trends in sozialen Netzwerken, an dem sich auch andere europäische Verteidigungsinstitutionen beteiligt hätten.
Keine Werbung für Militarismus
Die Verteidigungsdirektion weist zudem den Vorwurf zurück, mit den Bildern eine militaristische Botschaft verbreiten zu wollen. Die Europäische Union und Luxemburg stünden für Frieden, Demokratie, Menschenrechte und Freiheit. Die gezeigten militärischen Mittel seien dazu bestimmt, eben diese Werte zu schützen.
Mit den Visualisierungen habe die Luxemburger Verteidigung ihre entwickelten operativen Fähigkeiten hervorheben wollen, die der Sicherheit und Verteidigung des euro-atlantischen Raums dienten. Ziel sei es gewesen, die Herausforderungen der europäischen Verteidigung in einem für soziale Netzwerke geeigneten Format zu vermitteln. „Die Verteidigungsdirektion möchte betonen, dass es keineswegs darum geht, eine militaristische Sichtweise zu fördern“, geht weiter aus der Stellungnahme hervor.
Der ursprüngliche Facebook-Beitrag war am Donnerstag im Zusammenhang mit der Online-Konsultation der Europäischen Zentralbank zum künftigen Design der Euro-Banknoten veröffentlicht worden. Statt der von der EZB vorgeschlagenen Motive zeigte die Verteidigungsdirektion KI-generierte Entwürfe mit Panzern, Kampfflugzeugen und anderem militärischen Gerät. Daraufhin hatten zahlreiche Politiker sowie auch der Präsident der Armeegewerkschaft SPAL, Christian Schleck, den Beitrag scharf kritisiert. (DJ)