Chemieunternehmen in Steinfort
Indorama unterzeichnet Sozialplan mit Gewerkschaften
Der thailändische Chemiekonzern Indorama schließt sein Werk in Steinfort. Mehr als 100 Arbeitsplätze gehen verloren. Ein Sozialplan soll die Mitarbeitenden auffangen.
Indorama stellt unter anderem Plastikflaschen her Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Die Gewerkschaften OGBL und LCGB haben am Mittwoch zusammen mit Indorama einen Sozialplan für den Standort Steinfort unterzeichnet. Wie die Arbeitnehmervertreter mitteilten, beende die Unterschrift zwar die Verhandlungen, leite jedoch die Begleitung der betroffenen Beschäftigten ein. OGBL und LCGB bedauern das Aus des historischen Industriestandorts.
Der Sozialplan enthält Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung und Umschulung für die betroffenen Mitarbeiter. Zudem seien außergesetzliche Abfindungen vereinbart worden, die die gesetzlichen und kollektivvertraglichen Bestimmungen ergänzten.
Mehr als 100 Arbeitsplätze betroffen
Indorama teilte Anfang Juli mit, dass es seine Aktivitäten in Luxemburg beenden wird. Mehr als 100 Arbeitsplätze sind durch die Schließung des Werks in Steinfort betroffen. Die Gewerkschaften nannten es „eine brutale Entscheidung“.
Kritik von „déi Lénk“
Auch „déi Lénk“ kritisierte die Entscheidung des Unternehmens. Indorama, mehrheitlich im Besitz der thailändischen Familie Lohia, habe 2025 einen Umsatz von knapp 12 Milliarden Euro erzielt. Den Standort in Steinfort zu schließen, sei demnach „eine willkürliche Entscheidung eines multinationalen Konzerns“.
Indorama Ventures ist ein thailändisches Chemieunternehmen, welches hauptsächlich Polyester herstellt. Zu den Produkten gehören unter anderem PET-Flaschen, Polyesterfasern und -garne. 2025 verzeichnete Indorama einen Umsatz von fast 12 Milliarden Euro und betrieb Standorte in mehr als 30 Ländern. (dr)