Thailändisches Chemieunternehmen

Massenentlassungen: Indorama schließt Werk in Steinfort

Mehr als 100 Arbeitsplätze sind bedroht. Der Chemiekonzern Indorama mit einem Jahresumsatz von fast 12 Milliarden Euro beendet seine Aktivitäten in Luxemburg.

Indorama Produktionshalle mit modernen Maschinen zur Herstellung von Plastikflaschen aus Kunststoff

Indorama stellt unter anderem Plastikflaschen her Foto: Pixabay

Das thailändische Chemieunternehmen Indorama beendet seine Aktivitäten in Luxemburg, wie die Gewerkschaftsfront OGBL-LCGB am Mittwoch mitteilt. Mehr als 100 Arbeitsplätze sind durch die Schließung des Werks in Steinfort bedroht. Die Gewerkschaften nennen es „eine brutale Entscheidung“.

Für OGBL und LCGB ist es nicht zu verstehen, dass die Schließung als unvermeidlich dargestellt wird. „Es kann nicht hingenommen werden, dass eine Entscheidung mit derart schwerwiegenden Folgen einfach angekündigt wird, ohne dass zuvor gemeinsam mit allen betroffenen Akteuren ernsthaft über die industrielle Zukunft des Standorts nachgedacht wurde“, schreiben die Gewerkschaften. Sie haben deswegen um ein dringendes Gespräch mit Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) und Arbeitsminister Marc Spautz (CSV) gebeten.

Außerdem stelle die Schließung ein „außergewöhnliches und äußerst besorgniserregendes Ereignis“ für den gesamten luxemburgischen Industriesektor dar. Seit der Schließung des TDK-Standorts im Jahr 2007 habe Luxemburg keine Schließung eines Industriestandorts dieser Größenordnung mehr erlebt.

Linke fordert Eingreifen der Regierung

Auch „déi Lénk“ kritisiert die Entscheidung des Unternehmens am Mittwoch in einem Presseschreiben. Indorama, mehrheitlich im Besitz der thailändischen Familie Lohia, habe 2025 einen Umsatz von knapp 12 Milliarden Euro erzielt. Den Standort in Steinfort zu schließen, sei demnach „eine willkürliche Entscheidung eines multinationalen Konzerns“.

Das, was passiert, sei zudem kein Einzelfall. Die Fraktion verweist auf mehrere Werksschließungen und den Abbau von Arbeitsplätzen in den vergangenen Jahren, etwa bei Guardian, TDK, ArcelorMittal, Goodyear oder Dupont. Sie fordert, dem europaweiten „Trend zur Deindustrialisierung“ entgegenzuwirken.

Die Regierung dürfe eine „einfache Schließung, ohne eine Alternative für die Beschäftigten zu finden“, nicht hinnehmen und müsse Verantwortung übernehmen. In diesem Zusammenhang habe die Fraktion eine Dringlichkeitssitzung der beiden zuständigen Parlamentsausschüsse beantragt.

Indorama Ventures ist ein thailändisches Chemieunternehmen, welches hauptsächlich Polyester herstellt. Zu den Produkten gehören unter anderem PET-Flaschen, Polyesterfasern und -garne. 2025 verzeichnete Indorama einen Umsatz von fast 12 Milliarden Euro und betrieb Standorte in mehr als 30 Ländern. (dr/les)

1 Kommentare
Nomi 01.07.202613:38 Uhr

Schued fir d'Beleegschaft, me gutt dass dodurch manner Plastik zu Letzeburg produzei'ert gett !

Mir mussen iwerall do wo'u et meiglech ass Plastik ersetzen . (Glas) !

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