Drei Männer sind im Juli per Schuldeingeständnis verurteilt worden. Die Urteile belegen erstmals gerichtsfest, wie das Netzwerk arbeitete. Und die Ermittler interessierten sich auch für die Mailboxen zweier Minister.
Die Immigrationsaffäre ist auch ein unfreiwilliges Experiment: Vier Verwaltungen standen in derselben Betrugskette, zwei haben gehandelt, zwei haben gewartet. Was sie voneinander lernen könnten – eine Analyse.
Neue Recherchen zeichnen erstmals das Bild eines organisierten Netzwerks: drei mutmaßliche Drahtzieher, Komplizen in mehreren Behörden – und ein Ex-Minister, der interveniert haben soll. Auch die ADEM wurde durchsucht.
Verdächtige arbeiteten jahrelang weiter, Freigestellte wurden zurückgeholt: Die interne Chronologie der Einwanderungsbehörde zeigt, dass Konsequenzen nur auf Druck der Justiz folgten. Das Ministerium schweigt.