Einwanderungsbetrug

Verdächtig? Macht nichts, weiterarbeiten! Die Chronologie des Wegschauens im Innenministerium

Verdächtige arbeiteten jahrelang weiter, Freigestellte wurden zurückgeholt: Die interne Chronologie der Einwanderungsbehörde zeigt, dass Konsequenzen nur auf Druck der Justiz folgten. Das Ministerium schweigt.

Allzu eilig hatte man es im Innenministerium nicht, die Affäre aufzuklären

Allzu eilig hatte man es im Innenministerium nicht, die Affäre aufzuklären Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Als Innenminister Léon Gloden (CSV) vergangene Woche im RTL-Interview die Freistellung von fünf Mitarbeitern der Generaldirektion für Einwanderung (DGI) bestätigte, klang das nach entschlossenem Durchgreifen: drei Suspendierungen im April 2025, ein Mitarbeiter in Untersuchungshaft, zwei weitere Freistellungen nach den jüngsten Durchsuchungen.

Die interne Chronologie der Behörde, die der stellvertretende Leiter am Dienstag der Innenkommission vortrug, und die das Tageblatt durch Gespräche mit Abgeordneten rekonstruieren konnte, erzählt eine andere Geschichte. Eine Geschichte, in der Verdächtige weiterarbeiten, Freigestellte zurückgeholt werden und fast alle Konsequenzen erst folgen, als die Justiz vor der Tür steht.

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