Einwanderungsbetrug
Neue Enthüllungen: Das kriminelle Netzwerk wächst, Asselborn gerät ins Visier
Neue Recherchen zeichnen erstmals das Bild eines organisierten Netzwerks: drei mutmaßliche Drahtzieher, Komplizen in mehreren Behörden – und ein Ex-Minister, der interveniert haben soll. Auch die ADEM wurde durchsucht.
Jean Asselborn legt seine Hand dafür ins Feuer, nicht in Dossiers für Arbeitsmigranten involviert gewesen zu sein Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Ein Friseur, ein beeidigter Übersetzer, eine Sachbearbeiterin, ein Ex-Minister: In der Affäre um erschlichene Aufenthaltstitel bekommt das Netzwerk allmählich Gesichter – und es reicht weiter, als bislang bekannt war. Nach Recherchen des Online-Magazins Reporter.lu, die sich auf das Ermittlungsdossier stützen, haben die Ermittler einen weitverzweigten Handel mit Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen freigelegt, mit Komplizen vom Innenministerium über das Bildungsministerium bis zur Arbeitsagentur ADEM und der Gesundheitskasse CNS.
Zwischen 4.000 und 10.000 Euro soll eine Genehmigung gekostet haben, eine fiktive Adresse gab es demnach für 150 bis 200 Euro im Monat obendrauf. Die meisten der rund 30 Beschuldigten stammen laut Reporter.lu aus Balkanstaaten, hauptsächlich aus Montenegro. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.