Editorial

Inklusion darf nicht länger warten

Luxemburg stellt am Montag seinen dritten nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor. Trotz wichtiger Fortschritte bestehen weiterhin zahlreiche Hürden für Menschen mit Behinderungen.

Sein Ministerium war beim dritten Aktionsplan für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention federführend: Am Montag wird Familienminister Max Hahn mehr als nur ein Schulterzucken bereit haben.

Sein Ministerium war beim dritten Aktionsplan für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention federführend: Am Montag wird Familienminister Max Hahn mehr als nur ein Schulterzucken bereit haben. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Vor fast zwei Jahrzehnten hat sich Luxemburg dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Eingelöst ist dieses Versprechen bis heute nur teilweise. Am heutigen Montag wird bereits der dritte nationale Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgestellt. Welche Maßnahmen er konkret vorsieht, werden Betroffenenorganisationen und Presse erst im Laufe des Vormittags erfahren. Doch schon jetzt steht fest: Die Liste der noch zu bewältigenden Herausforderungen ist lang.

Dabei ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich inklusives Denken in Luxemburg langsam, aber sicher durchsetzt. Immerhin wurde in den vergangenen Jahren mit der Verabschiedung wichtiger Gesetze zur Barrierefreiheit, der Anerkennung der deutschen Gebärdensprache und der Reform des Wahlrechts, das nun auch Menschen unter Vormundschaft einschließt, einiges erreicht. Diese Fortschritte sind wichtig und dürfen nicht kleingeredet werden. Schließlich gaben bei der Volkszählung 2021 knapp 15 Prozent der Bevölkerung an, mit einer Behinderung zu leben. Inklusion ist somit kein Randthema, sondern betrifft einen erheblichen Teil der Bevölkerung.

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