Flughafen Luxemburg
Nachtflüge sind 2025 leicht zurückgegangen
Nachtflüge und ihr Lärm machen vielen Menschen in der Einflugschneise des einzigen Flughafens in Luxemburg zu schaffen. Die Zahl ist 2025 zwar im Verlgleich zum Vorjahr etwas zurückgeganen, bleibt aber auf hohem Niveau.
In Hamm fliegen die Maschinen knapp über die Häuser hinweg – nicht nur tagsüber, auch nachts Foto: Editpress/Julien Garroy
Jede Nacht donnern fast acht Flugzeuge über die Dächer Luxemburgs – zumindest rein rechnerisch. Dabei sind Nachtflüge im Großherogtum eigentlich verboten. Denn: Zwischen 23.01 und 5.59 Uhr ist der Flughafen geschlossen. 2025 sind trotz nächtlicher Sperrstunde 2.862 Passagier- und Cargo-Maschinen zu diesen Uhrzeiten auf dem Flughafen gelandet oder von dort gestartet, wie aus den neuesten Daten der „Administration de la navigation aérienne“ (ANA) hervorgeht. Insgesamt gab es vergangenes Jahr etwas mehr als 75.600 internationale Flüge.
Verglichen mit 2024 sind die Nachtflüge leicht zurückgegangen. Damals waren es 3.043 Stück. Der Trend zeigt in den vergangenen Jahren allerdings nach oben: 1.420 Nachtflüge wurden im Jahr 2020 verzeichnet. 2.553 im Jahr 2023 – und dann 2.862 im Jahr 2025.
Fast drei Viertel der Nachtflüge gingen auf Passagiermaschinen zurück, während Frachtflugzeuge nur rund ein Viertel ausmachten. Die Verteilung zwischen Starts und Landungen sieht bis auf ein paar Promille identitisch aus: Fast drei Viertel der Flugzeuge kamen während der Nachtruhe an, ein Viertel hoben dagegen vom Rollfeld ab.
Die meisten Flugzeuge starteten oder landeten zwischen 23 und 24 Uhr: 2.341 Stück. Während des ganzen Jahres gab es in acht Monaten mindestens ein tägliches Zeitfenster von einer Stunde, in dem kein Flug am Luxemburger Flughafen abgehoben oder angekommen ist. 2024 waren es noch lediglich vier Monate.
Die Regeln für Nachtflüge
Nicht alle Flugzeuge sind von der nächtlichen Sperre betroffen. Für einige Flüge gelten laut ANA dauerhafte Ausnahmen: Regierungsflüge, Flüge zu Such- und Rettungszwecken, Flüge im humanitären und gesundheitlichen Bereich, Flüge in Notfällen und Flüge, die im Rahmen internationaler Verpflichtungen des Großherzogtums Luxemburg durchgeführt werden.
Für Linienflüge – ob mit Passagieren oder Fracht – gelten wiederum andere Regeln. „Ein verspäteter Linienflug kann am geplanten Tag bis 24 Uhr abfliegen und/oder bis 23 Uhr am geplanten Tag ankommen“, schreibt die ANA auf ihrer Website. Im gleichen Atemzug wird die Regel relativiert: Kommt der Linienflug verspätet zwischen 23.01 und 5.59 Uhr an – darf er landen. Andersrum ist das Zeitfenster kleiner: Hat sich der Start verzögert, darf das Flugzeug nur noch zwischen 23.01 und 24 Uhr abheben.
Jedoch können jederzeit individuelle Verlängerungen bei der ANA beantragt werden. Mit einer Sondergenehmigung sind auch Starts von Linienflügen nach 24 Uhr möglich. Wer eine Ausnahme bekommt, muss dann am Ende jedes Quartals dem Verkehrsministerium Rechenschaft ablegen – woraufhin die ANA eine Analyse durchführt. Deren Anzahl ist auf 95 pro Jahr begrenzt.
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In den Statistiken der ANA gelten nur Flüge zwischen 23.01 und 5.59 Uhr als Nachtflüge: Das Luxemburger Umweltamt definiert die Nacht in ihrem Aktionsplan gegen den Flughafenlärm allerdings von 23 bis 7 Uhr. Bis einschließlich Juni 2019 hat auch die ANA die Ankünfte und Abflüge zwischen 6 und 6.59 Uhr zu den „Nachtbewegungen“ hinzugezählt. 2025 sind 4.747 Flugzeuge in diesem Zeitraum gestartet und gelandet. In keinem Zeitfenster starten so viele Maschinen. 2025 waren es 4.088. Würde man die Flüge in dieser Stunde zu den 2.862 Nachtflügen hinzuzählen, käme man auf 7.609 Flugbewegungen.