Asiatische Hornisse
Luxemburger Staat fördert die Entfernung von Nestern mit bis zu 300 Euro
Luxemburg verstärkt 2026 seine Maßnahmen gegen die Asiatische Hornisse und unterstützt private Grundstückseigentümer finanziell. Je nach Nestgröße können Eigentümer bis zu 300 Euro für die professionelle Entfernung von Hornissennestern erhalten.
Bis zu 300 Euro Unterstützung erhalten private Haushalte bei der Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse Foto: Boris Roessler/dpa
Luxemburg reagiert auf die zunehmende Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) mit einem neuen Notfallplan für 2026. Das teilt das Ministerium für Umwelt, Klima und Biodiversität gemeinsam mit der Verwaltung für Natur und Forstwirtschaft am Mittwoch mit. Ziel sei eine schnelle und koordinierte Reaktion, um die invasive Art einzudämmen und die lokale Biodiversität zu schützen.
Die Asiatische Hornisse breitet sich in Luxemburg weiter aus. Ein Phänomen, welches auf den Klimawandel zurückzuführen ist, da er die Überlebenschancen der Königinnen erhöht und das Wachstum der Kolonien begünstigt. Die Hornisse stellt vor allem eine Gefahr für heimische Bestäuber dar. Für die Bevölkerung besteht jedoch keine unmittelbare Bedrohung, solange Nester ungestört bleiben und Eingriffe ausschließlich von Fachkräften durchgeführt werden.
Nationale Koordination wird gestärkt
Um die Bekämpfung landesweit effizient zu gestalten, wird derzeit ein nationaler Managementplan aktualisiert. Koordiniert wird die Arbeit von einem Expertenteam unter Beteiligung der Naturverwaltung, der Verwaltung für technische Dienste der Landwirtschaft und der Luxemburger Veterinär- und Lebensmittelverwaltung. Ergänzend dazu legt der Notfallplan 2026 die kurzfristigen Maßnahmen fest, die erforderlich sind, um die Ausbreitung zu begrenzen.
Kern des Notfallplans ist die gezielte Entfernung der sogenannten Primärnester, die von den Königinnen im Frühjahr gebaut werden. Eine frühe Intervention ist entscheidend, da sie die Anzahl der im Sommer wachsenden Kolonien deutlich reduziert, aufwendigere und riskantere Eingriffe im Sommer verhindert und die effektivste Methode darstellt, um Bestäuberpopulationen zu schützen.
Finanzielle Unterstützung für Privatgrundstücke
Um die frühe Nestvernichtung zu fördern, stellt das Ministerium 2026 finanzielle Hilfen für Eigentümer von Privatgrundstücken bereit. Diese decken einen Teil der Kosten für spezialisierte Fachfirmen:
• Primärnester im Frühstadium: pauschal bis zu 50 Euro
• Primärnester im fortgeschrittenen Stadium: pauschal bis zu 100 Euro
• Sekundärnester (größer und komplexer): pauschal bis zu 300 Euro
„Um diese Unterstützung in Anspruch nehmen zu können, muss der Einsatz von einem geschulten Fachmann durchgeführt werden und den bewährten Praktiken der Bekämpfung entsprechen“, geht aus der Mitteilung hervor. Antragsformulare sowie die Bedingungen stehen auf guichet.lu oder per E-Mail an neobiota@anf.etat.lu zur Verfügung.
Auf öffentlichen Flächen übernimmt die Verwaltung für Natur und Wälder die Maßnahmen.
Artgerechte Identifikation ist entscheidend
Die Unterscheidung zwischen Asiatischer Hornisse und heimischen Arten, insbesondere der Europäischen Hornisse (Vespa crabro), ist laut Mitteilung von entscheidender Bedeutung. Letztere ist nützlich und wird nicht bekämpft. Bürger werden gebeten, verdächtige Nester über offizielle Plattformen zu melden und keine eigenen Eingriffe vorzunehmen.
Die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse stellt einen Teil einer umfassenderen Strategie zum Schutz der luxemburgischen Biodiversität und zur Stärkung der Widerstandskraft der Ökosysteme gegenüber dem Klimawandel dar.