Sanem
Chaos auf dem Beleser Galgenberg: Gemeinde will handeln und erwägt Poller-Lösung
Am Beleser Galgenberg spitzt sich die Situation an sonnigen Wochenenden zunehmend zu. Der Sanemer Gemeinderat diskutierte nun über mögliche Lösungen. Gleichzeitig wurde der Abriss der alten „Buvette“ in Belval beschlossen.
Ein dem Tageblatt zur Verfügung gestelltes Foto zeigt, wie mehrere Autos am vergangenen Wochenende „wildparkten“ Foto: privat
„Absolutes Chaos“ soll am Wochenende vom 16./17. Mai auf dem Beleser Galgenberg geherrscht haben. Das Naherholungsgebiet mit Wiesen, Grillplätzen und Spielanlagen ist ein beliebtes Ausflugsziel für Bürger aus nah und fern, insbesondere an sonnigen Wochenenden. Der große Andrang führt allerdings zu Problemen vor Ort. Darüber hat der Sanemer Gemeinderat am Freitag beraten.
Wegen des begrenzten Parkraums würden viele Besucher „wild“ parken. „Am genannten Wochenende war es so schlimm, dass in einer Notsituation nicht einmal eine Ambulanz, geschweige denn Feuerwehr oder Polizei, hätte hochfahren können“, schildert „déi Gréng“-Gemeinderat Serge Faber. Sowohl Bürgermeisterin Simone Asselborn-Bintz (LSAP) als auch Schöffe Mike Lorang (CSV) bestätigen, dass sie „schlimme“ Fotos der Situation erreicht hätten. Zusätzlich zur Parksituation bereiten auch der hinterlassene Müll sowie die Lärmbelastung den nahegelegenen Anwohnern Sorgen. DP-Gemeinderat Max Lehnen, der selbst unweit der betroffenen Stelle wohnt, gibt an, dass manche Anwohner sogar lieber an den Stausee fahren würden, als das Chaos im eigenen Naherholungsgebiet mitzuerleben.
Unzufrieden mit der Sicherheitsfirma
Eigentlich soll eine Sicherheitsfirma die Lage vor Ort regeln und patrouillieren. Doch die neue Firma, die in diesem Jahr übernommen hat, habe bisher nicht zufriedenstellend gearbeitet. „Ich war am Wochenende selbst vor Ort, um mir ein Bild zu machen“, schildert Asselborn-Bintz gegenüber dem Tageblatt. „Obwohl der Parkplatz komplett belegt war, ließ die Firma die Leute unten an der Schranke trotzdem hochfahren. Das ist nun unterbunden.“ Sie hoffe, dass sich die Situation nun wieder entspannen werde.
Außerdem steht im Raum, den Zugang zum Galgenberg mit einem Poller zu regeln. Dieser würde es – zusammen mit KI-Systemen – den betroffenen Anwohnern, deren Freunden sowie den Notfalldiensten ermöglichen, leichter Zufahrt zu erhalten. Myriam Cecchetti von „déi Lénk“ weist darauf hin, dass die Bürger eine ähnliche Lösung bereits vor Jahren abgelehnt hätten – und dass ein Poller das Parkproblem lediglich verlagern würde. Sie schlägt stattdessen eine Navette zum Galgenberg mit Anbindung an andere Parkmöglichkeiten in der Gemeinde vor.
Im Gemeinderat wurde außerdem beschlossen, dass die frühere „Buvette“ mit Umkleidekabinen bei den alten Tennisfeldern in Belval abgerissen wird. Das Gebäude befindet sich in einem maroden Zustand. Zudem wurde das Dach bei einem kürzlichen Sturm abgetragen. Der Abriss wird die Gemeinde voraussichtlich 61.500 Euro kosten, da mit Asbest gerechnet wird. Der Platz soll jedoch nicht leer bleiben. Was dort künftig entstehen soll, ist allerdings noch nicht entschieden. Im Raum stehen Überlegungen für ein Scouts-Home oder eine Außenstelle der Gemeindetagesstätten, wo Aktivitäten in Waldnähe stattfinden könnten.