Kayl/Tetingen
Gemeinderatssitzung: Weitere Planung und Entstehung des „Quartier Kayl-Nord“ in Konvention mit dem Staat festgehalten
In der Gemeinderatssitzung vom 15. Juli wurde eine Konvention mit dem Staat vorgestellt und angenommen, die eine finanzielle Entlastung der Gemeinde sowie ihr Mitbestimmungsrecht für das geplante „Quartier Kayl-Nord“ garantiert.
Wo heute Felder und Wiesen sind, soll in einigen Jahren ein 28 ha großes Wohnviertel entstehen Foto: Pierre Schreiner
In der Sitzung vom 15. Juli stellte Bürgermeister Jean Weiler (CSV) dem Gemeinderat den aktuellen Stand des Projekts „Quartier Kayl-Nord“ vor und erklärte die Bedeutung einer Konvention mit dem Staat.
Die von der Gemeinde im „Plan de développement particulier“ (PDP) festgelegten ökologischen, städtebaulichen und sozialen Qualitätskriterien, die auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung aus dem Jahr 2023 berücksichtigen, sind Bestandteil der Konvention und spiegeln die kommunale Zielvision für das neue Viertel wider.
„Kayl-Nord“ soll ein wohngeprägtes, funktional gemischtes und alltagsfähiges Viertel mit hoher Lebensqualität werden. Geplant bleiben rund 1.500 Wohnungen, von denen mindestens 30 Prozent die Kriterien von erschwinglichem Wohnraum erfüllen müssen. Die Gemeinde wird dadurch um mehr als 3.000 Einwohner wachsen. Ergänzt wird das Viertel durch eine Schule, Geschäfte, kleine Handwerksbetriebe, Cafés und Restaurants. Schwerpunkte liegen auf Verkehrsreduzierung, Naturnähe und Klimaneutralität: Das „Quartier“ soll verkehrsarm, ohne Durchgangsverkehr, mit gut erreichbaren Fuß- und Radwegen gestaltet werden, wobei Begrünung eine wesentliche Rolle spielt.
Personalwechsel im Schöffenrat der Gemeinde Kayl
Foto: Editpress/Alain Rischard
Im kommenden September wird der zweite Schöffe der Gemeinde Kayl, Brian Halsdorf (LSAP), sein Amt niederlegen. Grund ist die Unvereinbarkeit seines politischen Mandats mit seiner künftigen beruflichen Tätigkeit in der Magistratur. Als Nachfolger schlägt die LSAP Kayl-Tétange dem Gemeinderat Romain Daubenfeld vor, der als erster nicht gewählter Kandidat der LSAP-Liste nachrücken soll. Durch den Rücktritt Halsdorfs als Gemeinderat wird zudem Jérôme Vael als erster Ersatzkandidat in den Gemeinderat einziehen.
Durch die Konvention wird die Gemeinde als Mitglied des „Comité de pilotage“ in alle Entscheidungen und eventuelle Projektänderungen eingebunden sein.
Weiler betonte, dass die Konvention die Gemeinde auch finanziell entlasten werde, da der Staat die „Société nationale des habitations à bon marché“ (SNHBM) mit der weiteren Planung und Umsetzung beauftragen und damit Kosten für Studien, Genehmigungen und Organisation der Arbeiten übernehmen würde. Die finanzielle Beteiligung der Gemeinde würde sich in der Vorbereitungsphase vor allem auf Kosten für die Bürgerbeteiligung und 50 Prozent der Kommunikationskosten beschränken. Zudem stelle das Know-how der SNHBM in der Entwicklung komplexer Wohnviertel und der operativen Projektkoordination eine wesentliche Entlastung für die Gemeinde dar.
Romain Daubenfeld (LSAP) erkundigte sich nach dem Besitzstand der Grundstücke, die für „Kayl-Nord“ benötigt werden, und ob die geplanten Wohnungen verkauft oder vermietet werden sollen.
Weiler erklärte, dass noch eine gewisse Anzahl von Grundstücken in Privatbesitz sei und ein Teil davon wahrscheinlich bleiben werde. Diese würden aber auch im Bebauungsplan einklassiert und von der SNHBM in Bauparzellen eingeteilt. Private Bauherren müssten sich an alle baulichen Vorgaben halten, sowie auch an die Schaffung von 30 Prozent erschwinglichem Wohnraum. Für die Wohnungen seien sowohl Verkauf als auch Vermietung möglich.
Knackpunkt Zu- und Ausfahrt von „Kayl-Nord“
Um das Ortszentrum von Kayl nicht mit zusätzlichem Autoverkehr zu belasten, sollen die Zu- und Ausfahrt des neuen Viertels weitgehend über die Noertzinger Straße (CR165) erfolgen, die bereits heute stark belastet ist. Morgens staut hier der Berufsverkehr in Richtung Autobahn (A13) während ein bis zwei Stunden bis nach Tetingen und Rümelingen zurück. Das gleiche Bild am späten Nachmittag in entgegengesetzter Richtung: Rückstau bis zu den Ausfahrten der A13.
Von Rätin Viviane Petry („déi gréng“) und Rat Amilcar Caetano (ADR) darauf angesprochen, verwies Bürgermeister Weiler auf die Zuständigkeit der staatlichen Straßenbauverwaltung, mit der zu gegebener Zeit ein Konzept erarbeitet werde.
Die Antwort von Weiler blieb somit sehr vage, und obwohl noch einige Jahre Zeit bleiben, um ein Konzept auszuarbeiten, wird es kreativerer Lösungen bedürfen, um ein Verkehrschaos zu vermeiden.
Zum Schluss erinnerte Weiler daran, dass es sich beim zukunftsweisenden „Kayl-Nord“ um ein langfristiges Projekt handele, das sorgfältig geplant werden müsse und dessen Umsetzung sich in Etappen vollziehen werde. Der Gemeinderat stimmte dem weiteren Vorgehen und der Konvention zu.

„Kayl-Nord“ wird sich vom Zentrum Kayls bis zum nördlich fließenden „Puelbech“-Bach ausdehnen Quelle: Gemeinde Kayl-Tetingen