Asiatische Hornisse

Luxemburg setzt auf Koordination statt Ausrottung

Im Parlament versichert die Regierung, dass Rettungsdienste vorbereitet sind. Ein neuer Aktionsplan soll bis Ende April vorliegen und stärker auf Koordination und Unterstützung der Bürger setzen.

Asiatische Hornisse wird von Biologe mit schützendem Handschuh gehalten, Nahaufnahme, Schädlingsbekämpfung, Insektenforschung

Eine asiatische Hornisse wird von einem Biologen mit einem Handschuh gehalten Symbolfoto: dpa/Axel Heimken

Die Asiatische Hornisse war am Dienstag Thema im Parlament. Der Abgeordnete André Bauler (DP) richtete eine entsprechende Frage an Umweltminister Serge Wilmes (CSV) und Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV).

„Die Europäische Hornisse hat den Umfang einer großen Wespe und rote Markierungen. Die Asiatische Hornisse ist schwarz und sehr aggressiv“, sagte Bauler in seiner Einleitung. Einige Regionen in Europa würden ihm zufolge unter der invasiven Art leiden. Diese ernährt sich u.a. von Bienen, also von Bestäuberinsekten. In Spanien mussten Winzer daher Einbußen bei der Ernte hinnehmen. Das Land verzeichnete ebenfalls Todesfälle in Verbindung mit Stichen durch die asiatische Hornisse, so Bauler. Medienberichten zufolge handelte es sich hierbei um Allergiker.

Der Abgeordnete wollte anschließend von der Gesundheitsministerin wissen, ob die luxemburgischen Rettungskräfte und Krankenhäuser auf solche Fälle vorbereitet seien, da die Symptome sich beispielsweise von Bienenstichen unterscheiden würden. „Ja, sie sind darauf vorbereitet“, sagte Deprez. Insbesondere der Umgang bei einem anaphylaktischen Schock sei bekannt. Jährlich würden im Durchschnitt fünf Personen aufgrund von Insektenstichen ins Krankenhaus eingeliefert, so Deprez weiter.

Finanzielle Hilfen in Aussicht

Vom Umweltminister wollte Bauler erfahren, wann mit dem für das Frühjahr angekündigten Aktionsplan zu rechnen sei. Wilmes holte dazu etwas aus und verwies auf die Nachbarländer: „Unsere drei Nachbarstaaten haben es mittlerweile aufgegeben, die Asiatische Hornisse auszurotten.“ Zudem würden nur 30 bis 50 Prozent der Nester entdeckt, so Wilmes. Die Hauptakteure zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse bleiben ihm zufolge die Natur- und Forstverwaltung (ANF), das „Corps grand-ducal d’incendie et de secours“ (CGDIS), die Gemeinden und die Privatleute.

Konkreter zum Aktionsplan antwortete Wilmes schließlich, dass die zuständige „Groupe de travail“ aus ANF, der „Administration luxembourgeoise vétérinaire et alimentaire“ (ALVA), der „Administration des services techniques de l’agriculture“ (ASTA) ihre Arbeiten bis Ende April beenden werde. Der verbesserte Aktionsplan soll sich anschließend auf eine bessere Vernetzung und Koordination der einzelnen Akteure konzentrieren. Zusätzlich soll laut Wilmes eine zentrale Anlaufstelle für Bürger geschaffen werden. Diese könnten in Zukunft bei der Hornissenbekämpfung staatlich unterstützt werden. „Wir wollen eine finanzielle Hilfe geben, nur die Modalitäten der Hilfe müssen noch geklärt werden“, sagte der Umweltminister.

Auf die Frage, ob die Regierung selektive Fallen gegen Asiatische Hornissen fördern wolle, antwortete Wilmes nicht.

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