Asiatische Hornisse

Syvicol-Präsident warnt: Zeit drängt bei der Bekämpfung

Die Verbreitung der asiatischen Hornisse setzt Gemeinden und Imker zunehmend unter Druck. Im Frühling steht der jährliche Nestbau bevor. Beim kommunalen Interessenverband Syvicol wächst indes die Sorge, dass wertvolle Zeit verloren geht.

Gemeindeverantwortliche beim Syvicol-Treffen diskutieren Strategien zur Bekämpfung der asiatischen Hornisse

Beim Syvicol-Treffen tauschten sich die Gemeindeverantwortlichen u.a. über die Bekämpfung der asiatischen Hornisse aus Foto: Editpress/Georges Sold

Noch befinden sich die Königinnen in ihrer Winterruhe. Doch ab Ende Februar beginnen die asiatischen Hornissen allmählich den Nestbau. Und dann gehen sie auf die Jagd nach Bienen. Immer mehr Gemeinden beschäftigen sich deshalb mit der Frage, wie die Verbreitung der asiatischen Hornisse gedämmt werden kann. Am Montag war der Punkt nun auf der Tagesordnung des Interessenverbands „Syndicat des villes et communes luxembourgeoises“ (Syvicol). Laut dem Präsidenten Emile Eicher stellt die asiatische Hornisse mittlerweile ein ernsthaftes Problem dar: „Wir haben sowohl von den Gemeinden als auch von Einzelpersonen und Bienenzüchtern Anfragen zu dem Thema bekommen.“

Die invasiven Insekten, fachsprachlich „Vespa velutina nigrithorax“ genannt, stammen ursprünglich aus Südostasien. Im Jahr 2020 wurden sie erstmals in Luxemburg dokumentiert und seitdem haben sie sich stark verbreitet. Die asiatische Hornisse jagt unter anderem Honigbienen und andere Bestäuber. Das wirkt sich wiederum negativ auf Imkereien, Obstbauern und Winzer aus. Für den Menschen wird es vor allem dann gefährlich, wenn er sich einem Nest nähert.

Es reicht nicht, die Menschen zu sensibilisieren, damit sie Fotos machen können, sie [die Hornissen] müssen bekämpft werden

Emile Eicher

Syvicol-Präsident

Belgien als Vorbild

Eicher zufolge hat das Umweltministerium zwar eine Arbeitsgruppe zu dem Thema gegründet, doch er mahnte, dass das Problem schnell gelöst werden muss. Als Beispiel nannte er den belgischen Aktionsplan, demzufolge dringend und noch vor dem Frühjahr gehandelt werden muss, um die Königinnen zu bekämpfen. In Belgien würden demnach Materialien zur Verfügung gestellt und 240 Personen ausgebildet, um gegen die asiatische Hornisse vorzugehen, so Eicher. „Es reicht nicht, die Menschen zu sensibilisieren, damit sie Fotos machen können, sie [die Hornissen] müssen bekämpft werden.“

Die Stadt Arlon gibt auf ihrer Webseite an, ab Februar 2026 gemeinsam mit der Provinz Luxemburg und der Imkerschule „L’Abeille arlonaise“ einen koordinierten Bekämpfungsplan umzusetzen. Im Rahmen dessen werden 3.000 selektive Fallen kostenlos verteilt und eine Informationskampagne durchgeführt.

Michel Malherbe, Bürgermeister von Mersch, bei offizieller Veranstaltung im Rathaus

Michel Malherbe ist Bürgermeister von Mersch Foto: Editpress/Georges Sold

Beim Treffen des Syvicol am Montag gab der Bürgermeister von Mersch, Michel Malherbe (DP), an, dass in seiner Gemeinde bislang sieben Nester entfernt wurden. „Wir haben in Mersch jetzt zwei Personen, die sich darum kümmern“, sagte Malherbe. Diese seien speziell für den Umgang mit der asiatischen Hornisse ausgebildet worden.

Früher habe die Feuerwehr sich immer um solche Probleme gekümmert, sagte Eicher. Heute ist vor allem die Natur- und Forstverwaltung (ANF) die erste Zulaufstelle. Wie das Tageblatt im Herbst 2025 berichtete, ist nur eine einzige Person beim ANF für die Bekämpfung von Nestern ausgebildet. Diese entfernt die Brutstätten daher nur im öffentlichen Raum. Allein im vergangenen Jahr wurden so bis Oktober 175 Nester zerstört. Für die Bekämpfung der asiatischen Hornisse auf Privatgrundstücken hingegen müssen private Dienstleister kontaktiert werden. Eine einheitliche Strategie, wie die asiatische Hornisse landesweit bekämpft werden kann, fehlt bislang.

Anfang Januar antwortete Umweltminister Serge Wilmes (CSV) auf die parlamentarische Frage von Jeff Engelen (ADR), dass die Feuerwehr (CGDIS) die ANF vereinzelt bei der Nestbekämpfung unterstütze. Die sogenannte „Amtshilfe“ sei allerdings logistischer Natur. Die Bekämpfung von asiatischen Hornissen gehöre eigentlich nicht zu den Aufgaben der Feuerwehr: „Der CGDIS ist aus dem Grund auch nicht für eine solche Mission ausgerüstet oder ausgebildet.“

Der Umweltminister teilte zudem mit, dass an einer verbesserten Kommunikation hinsichtlich des Umgangs mit der asiatischen Hornisse gearbeitet werde. Die wichtigsten Informationen sollen Wilmes zufolge bis zur Saison 2026 vorliegen. Mit Blick auf den bevorstehenden Nestbau dürfte sich bald zeigen, ob das ausreicht.

Asiatische Hornisse wird von Biologe mit Schutzhandschuh sicher gehalten, Nahaufnahme des Insekts zur Schädlingsbekämpfung

Eine asiatische Hornisse wird von einem Biologen mit einem Handschuh gehalten Symbolfoto: dpa/Axel Heimken

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