„Kosmetische Korrekturen reichen nicht“

LSAP wirft Gemeindeführung Augenwischerei bei der Begrünung von Luxemburg-Stadt vor

Bei einer Pressekonferenz kritisierten die „Stater Sozialisten“ die Begrünungspläne der Stadt als unausgereift und forderten stattdessen rasch umsetzbare Maßnahmen, mehr Bürgerbeteiligung und eine grundlegend neue Vision für die Stadtentwicklung.

Olivier Bichel, Maxime Miltgen, Franz Fayot und Jeff van Luijk (v.l.)

Olivier Bichel, Maxime Miltgen, Franz Fayot und Jeff van Luijk (v.l.) Foto: Editpress/Jessica Oé

Einen Rundumschlag zum Thema Stadtentwicklung präsentierte die hauptstädtische LSAP-Sektion bei ihrer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen. Die „Stater Sozialisten“ forderten eine bessere Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger durch eine konsequentere Begrünung der Stadt – und führten den anwesenden Journalisten zugleich vor Augen, wie sich 40 Minuten ohne Schatten bei knapp 30 Grad anfühlen.

Im Mittelpunkt ihrer Forderungen steht eine klimaresiliente Gestaltung des öffentlichen Raums. „Der öffentliche Raum muss unser wichtigster Verbündeter im Kampf gegen die Hitze sein“, betonte Gemeinderätin Maxime Miltgen. Die LSAP fordert unter anderem die Entsiegelung versiegelter Flächen, die Pflanzung großer Bäume, die Schaffung von Pocket Parks sowie mehr Trinkwasserbrunnen, Wasserspiele und schattige Aufenthaltsbereiche. „Die Stadt Luxemburg verdient mehr als kosmetische Korrekturen. Sie verdient eine neue Vision“, sagte Miltgen.

Diese Vision vermisst die LSAP bei der DP-CSV-Koalition unter Bürgermeisterin Lydie Polfer. Der Konsum stehe im Mittelpunkt der Stadtplanung, während andere Bedürfnisse in den Hintergrund rückten. Dabei zeigten zahlreiche Städte im In- und Ausland, dass sich mehr Grünflächen und Veranstaltungsräume keineswegs ausschließen.

Schnell und nachhaltig handeln

Der LSAP-Abgeordnete Franz Fayot plädierte für rasch umsetzbare Maßnahmen statt langwieriger Planungen. Als Beispiel nannte er die Fläche am Boulevard Dr. Charles Marx, die kurzfristig in einen begrünten Aufenthaltsraum mit Bäumen, Spielmöglichkeiten und Sitzgelegenheiten umgestaltet werden könnte. Da die Pressekonferenz auf der dortigen Wiese stattfand, konnten sich die Journalisten selbst ein Bild machen. Die Fläche, die unmittelbar an die Petruss grenzt, präsentierte sich nach der Trockenheit der vergangenen Wochen als ausgedörrte Beton- und Schotterfläche mit wenigen vertrockneten Grasbüscheln, gleich neben einem tiefergelegenen bewaldeten Gebiet.

Jeff van Luijk forderte mehr Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung. Entscheidungen würden zu häufig über die Köpfe der Einwohner hinweg getroffen. Deshalb schlägt die LSAP einen permanenten Bürgerrat nach dem Vorbild anderer Gemeinden wie Esch vor.

Olivier Bichel, Co-Präsident des Komitees der „Stater Sozialisten“, richtete den Blick auf die künftigen Stadtentwicklungsgebiete wie Laangfur, Nei Hollerich und Kuebebierg. Die Erfahrungen aus der Cloche d’Or hätten gezeigt, dass Grünflächen von Anfang an Teil der Planung sein müssten. Höhere Bebauungsdichte und mehr Natur schlössen sich nicht aus.

Kritik übte die LSAP auch an den jüngst vorgestellten Begrünungsplänen der Stadt. „Unser Eindruck ist, dass dieses Konzept etwas überstürzt vorgestellt wurde“, sagte Miltgen. Zwar seien viele Ansätze sinnvoll, doch es fehlten wichtige Elemente. Einige der präsentierten Projekte beträfen Flächen, die bereits anderweitig verplant seien und langfristig nicht als öffentliche Grünräume erhalten blieben. Deshalb fordert die LSAP unter anderem die Erstellung eines Hitzekatasters, um Hitzeinseln wissenschaftlich zu erfassen und Maßnahmen gezielt dort umzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Bichel ergänzte abschließend: „Wir haben keine fünf Jahre Zeit mehr, um weiter abzuwarten. Viele Maßnahmen müssen jetzt umgesetzt werden.“ Dem Begrünungskonzept der Stadt fehle eine klare Gesamtstrategie. Es enthalte zwar gute Ansätze, lasse aber die notwendige Kohärenz vermissen.

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