Gefährliche Chemikalien
EU-Kontrollen decken Schadstoffe in günstigen Produkten auf – Kinderkleidung in Luxemburg betroffen
EU-weite Kontrollen haben gefährliche Chemikalien in wasserdichter Kinderkleidung und zu hohe Schwermetallwerte in Modeschmuck nachgewiesen. Auch in Luxemburg wurden die zulässigen Grenzwerte überschritten.
Die EU hat gesundheitsschädliche Ewigkeitschemikalien in Kinder-Regenjacken festgestellt Symbolfoto: Magnific/prostooleh
Bei Kontrollen in zwölf EU-Mitgliedstaaten – darunter Luxemburg – haben Behörden gefährliche Chemikalien in Kinderkleidung und Modeschmuck nachgewiesen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Umweltverwaltung vom Montag hervor. Die Untersuchungen fanden im Rahmen der europäischen Initiative CASP („Coordinated Activities on Product Safety“) statt.
Jedes fünfte Produkt verstößt gegen EU-Vorgaben
Dabei zeigte sich, dass jedes dritte getestete wasserdichte Kleidungsstück für Kinder in der EU beschränkte chemische Stoffe enthielt. Beim Modeschmuck überschritt jedes dritte Produkt die gesetzlich festgelegten Grenzwerte für Schwermetalle. Insgesamt untersuchten die Behörden 128 breit verfügbare und auffallend kostengünstige Produkte, sowohl aus dem stationären Handel als auch aus dem Onlineverkauf.
Das Ergebnis: Bei 25 davon – knapp 20 Prozent – stellten sie gefährliche chemische Stoffe oder Schwermetalle fest. Die Produkte entsprachen damit nicht den europäischen Anforderungen und stellten insbesondere für Kleinkinder gesundheitliche Risiken dar.
PFAS gefährden Umwelt und Gesundheit
Zu den nachgewiesenen Stoffen gehören unter anderem sogenannte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Hersteller setzen die Chemikalien ein, um Textilien wasser- und schmutzabweisend zu machen. Sie sind langlebig, bauen sich in der Umwelt nur schwer ab und können sich im Körper anreichern. Zudem werden sie mit möglichen Schäden am Immun-, Hormon- und Fortpflanzungssystem in Verbindung gebracht. Auch Schwermetalle stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Blei und Cadmium können die neurologische Entwicklung beeinträchtigen und Organe wie die Nieren schädigen. Nickel kann allergische Hautreaktionen auslösen. Die zuständigen Behörden veranlassten laut Verwaltung den Rückruf der betroffenen Produkte oder untersagten ihren weiteren Verkauf.
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In Luxemburg fallen fünf Artikel durch
In Luxemburg kontrollierte das Umweltamt im August 2025 Regenjacken und Regenhosen auf verbotene PFAS‑Chemikalien. Dabei stellte sich heraus, dass fünf der 15 kontrollierten Produkte die gesetzlichen Grenzwerte deutlich überschritten.
Die betroffenen Produkte wurden laut Umweltverwaltung bereits im vergangenen Jahr vom Markt genommen und zusätzlich im europäischen Schnellwarnsystem „Safety Gate“ veröffentlicht. Betroffen waren Produkte von H&M (Kinder-Regenjacke), JBC/Fish&Chips (Kinder-Regenjacke), Karrimor (Kinder-Regenhosen), Sports Direct (Kinder-Regenjacke) sowie Quechua (Kinder-Regenjacke).
Empfehlungen für Verbraucher
Die Umweltverwaltung empfiehlt Verbrauchern, auf klare Angaben zu Herstellern und Vertreibern zu achten, regelmäßig Produktwarnungen auf Safety Gate zu prüfen und Rückrufhinweise zu beachten. Sicherheitsprobleme können sie über das Consumer Safety Gateway melden.