Rodange

Die Bauarbeiten am umstrittenen Hotel im Doihl beginnen kurz vor Ablauf der Baugenehmigung

Das Dossier im Doihl mit den zahlreichen Bauprojekten gehört zu den größten Streitpunkten der vergangenen Jahre in der Gemeinde Petingen. Nun sind die Bagger angerollt, um die Bauarbeiten am Hotel zu beginnen.

Baustelle mit ersten Arbeiten für neues Hotel im Doihl bei sonnigem Wetter

Die ersten Arbeiten für das künftige Hotel im Doihl haben begonnen Foto: Editpress/Alain Rischard

Die Bagger sind im Doihl vorgefahren und die Baustelleneinrichtung für das Hotelprojekt in Rodange hat begonnen. Das bestätigen am Dienstagmorgen sowohl Bürgermeister Jean-Marie Halsdorf als auch der Präsident der Doihler Bürgerinitiative Henri Krecké am Telefon.

Das Dossier begleitet die Gemeinde Petingen schon lange: Das erste Mal vorgestellt wurde das Projekt vor zwölf Jahren. Der damalige Gemeinderat stellte sich hinter die Idee. Doch die Entwicklung dauerte an. Erst im Februar 2023 erteilte der damalige Bürgermeister Pierre Mellina die Baugenehmigung. Sie wurde einmal verlängert und drohte in wenigen Tagen auszulaufen. Laut an der Baustelle aushängen Informationen wurden die Bauarbeiten am 29. Januar begonnen und sollen rund 30 Monate (etwa 2,6 Jahre) dauern.

12 Meter hohes Gebäude am Waldrand in naturnaher Umgebung geplant

Direkt am Wald soll das 12 Meter hohe Gebäude entstehen Foto: Editpress/Alain Rischard

Das Hotelprojekt

Knapp 100 Meter lang und zwölf Meter hoch soll das Hotel mit knapp 60 Zimmern werden. Bauherr ist, das bestätigte die Gemeinde dem Tageblatt im vergangenen Jahr, ein privater Investor. Es handelt sich um die 2019 gegründete Tecto Domus, deren Geschäftszweck bei Editus mit „Vermietung und Betrieb von eigenen oder gemieteten Immobilien“ angegeben wird. Fünf Gewerbetreibende aus Petingen haben sich darin zusammengeschlossen. Des Weiteren solle eine „Wellness“-Einrichtung neben dem Hotel entstehen, die über einen Tunnel mit dem Gebäude verbunden sei.

Jahrelang sind die Bürgerinitiativen „Doihl“ und „Kordall“ dagegen Sturm gelaufen. Das große Problem in ihren Augen: Die Auswirkungen auf die Natur. Denn die Projekte liegen direkt an Natura-2000-Zonen und am „Tëtelbierg/Fond-de-Gras“, einem „Naturschutzgebiet von nationalem Interesse“ (ZPIN). Tatsächlich musste, um das Hotel überhaupt zu ermöglich, ein Teil des Gebiets erst zur Bauzone umklassiert werden.

Bürgerinitiative gibt sich geschlagen

„Jetzt müssen wir die Waffen strecken“, sagt Henri Krecké am Telefon. Mit ihrem „Recours“ vor dem Verwaltungsgericht sind die Bürgerinitativen gescheitert, weil sie eine Frist von 40 Tagen nicht eingehalten haben. „Wir haben wegen eines Formfehlers verloren. Über den eigentlichen Grund unserer Beschwerde wurde nie geredet“, ärgert sich Krecké. Er führt auch an, dass Kommune und Ministerien viel größere Mittel für einen Rechtsstreit hatten. Insgesamt sein es ein „Dialog der Tauben“ gewesen.

„Ich habe die Moral etwas verloren“, sagt Krecké. Er sei weiterhin gegen das Hotel, aber das sei nun nicht mehr zu verhindern. „Was an Folgeschäden in den kommenden Jahren auftritt, damit müssen dann die Verantwortlichen zurechtkommen. Wir haben sie gewarnt.“ Die Bürgerinitiative werde den Bau auf jeden Fall intensiv verfolgen. „Wir hatten gehofft, dass jemand den politischen Mut hat, einen Schritt zurück zu gehen und das Gesamtpaket – Hotel, Wellness, Parkplatz – noch einmal zu überdenken. Aber alle Alternativen, die wir vorgeschlagen haben, wurden abgeschmettert.“

Deutlich optimistischer gibt sich Bürgermeister Jean-Marie Halsdorf am Telefon. Er freue sich darüber, dass das Projekt nun endlich ins Rollen komme. „Es ist ein gutes Projekt für die Gemeinde, das uns viel bringen wird.“ Demnächst soll es dann auch im Dossier Wellness weitergehen. 2026 ist die Abstimmung über die Pläne im Gemeinderat vorgesehen, im Budget beläuft sich der Posten auf 150.000 Euro. Und auch die anderen Projekte in der direkten Nachbarschaft sind im Budget zu finden: Fünf Millionen Euro für den Bau einer Energiezentrale sowie eines Parkhauses in der rue de la Piscine und 100.000 Euro für die konkrete Planung der sogenannten „Bëschcrèche“.

Baustelle für modernes Parkhaus und Energiezentrum neben Hotelbau, Fortschritt bei Rohbauarbeiten sichtbar

In direkter Nachbarschaft der Hotelbaustelle findet sich auch die Baustelle für ein neues Parkhaus und Energiezentrale. Hier ist man allerdings schon ein Stück weiter mit den Arbeiten. Foto: Editpress/Alain Rischard

1 Kommentare
Grober J-P. 11.02.202609:47 Uhr

"Fünf Gewerbetreibende aus Petingen" Die da sind, Frau Oé?
„Wir hatten gehofft, dass jemand den politischen Mut hat, einen Schritt zurück zu gehen "
Keine Chance H. Krecké, wenn die "Politik" mit drin steckt.
Haben Sie schon gelesen wie Luxemburg in der Korruptionsstatistik abrutscht?
"zur Bauzone umklassiert werden." Geschieht in letzter Zeit immer öfter, zurückklassieren ist wahrscheinlich keine Option mehr, warum wohl?

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