Preise
Statec korrigiert Inflationserwartung für 2027 nach unten
Luxemburg wird weniger schnell teurer. Die nationale Statistikbehörde senkt ihre Inflationsprognosen für dieses und kommendes Jahr. Rosig sieht es trotzdem nicht aus – und das liegt nicht nur an der Straße von Hormus.
Die Lebenshaltungskosten sollen weniger schnell steigen Foto: Editpress
Die Statistikbehörde Statec senkt ihre Inflationsprognose deutlich. Für 2026 rechnet sie nur noch mit 1,8 Prozent statt der im Mai erwarteten 2,5 Prozent. Für 2027 sagt sie in einem am Mittwoch erschienenen Kommuniqué noch 2,1 Prozent voraus.
Naher Osten und Resilienzpaket
Der Hauptgrund für die Anpassung liegt im Nahen Osten. Nach der Deeskalation im Juni öffnete sich die Straße von Hormus wieder, Öl- und Gaspreise fielen rasch. Ende Juli schloss sich die Meerenge erneut, die Kurse zogen wieder an. Unter dem Strich blieben die Energiepreise aber unter den befürchteten Preisen vom Frühjahr.
Dazu kommen die Entlastungen des Resilienzpakets, welches im Rahmen der Tripartite beschlossen wurde: Seit Juli sind Diesel und Benzin fünf Cent pro Liter billiger, seit August auch Heizöl, Strom und Gas. Das drückt die Inflation um 0,3 Prozentpunkte. Die Maßnahmen laufen Ende 2026 aus. Im Januar 2027 steigen die Preise deshalb wieder sprunghaft an.
Maßnahmen im Detail
Regierung und Sozialpartner unterzeichnen Tripartite-Abkommen
Index erst 2027, es sei denn...
Für 2027 verlagert sich das Risiko laut Statec vom Öl auf Lebensmittel und Gas. Die Hitzewellen im Frühjahr und Sommer 2026 und ein El Niño, den internationale Wetterdienste bis Jahresende als stark bis sehr stark einstufen, könnten die Preise für Agrarrohstoffe treiben. Betroffen wären vor allem tropische Früchte wie Avocado und Bananen. Hinzu kommt teurer Stickstoffdünger, für dessen Herstellung Erdgas der wichtigste Rohstoff ist. Die Lebensmittelpreise sollen 2026 um 2,1 Prozent steigen, 2027 um 2,4 Prozent.
Auch beim Gas sieht Statec ein Risiko. Die europäischen Speicher sind vor der Heizperiode schlechter gefüllt als sonst um diese Zeit. Ab dem Winter 2026/27 könnte das die Preise nach oben treiben.
Im Juli lag die Inflation in Luxemburg bei 2,2 Prozent, in der Eurozone bei 2,9 Prozent. Die Energiepreise stiegen hierzulande um sieben Prozent, die Lebensmittelpreise um rund 1,5 Prozent. Die nächste Indextranche erwartet Statec im dritten Quartal 2027. Nur bei einem neuen Preisschub bei der Energie käme sie schon im vierten Quartal 2026. (hat)