Finanzplatz Luxemburg

Im ersten Halbjahr 2026 bleiben die Gewinne der Banken auf Rekordniveau

Nach drei Rekordjahren in Folge haben die Luxemburger Banken in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 erneut hervorragende Ergebnisse verbucht.

Der Bankenplatz steht hierzulande für mehr als 26.500 Arbeitsplätze

Der Bankenplatz steht hierzulande für mehr als 26.500 Arbeitsplätze Foto: Christian Muller

Die 118 in Luxemburg ansässigen Banken haben im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn vor Rückstellungen und Steuern von zusammengerechnet 5,32 Milliarden Euro erwirtschaftet, wie die Finanzaufsicht CSSF in einer Pressemeldung mitteilt. Das entspricht einem Anstieg von 5,4 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum und ist fast gleich viel wie die 5,33 Milliarden Euro von den ersten sechs Monaten im Rekordjahr 2024.

Die insgesamt gute Entwicklung zeigt im Detail jedoch ein gemischtes Bild: Während die Zinsmarge (der Unterschied zwischen dem, was Banken für verliehenes Geld bekommen, und dem, was sie für Sparguthaben zahlen) um 3,3 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro stieg, haben die Kreditinstitute deutlich mehr Wachstum im Geschäft mit Kommissionen auf Finanztransaktionen verbuchen können. Die Einnahmen aus Kommissionen der in Luxemburg beheimateten Banken legten um stolze 9,6 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu.

Hintergrund des Anstiegs bei der Zinsmarge sind starke Zuwächse bei der Bilanzsumme der Banken, präzisiert die CSSF. Diese Zahl, die für das Geschäftsvolumen der Kreditinstitute steht, ist innerhalb eines Jahres um 6,4 Prozent auf mehr als tausend Milliarden Euro gestiegen. Im Juni war hier, mit 1.050.934.000.000 Euro, ein neuer historischer Rekord erreicht worden, wie neue Zahlen der Zentralbank zeigen.

Profitiert von einem Anstieg der Zinsmarge haben jedoch nicht alle Banken, so die Finanzaufsicht in ihrer Pressemeldung. Nur 62 Prozent der 118 Banken konnten in diesem Bereich ihr Ergebnis steigern.

Vermögensverwaltung als Wachstumstreiber

Profitieren vom Wachstum im Geschäft mit Kommissionen auf Finanztransaktionen hingegen konnten 70 Prozent der Luxemburger Banken. Hierzu zählen besonders Kreditinstitute, die Dienstleistungen im Bereich der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden sowie Investmentfonds anbieten, teilt die CSSF weiter mit.

Ihnen hilft, dass das Volumen der Gelder, die von Luxemburger Investmentfonds verwaltet werden, sich seit 2025 wieder auf neue Rekordhöchststände zubewegt. Im September 2025 hatte das Volumen der verwalteten Gelder erstmals die Summe von 6.000 Milliarden Euro überschritten. Seitdem ist sie weiter gewachsen: Ende Juni waren es dann bereits 6.731 Milliarden Euro. Der Wert des Nettovermögens der Fonds spielt eine wesentliche Rolle bei der Berechnung der Gebühren, die die Depotbanken erhalten.

Weniger schnell als die Einnahmen sind im ersten Halbjahr die Kosten der Kreditinstitute gestiegen. Bei den allgemeinen Kosten war es ein Plus von 3,3 Prozent, bei den Personalkosten ein Plus von 3,2 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2026 bleiben die Gewinne der Banken auf Rekordniveau

Die aktuellen Zahlen folgen auf drei außergewöhnlich erfolgreiche Jahre. 2024 hatten die Luxemburger Banken erstmals in ihrer Geschichte einen Nettogewinn von mehr als sieben Milliarden Euro erwirtschaftet – zehn Prozent mehr als im ohnehin schon rekordverdächtigen Jahr 2023. Vergangenes Jahr hatte das Plus insgesamt 6,9 Milliarden betragen.

Die Zahl der Jobs in diesem Bereich belief sich zur Jahresmitte auf insgesamt 26.560 Arbeitsplätze. Das sind leicht mehr als ein Jahr zuvor. Ihren historischen Rekordstand hatte die Zahl der Jobs bei den Banken im September 2008 erreicht (27.269). In den Jahren 2014 und 2015 war sie dann auf unter 26.000 gefallen, später jedoch wieder auf über 26.000 gestiegen. Die Banken stehen für etwa die Hälfte der Jobs des Luxemburger Finanzsektors.

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