Wettbewerb der Finanzzentren

Finanzplatz Luxemburg klettert weltweit auf Platz 16 – aber verliert Bewertungspunkte

Im neuen Ranking der Finanzplätze hat sich Luxemburg leicht verbessert: Laut Global Financial Centres Index steht es nun weltweit auf Platz 16. Innerhalb der EU belegt es den zweiten Platz. Kein Finanzplatz aus der EU schafft es jedoch in die globalen Top 10.

Der Finanplatz Luxemburg hat sich war im Ranking verbessert, aber insegsamt weniger Punkte erhalten

Der Finanplatz Luxemburg hat sich war im Ranking verbessert, aber insegsamt weniger Punkte erhalten Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Der Global Financial Centres Index (GFCI) ist ein wichtiges Marketinginstrument für Finanzstandorte. Zweimal im Jahr wird das Ranking veröffentlicht. Untersucht werden Aspekte wie Geschäftsumfeld, Entwicklung des Finanzsektors, Infrastruktur, Fachwissen der Mitarbeiter, Ruf des Platzes und einige weitere Faktoren. Hinzu kommen die Ergebnisse einer Online-Umfrage. Untersucht wurden für diese 39. Ausgabe des Rankings 137 Finanzplätze weltweit.

Luxemburg steht nun, laut dem Ranking von März 2026, auf Platz 16 der wichtigsten Finanzplätze der Welt. Das ist eine leichte Verbesserung zur vorherigen Ausgabe des Rankings, und deutlich besser als im März 2022, als das Großherzogtum gerade mal Platz 27 erreicht hatte. Die bessere Positionierung, die das Großherzogtum in der entfernteren Vergangenheit mal erreicht hatte, bleibt jedoch unerreicht. Im September 2020 beispielsweise lag der Standort weltweit auf Platz zwölf.

Innerhalb der Europäischen Union schneidet Luxemburg derweil wieder ziemlich gut ab. Mit der nun erreichten Verbesserung im Ranking zählt der Standort zum zweitwichtigsten Finanzplatz der Staatenunion. Lediglich Ende 2020 hatte das Land noch besser abgeschnitten.

Als wichtigstes Finanzzentrum der EU gilt derzeit Frankfurt. Einen bedeutenden Schub hatte der Anziehungskraft der Stadt die Entscheidung gegeben, den Sitz der europäischen Bankenaufsichtsbehörde und der Europäischen Zentralbank hierhin zu verlagern. Trotzdem ist der Vorsprung Frankfurts nur sehr knapp. Die Stadt am Main schafft es nicht in die globalen Top 10 und liegt nur einen Platz vor Luxemburg.

Luxemburg ist Nummer zwei in der EU

Leicht beruhigend für das Großherzogtum dürfte im aktuellen Ranking sein, dass die französische Hauptstadt Paris wieder leicht hinter Luxemburg, auf Platz drei innerhalb der EU, und Platz 19 weltweit, zurückgefallen ist.

Die 20 wichtigsten Finanzplätze der Welt

Die 20 wichtigsten Finanzplätze der Welt

Die französische Regierung versucht derzeit, eine Zentralisierung der Aufsicht des europäischen Kapitalmarktes bei der ESMA in Paris voranzutreiben. Getrieben sei dies vom französischen Nationalinteresse, hatte der Luxemburger Verband der Investmentfondsbranche kürzlich beklagt. Frankreich hoffe, mehr Geschäft für sich zu gewinnen. Auch die Luxemburger Regierung schaut mit Skepsis auf die französischen Pläne.

Ebenfalls beruhigend für das Großherzogtum dürfte im aktuellen Ranking sein, dass die irische Hauptstadt Dublin wieder weiter hinter Luxemburg liegt. Der Standort Dublin hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Aufholjagd im Ranking hingelegt. Im Jahr 2022 belegte er noch den 43. Platz weltweit – im März 2025 hatte er dann kurzzeitig Luxemburg überholt und Rang 14 weltweit erreicht. Die irische Hauptstadt und Luxemburg sind seit vielen Jahren Wettbewerber im Bereich der Investmentfonds. Vor allem bei ETFs (Exchange Traded Funds) haben die Iren Luxemburg in den letzten Jahren hinter sich gelassen.

Im aktuellen Ranking befindet sich Dublin nun nur noch auf dem 5. Platz innerhalb der EU wieder. Überholt wurde es zudem von der niederländischen Stadt Amsterdam, die ihrerseits jetzt den vierten Platz belegt.

Die EU schneidet nicht gut ab

Insgesamt gilt es zu bemerken, dass die EU-Finanzzentren in dem Ranking erneut nicht besonders gut abschneiden. Das wichtigste Finanzzentrum des Kontinents liegt nicht einmal in der Staatenunion. Europaweit gilt, wie in allen vorherigen Ausgaben des Rankings, weiterhin London (Rang 2 weltweit) als bedeutendster Standort. Kein Finanzplatz aus der EU schafft es in die Top 10.

Es gilt noch zu erwähnen, dass Luxemburg im aktuellen GFCI 39 nun zwar drei Plätze gewonnen, das Land aber gleichzeitig auch sieben Bewertungspunkte (auf aktuell insgesamt 733 Punkte) verloren hat. Die Punktezahl zeigt, dass das Rennen zwischen den EU-Standorten sehr eng ist: Frankfurt 734 Punkte, Paris 730 Punkte, Amsterdam 729 Punkte und Dublin 722 Punkte.

London Skyline mit Finanzgebäuden symbolisiert Brexit-Auswirkungen und starken Wettbewerb europäischer Finanzzentren

Über die Jahre zeigt sich, dass London mit dem Brexit an Gewicht verloren hat. Der Wettbewerb zwischen den anderen europäischen Finanzplätzen ist derweil sehr eng, Screenshot: GFCI-39

Bewertungspunkte verloren haben in dem aktuellen Ranking übrigens die meisten der wichtigen europäischen Finanzplätze. Die leicht verbesserte Platzierung Luxemburgs ist damit weniger ein Zeichen gestiegener Stärke, sondern ein Spiegelbild der allgemeinen Schwäche der Mitbewerber.

London liegt mit seinen 766 Punkten derweil unangefochten an der Spitze in Europa. Weltweit erhält nur noch New York (767 Punkte) ein noch besseres Resultat. Hongkong belegt weiter den weltweit dritten Platz, vor Singapur, San Francisco und Schanghai.

Asien seit Jahren im Aufwärtstend

Langfristig gesehen hat sich Luxemburg in der Positionierung verbessert: Im März 2007, als das Ranking erstmals erstellt wurde, belegte das Land Platz 26 weltweit. Europäische Finanzzentren wie Frankfurt und Paris lagen damals mit dem sechsten bzw. elften Platz klar vor Luxemburg. Ihre globalen Spitzenpositionen mussten sie jedoch nach und nach abgeben.

Der große Trend im GFCI 39 bleibt damit unverändert: Asien und der Nahe Osten gewinnen an Gewicht. Sieben der zehn bestplatzierten Finanzzentren befinden sich im asiatisch-pazifischen Raum. Dubai steigt in die Top 10 ein und belegt nun Rang 7 – ein Plus von vier Plätzen. Tokio springt von Rang 15 auf Rang 10. Gleichzeitig verlieren amerikanische Zentren an Boden: Chicago rutscht von Rang 6 auf Rang 14, Los Angeles von Rang 7 auf Rang 12. In diesem Sinne weisen die Autoren des Berichts jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die erhobenen Daten die jüngsten Konflikte im Nahen Osten noch nicht vollständig abbilden und diese aber Auswirkungen auf die relativen Stärken der Finanzzentren in den kommenden Ausgaben haben könnten.

Neben einer allgemeinen Bewertung der Finanzplätze wurde im Bericht noch ein Augenmerk auf die Fintech-Branche gelegt. Insgesamt wurde das betreffende Angebot von 116 Zentren unter die Lupe genommen. Hongkong und Shenzhen führen die Fintech-Rangliste an. Auch Luxemburg ist in dem Bereich stabil auf einem mittelmäßigen Platz 31 geblieben. Der Standort hat aber Bewertungspunkte verloren.

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