Trotz Energiekrise
Enovos erwartet keine höheren Strom- und Gaspreise bis 2027
Auch wenn aktuell die Energiepreise insgesamt steigen, so betrifft das wohl die Öl-Produkte, jedoch nicht die Strom- und die Gaspreise. Das unterstreicht die Geschäftsführung von Enovos/Encevo. Bei dem Luxemburger Energieversorger rechnet man weder 2026 noch 2027 mit Preissteigerungen.
Die Strompreise sind heute günstiger als vor einem Jahr KFoto: dpa/arl-Josef Hildenbrand/dpa
„Wir befinden uns aktuell sehr wohl in einer Energiekrise“, so Claude Seywert, Geschäftsführer des Luxemburger Energiekonzerns Encevo am Mittwoch vor Journalisten. Das jedoch „nicht im gleichen Ausmaß wie 2022“, im Rahmen der russischen Invasion der Ukraine, hebt er hervor. Heute handle es sich eigentlich um eine „Petrol-Krise“.
Bei Strom und Gas sei die Lage heute eine andere, erläutert er. Zwar seien die Preise an den Märkten wohl gestiegen, „aber das spiegelt sich nicht in den Preisen wieder, die unsere Haushaltskunden sehen“, so Seywert. Die aktuellen Tarife, wie Enovos sie hierzulande anbietet seien, sowohl beim Strom als auch beim Gas heute günstiger als im Jahr 2025. (…) Strom und Gas treiben die Inflation für Haushalte heute nicht an.“
Hinzu kommt: „Wir haben nicht vorgesehen die Preise für Strom und Gas dieses Jahr (2026) zu erhöhen“, sagt Seywert ganz deutlich. „Wir sehen keinen Grund für höhere Preise.“
„Wir sehen keinen Grund für höhere Preise.“
Bei dem Luxemburger Energieversorger, der bereits viele Monate im Voraus an den Märkten den Strom und Gas kauft, den er brauchen wird, ist man sogar so zuversichtlich, zu sagen, dass auch 2027 der Strompreis für die Haushalte nicht steigen wird. Erwartet wird dabei, dass die Regierung, wie angekündigt, ihre Unterstützung bei den Netzkosten noch zwei Jahre weiter laufen lassen wird.
Beim Gas-Preis, wo es keine staatliche Hilfe gibt, gibt sich der Konzern für 2027 ebenfalls zuversichtlich, aber leicht vorsichtiger: Das werde von der Dauer der Krise abhängen, so der Geschäftsführer. „Doch aktuell sehen wir auch hier keine Gründe für einen großen Sprung.“
Das Risiko einer Knappheit sei heute viel geringer als damals, erklärt er weiter. Das gleich aus mehreren Gründen: So sei Europa heute viel diversifizierter aufgestellt als 2022, was die Zulieferer angeht. Zudem sei der Verbrauch von Gas insgesamt niedriger als damals. Und dritten zeigten die aktuellen Preise an den Märkten, dass nicht mit einem langfristigen Krieg gerechnet wird, so der Konzern. Die Preise deuten darauf hin, dass innerhalb einiger Monate mit einer Stabilisierung gerechnet wird. „An den Märkten wird erwartet, dass die Krise im Winter vorbei ist.“
Seywert bedauert derweil, dass in der öffentlichen Debatte derzeit so „undifferenziert“ über Energiepreise geredet wird. „2022 war eine Gas-Krise“, hebt er hervor. „Heute jedoch ist es keine Strom- und auch keine Gas-Krise.“