Finanzplatz 2025

Luxemburger Banken verbuchen Nettogewinn von 6,9 Milliarden Euro

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 war erneut ein hervorragendes für die in Luxemburg beheimateten Banken. Zusammengerechnet haben die 116 Kreditinstitute einen Nettogewinn von 6,9 Milliarden Euro eingefahren. Das zweitbeste Ergebnis der Geschichte.

Bankenplatz mit modernen Bürogebäuden symbolisiert über 26.280 Arbeitsplätze in der Finanzbranche in Deutschland

Der Bankenplatz steht hierzulande für mehr als 26.280 Arbeitsplätze Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Die Zeiten für die Luxemburger Banken bleiben gut. Nach zwei Rekordjahren 2023 und 2024 haben sie auch im nun abgelaufenen Jahr 2025 ihr Ergebnis auf einem sehr hohen Niveau halten können. Zusammengerechnet haben sie in dem Jahr einen Nettogewinn von 6,85 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist zwar leicht weniger als die 7,2 Milliarden vom Vorjahr – aber immer noch das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Bankenplatzes. Das geht aus einer Pressemitteilung der Finanzaufsicht CSSF hervor.

Dass der Gewinn letztes Jahr leicht rückläufig war, liegt unter anderem am wichtigsten Bereich für die Banken, dem Geschäft mit der Zinsmarge. Hier geht es um den Unterschied mit den von ihnen auf Sparguthaben bezahlten Zinsen und den auf Krediten erhaltenen Zinsen. In diesem Bereich sind die Erträge der Luxemburger Banken um 2,9 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro gefallen.

Im den beiden Vorjahren hatte die Zinsmarge der Banken noch zugelegt, teilweise sehr deutlich. Dieser Anstieg war auf die Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank seit der zweiten Jahreshälfte 2022 zurückzuführen. Seit Mitte 2024 sind die Leitzinsen jedoch wieder gefallen, und mit ihnen nun, 2025, auch die Zinsmarge der Banken.

Börsenkurse treiben Geschäft

Etwas aufgefangen wurde der allgemeine Rückgang bei der Zinsmarge durch die Entwicklung im zweiten großen Geschäftsbereich der Banken, den Einnahmen von Kommissionen auf Transaktionen ihrer Kunden auf den Finanzmärkten. In diesem Bereich sind die Erträge letztes Jahr um 2,2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gestiegen. Wie bereits im Vorjahr kam den Banken zugute, dass das abgelaufene Geschäftsjahr ein gutes für diejenigen war, die an der Börse investiert hatten. Es war das dritte Jahr in Folge, in dem die Börsenkurse weltweit stark zugelegt haben – trotz wachsender geopolitischer Spannungen und zunehmender Unsicherheiten für den Welthandel.

Luxemburger Banken verbuchen Nettogewinn von 6,9 Milliarden Euro

Einen Anstieg in diesem Bereich konnten 70 Prozent der Banken verbuchen, schreibt die CSSF weiter. Betroffen waren insbesondere die Finanzinstitute, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden, einschließlich Investmentfonds, erbringen. Bei Letzteren stieg der Durchschnittswert der verwahrten Vermögenswerte um 6,4 Prozent im Vergleich zu 2024, so die Finanzaufsicht.

Die Kosten der Banken haben 2025 derweil zugelegt: Die Ausgaben für Personal lagen, den veröffentlichten Zahlen zufolge, 5,2 Prozent unter denen des Vorjahres und der Posten „andere Kosten“ war 3,5 Prozent höher. Die CSSF geht jedoch davon aus, dass es sich hier um eine „weit überschätzte“ Zahl handelt, die auf den Impakt einer Fusion zweier Banken zurückzuführen ist. Die tatsächlichen Steigerungsraten schätzt die Finanzaufsicht auf 3,5, resp. 1 Prozent.

14 von 116 Banken machen Verlust

Unter dem Strich ergab sich – zusammengerechnet bei den 116 Banken in Luxemburg – so beim operativen Gewinn (vor Rückstellungen und Steuern) ein leichter Rückgang von 3,6 Prozent, nach einem Plus von 8,8 Prozent im Vorjahr. Der Gewinn vor Rückstellungen und Steuern des luxemburgischen Bankensektors belief sich zum Jahresende auf 9,4 Milliarden Euro. Nach Steuern und Rückstellungen blieb dann der erwähnte Nettogewinn von 6,85 Milliarden Euro.

Die guten Durchschnittszahlen verbergen jedoch unterschiedliche Entwicklungen, heben die Aufseher des Bankensektors in ihrer Mitteilung weiter hervor. Nicht jedes Kreditinstitut entwickle sich gleich. So haben 35 Prozent der 116 Kreditinstitute ihre Zinsmarge steigern können. Insgesamt 14 Banken hatten höhere Kosten als Einnahmen, und haben somit rote Zahlen erwirtschaftet.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die Zahl der Bankenjobs letztes Jahr leicht gewachsen ist – auf insgesamt 26.284 Arbeitsplätze. Das sind 136 mehr als ein Jahr zuvor. Ihren historischen Rekordstand hatte die Zahl der Jobs bei den Banken im September 2008 erreicht (27.269). In den Jahren 2014 und 2015 war sie dann auf unter 26.000 gefallen, später jedoch wieder auf über 26.000 gestiegen. Die Banken stehen für etwa die Hälfte der Jobs des Luxemburger Finanzsektors.

Gesamt-Gewinn- und Verlustrechnung der 116 Banken in Luxemburg mit Finanzdaten und Jahresergebnisübersicht

Die zusammengerechnete Gewinn- und Verlustrechnung der 116 Luxemburger Banken  Screenshot: CSSF

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