Finanzplatz 2025

Erstmals zahlen Luxemburger Banken mehr als zwei Milliarden Euro Steuern

Das Geschäftsjahr 2025 war für den Luxemburger Finanzplatz erneut überaus ertragsreich – und beschert dem Staat einen historischen Steuerrekord.

Bankenplatz Luxemburg mit moderner Architektur als wichtige Einnahmequelle für den luxemburgischen Staat

Der Bankenplatz bleibt eine wertvolle Einnahmequelle für den luxemburgischen Staat Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Die 116 in Luxemburg ansässigen Kreditinstitute haben im vergangenen Jahr gemeinsam einen Nettogewinn von 6,85 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist zwar leicht weniger als die 7,2 Milliarden Euro des Rekordjahres 2024, stellt aber das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Luxemburger Bankenplatzes dar – wie aus Zahlen der Finanzaufsicht CSSF hervorgeht.

Doch nicht nur die Gewinne der Banken selbst sind bemerkenswert. Erstmals in der Geschichte des Finanzplatzes übersteigen die gezahlten Steuern die Schwelle von zwei Milliarden Euro, wie neue Zahlen der Luxemburger Zentralbank zeigen: Die 116 Banken entrichteten 2025 insgesamt 2,021 Milliarden Euro an Steuern auf Einkommen und Gewinn – ein historischer Höchstwert und ein deutliches Plus gegenüber den 1,810 Milliarden Euro des Vorjahres.

Um zu verstehen, wie außergewöhnlich diese Zahl ist, lohnt ein Blick zurück. Nach der Finanzkrise 2008 waren die Steuerzahlungen der Banken eingebrochen: 2008 zahlten die Kreditinstitute lediglich 265 Millionen Euro, 2011 sogar nur 50 Millionen Euro – ein Tiefpunkt, der die verheerenden Folgen der globalen Bankenkrise auch für Luxemburg widerspiegelt. In den Folgejahren erholte sich der Sektor langsam und die Steuerzahlungen drehten zwischen 640 und 910 Millionen Euro – solide, aber unter der Milliardenmarke.

Zinsanstieg als Wendepunkt

Ein Durchbruch kam mit dem Zinsanstieg. Als die Europäische Zentralbank ab Sommer 2022 die Leitzinsen anhob, explodierten die Zinserträge der Banken. Das schlug sich unmittelbar im Volumen der bezahlten Steuern nieder: 2023 knackten die Banken erstmals die Milliardenmarke und zahlten 1,663 Milliarden Euro. 2024 stiegen die Steuern weiter auf 1,8 Milliarden Euro – und nun, 2025, haben sie mit 2,021 Milliarden Euro erstmals die Zwei-Milliarden-Schwelle überschritten.

Das ist umso bemerkenswerter, als der Nettogewinn des Sektors 2025 leicht zurückgegangen ist. Der Rückgang der Zinsmarge – die EZB hatte ab Mitte 2024 begonnen, die Zinsen wieder zu senken – hat die Erträge aus dem Zinsgeschäft um 2,9 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro gedrückt. Teilweise ausgeglichen wurde dies durch steigende Kommissionseinnahmen, die um 2,2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zulegten und von einem weltweit starken Börsenjahr profitierten.

Dass davon mehr als zwei Milliarden an den Staat fließen, unterstreicht die Bedeutung des Bankensektors nicht nur als Arbeitgeber – mit 26.284 Beschäftigten –, sondern auch als zuverlässige Einnahmequelle für den luxemburgischen Fiskus.

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