Sechs Tage vor EM

Letzter Formtest: Marie Schreiber überzeugt mit Rang drei am Koppenberg

Sechs Tage vor den Europameisterschaften fuhr Marie Schreiber beim legendären Koppenbergcross in Flandern auf einen hervorragenden dritten Platz. Die Luxemburger Meisterin musste sich lediglich der Niederländerin Lucinda Brand und der Italienerin Sara Casasola geschlagen geben. Bei den Espoirs belegte Lennox Papi Rang zwölf, während Ben Fleming das Juniorenrennen auf Platz 19 beendete.

Marie Schreiber konnte auch beim wichtigen Test vor der EM überzeugen

Marie Schreiber konnte auch beim wichtigen Test vor der EM überzeugen Foto: Ben Zeimes

Der erste von insgesamt acht Wertungsläufen der X²O Badkamers Trofee diente vielen Fahrern als letzte Standortbestimmung vor dem ersten Saisonhöhepunkt. Marie Schreiber (SD Worx-Protime) erwischte aus der ersten Startreihe heraus einen ausgezeichneten Beginn. Da der Start am Fuße des berüchtigten Koppenbergs erfolgte, der auch von der Flandern-Rundfahrt bekannt ist, schnellte der Puls der 42 Teilnehmerinnen bereits auf den ersten Metern in die Höhe. Die Luxemburgerin, die zunächst den besten Start erwischt hatte, ging jedoch mit Bedacht zu Werke und achtete darauf, nicht frühzeitig in den roten Bereich zu geraten. Am Ende des steilen Kopfsteinpflasteranstiegs lag sie an achter Position, unmittelbar hinter den beiden Französinnen Hélène Clauzel und Amandine Fouquenet.

Ausscheidungswettbewerb

Nach der ersten von insgesamt sechs Runden hatte sich ein Quintett an der Spitze gebildet. Angeführt wurde die Gruppe von Casasola, die bei ihrem ersten Saisonauftritt im Cross eine ausgezeichnete Verfassung unter Beweis stellte. Dahinter folgten Brand und deren Landsfrau Inge van der Heijden, die amtierende Europameisterin, sowie Clauzel und Schreiber.

Auf dem selektiven Rundkurs zeichnete sich früh ab, dass sich das Rennen zu einem Ausscheidungswettbewerb entwickeln würde. Mitte der zweiten Runde übernahm schließlich Marie Schreiber die Initiative. Mit einer Tempoverschärfung setzte sie sich an die Spitze und es konnten zunächst nur Casasola und Brand folgen.

Die EM-Strecke in Zeddam ist nicht vergleichbar mit dem heutigen Parcours. Ich hoffe, mich am kommenden Samstag in guter Form präsentieren zu können

Marie Schreiber

Das Trio bestimmte anschließend über längere Zeit das Geschehen. Schreiber hielt das Tempo hoch und zeigte sich keineswegs gewillt, den beiden Konkurrentinnen kampflos den Vortritt zu lassen. Die Vorentscheidung fiel jedoch, als Lucinda Brand zur entscheidenden Attacke ansetzte. Casasola gelang es zunächst noch, am Hinterrad der Niederländerin zu bleiben. Doch die 37-Jährige verschärfte das Tempo erneut und konnte sich schließlich auch von der Italienerin absetzen.

Schreiber ergreift Initiative

Am Koppenberg spielte die zweifache Weltmeisterin ihre ganze Klasse aus. Mit einem kraftvollen Antritt auf dem steilen Kopfsteinpflaster riss sie eine Lücke, die ihre Verfolgerinnen nicht mehr schließen konnten. Brand fuhr anschließend souverän dem Sieg entgegen und erreichte das Ziel mit 53 Sekunden Vorsprung auf Casasola. Marie Schreiber überquerte die Ziellinie als ausgezeichnete Dritte, 1:22 Minuten hinter der Siegerin.

Damit bestätigte die Luxemburgerin ihre starke Form aus den ersten Saisonrennen. „Es war ein sehr anspruchsvolles Rennen, bei dem ich alles gegeben habe. Ich bin in meinem Rhythmus gefahren, um nicht übers Limit zu gehen. Sara (Casasola) und Lucinda (Brand) waren heute einfach stärker“, erklärte die 23-Jährige im Anschluss.

Auf die bevorstehende Europameisterschaft in den Niederlanden wollte sie sich unmittelbar nach dem Rennen noch nicht näher festlegen. „Ich will mich jetzt noch nicht mit dem EM-Rennen beschäftigen. Es werden viele gute Fahrerinnen am Start sein. Die EM-Strecke in Zeddam ist nicht vergleichbar mit dem heutigen Parcours. Ich hoffe, mich am kommenden Samstag in guter Form präsentieren zu können“, so Schreiber mit vorsichtigem Optimismus.

Vorsichtiger Optimismus

Neben der Luxemburger Meisterin nutzten auch die vier weiteren EM-Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Form wenige Tage vor dem ersten Saisonhöhepunkt zu überprüfen. Im ersten Rennen des Tages trat Sarah Koenig (CT Atertdaul) bei den Juniorinnen an und belegte unter 15 Starterinnen den elften Platz. Im gleichzeitig ausgetragenen Juniorenrennen nahmen 81 Fahrer den anspruchsvollen Parcours in Angriff, darunter die beiden Luxemburger Ben Fleming (SaF Zéisseng) und Ben Koenig (CT Atertdaul). Landesmeister Fleming schaffte den Sprung in die Top 20 und belegte mit 3:33 Minuten Rückstand auf den siegreichen Franzosen Victor Devos den 19. Platz. Ben Koenig erreichte als 38. das Ziel und platzierte sich damit in der ersten Hälfte des Klassements. Sein Rückstand betrug 5:13 Minuten.

Viel vorgenommen hatte sich auch Lennox Papi (CT Toproad Roeserbann) im Rennen der Espoirs. Nach seinen drei Erfolgen bei den regionalen Wettbewerben in Kayl, Reckingen/Mess und Mondorf hatte der 19-Jährige beim UCI-Rennen des ACC Contern mit einem starken dritten Platz aufhorchen lassen. Auch in Oudenaarde präsentierte sich Papi in guter Verfassung, als Zwölfter verpasste er die Top 10 nur knapp. Den Sieg sicherte sich der französische U23-Vizeweltmeister Aubin Sparfel.

Im abschließenden Eliterennen der Männer, das ohne luxemburgische Beteiligung stattfand, setzte sich Vorjahressieger Thibau Nys durch. Der Belgier verwies seine Landsleute Michael Vanthourenhout und Gerben Kuypers auf die weiteren Podestplätze.

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