Frieden zu Besuch in Boston und Ottawa
Wie sich das transatlantische Verhältnis verändert
An der berühmten US-Universität Harvard hält Premierminister Frieden eine selbstsichere Grundsatzrede über den „European Way“ und stärkt beim Besuch in Kanada gemeinsame Werte. In Luxemburgs Verhältnis zu den USA stehen die Zeichen auf vorsichtiger Veränderung.
Partner mit gemeinsamen Werten: der kanadische Premierminister Mark Carney (l.) und Luxemburgs Regierungschef Luc Frieden Foto: ME
Es sind nicht nur ihre geteilten beruflichen Erfahrungen im Finanzsektor, die den kanadischen Premierminister Mark Carney und Luxemburgs Regierungschef Luc Frieden „auf einer Wellenlänge“ schwingen lassen. Er sei bei dieser Reise auf der Suche nach Partnern gewesen, „die unsere Werte teilen“, sagt Premier Frieden in einer Videoschalte am Dienstagnachmittag kurz nach seiner Rückkehr aus der kanadischen Hauptstadt Ottawa. Einer dieser Partner ist Kanadas liberaler Premier Mark Carney, der, wie Frieden über ihn sagt, „ganz klar Brücken nach Europa sucht“.
Die Reise des luxemburgischen Premierministers steht im Zeichen sich verändernder geopolitischer Komplexe. Er habe mit seinem Besuch die Partnerschaft zu Kanada stärken wollen, einem Partner, der „schätzt, dass man die Prinzipien der UNO hochhält“, so Frieden. Ein kaum versteckter Seitenhieb in Richtung Kanadas Nachbarn und der Administration von US-Präsident Trump. Für den luxemburgischen Premier, der mit Kritik an den USA sehr vorsichtig und zurückhaltend umgeht, sind das laute Worte.