Brief an den Premier
Gewerkschaftsfront OGBL-LCGB: „Die letzten zwei Jahre waren weitgehend verloren“
Die Gewerkschaften OGBL und LCGB fordern in einem Brief an Premier Luc Frieden mehr Fortschritte in Sachen Arbeitspolitik.
LCGB-Präsident Patrick Dury und OGBL-Präsidentin Nora Back Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Die Gewerkschaftsfront OGBL-LCGB hat erneut einen offenen Brief an Premierminister Luc Frieden (CSV) adressiert, der dem Tageblatt vorliegt. Dieses Mal geht es nicht um direkte Kritik an einem Minister, sondern um die Arbeitspolitik der Regierung. Denn die Gewerkschaften mussten eigenen Angaben nach feststellen, dass „die letzten zwei Jahre weitgehend verloren waren“. Deswegen fordern sie die Regierung zum Handeln auf.
Zwar sei nach der nationalen Demonstration mit über 25.000 Teilnehmern am 28. Juni 2025 der Sozialdialog wiederaufgenommen und über Arbeitszeitgestaltung, Richtlinien für Plattformarbeiter, den Mindestlohn und die Organisation der Sozialwahlen geredet worden. Doch zahlreiche Themen seien „einfach nicht angesprochen“ worden, heißt es im Brief.
Themen sollen „zügig besprochen“ werden
Die Gewerkschaftsfront fordert Arbeitsminister Marc Spautz (CSV) deswegen auf, weitere Dossiers „zügig zu besprechen“. Darunter: die Stärkung der Instrumente zur Erhaltung von Arbeitsplätzen, eine neue Gesetzgebung zur beruflichen Wiedereingliederung und gesetzliche Bedingungen für die Einführung künstlicher Intelligenz in die Arbeitswelt.
Das Vorgehen der Regierung im Sozialdialog hat laut den Gewerkschaften das Vertrauensverhältnis zwischen den Sozialpartnern erschüttert. Jetzt brauche es keine „gut gemeinten Erklärungen“, sondern „echte Lösungen und konkrete Fortschritte für die Arbeitnehmer im privaten Sektor“.