Hitzestress im Luxemburger Wald
Welche Bäume mit Trockenheit und hohen Temperaturen besser zurechtkommen
Nicht jeder Baum kommt mit Hitze und Trockenheit klar. Welche Arten besonders robust sind – und wie der Staat Waldbesitzer unterstützt.
Mischbestände sind laut Umweltminister am besten vor extremen Wetterlagen geschützt Foto: Editpress/Julien Garroy
Westeuropa hat in diesem Jahr einen außergewöhnlich heißen Sommer erlebt: Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren Juni und Juli nie so heiß wie 2026. Auch im August hielten die Hitzewellen vielerorts an. Die Folgen: verschärfte Trockenheit, niedrige Flusspegel und Waldbrände. Darunter leiden nicht nur Menschen und Tiere – auch die Bäume sind durch die anhaltende Dürre stark belastet. Umso mehr stellt sich die Frage, wie widerstandsfähig Luxemburgs Wälder gegenüber den zunehmenden Hitzeperioden sind.
Junge Bäume besonders gefährdet
Grundsätzlich leiden alle Baumkulturen unter anhaltenden Dürreperioden und Hitzewellen, schreibt Umweltminister Serge Wilmes (CSV) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten André Bauler und Luc Emering. Mehrere Faktoren sind dabei problematisch:
- Die intensive Sonneneinstrahlung erhitzt die oberen Bodenschichten stark und lässt sie schnell austrocknen. Dadurch sind besonders junge Pflanzen gefährdet. Ihre Wurzeln reichen noch nicht tief genug, um ausreichend Wasser zu erreichen. Bei anhaltender Trockenheit können sie deshalb vertrocknen und absterben.
- Hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung stressen die Bäume.
- Starker Wind kann den Boden zusätzlich austrocknen. Ein niedriger Wasserdampfdruck in der Atmosphäre verschärft die Belastung weiter.
Nicht jede Baumart ist gleich widerstandsfähig

Nicht alle Baumarten sind gleich robust Foto: Editpress/Julien Garroy
Welche Auswirkungen Hitze und Trockenheit haben, hängt allerdings auch von der Baumart ab. Birken etwa kommen mit hohen Temperaturen vergleichsweise schlecht zurecht, da sie über ihre Blätter viel Wasser verlieren, schreibt der Minister. Andere Arten wie einheimische Kastanien und viele mediterrane Arten sind besser an Hitze angepasst und können ihren Wasserverlust wirksamer begrenzen.
Starkregen birgt wiederum andere Risiken. Bei neu angelegten Pflanzungen auf offenen Flächen kann er größere Schäden durch Bodenerosion verursachen. Besonders gefährdet sind Flächen, auf denen noch keine Krautpflanzendecke gewachsen ist.
Mischbestände als Schutz vor Extremwetter
Die besten Überlebenschancen haben laut Wilmes artenreiche, an Boden und Mikroklima angepasste Mischbestände. Junge Bäume profitieren zudem vom Schutz alter Baumkronen oder von kleinen Lichtungen, die sie vor direkter Sonneneinstrahlung und austrocknender Luft bewahren. Der Minister empfiehlt Waldbesitzern, möglichst viele voraussichtlich klimaresistente, einheimische Laubbaumarten anzupflanzen. Dazu zählen etwa Edelkastanie, Feldahorn, Spitzahorn und Winterlinde.
Finanzielle Hilfen für Waldbesitzer

Waldbesitzer können beim Staat finanzielle Hilfen beantragen Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Für Aufforstungen können Waldbesitzer je nach Fläche und Art verschiedene Förderungen in Anspruch nehmen, schreibt der Minister. In Lücken von Altwäldern unter 30 Ar ist eine Nachpflanzung möglich. Auf größeren Flächen kommen Flächen-, Reihen- oder Gruppenpflanzungen infrage. Für alle Pflanzungen gelten bestimmte Vorgaben: Es müssen mindestens drei standortgerechte Baumarten verwendet werden, davon mindestens 30 Prozent Laubbäume. Zudem müssen 70 Prozent der Pflanzen auf der Liste der zugelassenen Arten aufgeführt sein.
Auch für Naturverjüngung auf Flächen von mehr als 30 Ar gibt es finanzielle Unterstützung. Für bestehende Wälder können Waldbesitzer außerdem den „Klimabonus Bësch“ beantragen.