Ernteausfälle

Trockenheit setzt Luxemburgs Landwirtschaft zu – Ministerium reagiert

Die Trockenheit trifft die Landwirtschaft. Bei der Maisernte 2026 erwartet das Landwirtschaftsministerium deutliche Ertragseinbußen. Gleichzeitig wird das Futter für die Viehbetriebe knapp – das Ministerium reagiert mit Erleichterungen für die Landwirte.

Die Maisernte hat in Luxemburg in diesem Jahr deutlich früher begonnen

Die Maisernte hat in Luxemburg in diesem Jahr deutlich früher begonnen Foto: Editpress/Julien Garroy

Die Dürre hinterlässt deutliche Spuren auf den Luxemburger Feldern. Bei der Maisernte 2026 rechnet Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (CSV) mit einem Ertragsverlust von durchschnittlich 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Mittel der vergangenen fünf Jahre. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten André Bauler und Luc Emering (beide DP) hervor.

Die Ernte hat in diesem Jahr ungewöhnlich früh begonnen. Bereits Anfang August wurden erste Maisbestände wegen der Trockenheit geerntet. Wegen der hohen Sommertemperaturen soll die Ernte zudem deutlich früher abgeschlossen werden als üblich. Dabei gibt es große regionale Unterschiede: Während manche Flächen Totalausfälle verzeichnen, werden andernorts durchschnittliche Erträge erzielt. Entscheidend sind laut Hansen lokale Regenschauer.

Folgen für die Viehbetriebe

Die schlechte Maisernte könnte vor allem für die Viehhaltung zum Problem werden. Mais spielt eine wichtige Rolle als Kraftfutter. Gleichzeitig gibt es erste Hinweise darauf, dass Rinder in diesem Jahr teilweise früher geschlachtet werden.

In der Woche vom 17. bis 23. August wurden 363 Kühe und Rinder geschlachtet, gegenüber 331 in der Woche vom 20. bis 26. Juli. Das durchschnittliche Schlachtgewicht sank im selben Zeitraum von 397,4 auf 389,1 Kilogramm. Ob daraus allerdings ein Preisverfall beim Fleisch entsteht, lasse sich derzeit noch nicht sagen, erklärt Hansen. Die Schwankungen bei den Schlachtzahlen und -gewichten bewegten sich grundsätzlich in einer üblichen Größenordnung.

Auch andere europäische Länder von Dürre betroffen

Die Probleme beschränken sich nicht nur auf Luxemburg. Für die Europäische Union erwartet die Europäische Kommission 2026 beim Silomais durchschnittlich vier bis sechs Prozent weniger Ertrag. Besonders stark betroffen dürften unter anderem Ungarn, Frankreich, Italien, Tschechien, die Slowakei und Deutschland sein. Bessere Werte werden dagegen etwa für die baltischen Staaten, Kroatien, Bulgarien und Spanien erwartet.

Auch die Qualität von Mais und Weizen leidet unter dem Hitzestress. Das kann dazu führen, dass Getreide und Silomais verstärkt als Futtermittel eingesetzt werden. Gleichzeitig hat sich das Grünland in Teilen West- und Mitteleuropas wegen der anhaltenden Hitze und Niederschlagsdefizite deutlich verschlechtert.

Erleichterungen für Landwirte wegen der Dürre

Das Landwirtschaftsministerium reagiert auf die anhaltende Trockenheit mit Erleichterungen für die Landwirtschaft. Die Dürre wird für 2026 als außergewöhnliche Wetterlage und Fall höherer Gewalt anerkannt. Landwirte, die ihre Verpflichtungen aufgrund der Trockenheit nachweislich nicht erfüllen können, sollen deshalb von Sanktionen ausgenommen werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer am Mittwoch hervor.

Zudem gelten flexiblere Regeln für Grünland und Weideflächen. So können etwa zusätzliche Flächen erneuert werden, und Begrünungen sowie Zwischenfrüchte dürfen unter bestimmten Bedingungen als Futter genutzt werden. Bei einer Beihilfe für die Beweidung von Rindern wird die vorgeschriebene Weidedauer von drei auf zwei Monate reduziert.

Auch für Biobetriebe gibt es Erleichterungen: Bei Futtermangel kann unter bestimmten Voraussetzungen konventionelles Futter eingesetzt werden. Zudem ist eine vorübergehende Stallhaltung möglich, um die geschädigte Vegetation zu schonen. Hierfür muss ein Antrag bei der Bio-Zertifizierungsstelle der ASTA gestellt werden.

Noch keine Futterimporte geplant

Ob Luxemburg angesichts der schlechten Ernte zusätzlich Futtermittel aus dem Ausland beziehen muss, ist weiterhin nicht absehbar. Die anhaltende Trockenheit verschärft jedoch die Futterknappheit. Viele Betriebe greifen bereits auf Futterreserven zurück, die eigentlich für den Winter vorgesehen waren. Mit den nun beschlossenen Erleichterungen will das Landwirtschaftsministerium den Betrieben mehr Spielraum bei der Futterversorgung und der Haltung ihrer Tiere geben.

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