Covid-Demo
Wasserwerfer verspritzt „normales Leitungswasser“ – keine Spuren von abgelaufenen Impfstoffen
Die belgische Polizei hat im Dezember den Luxemburger Beamten bei einem Covid-Protest beigestanden und gleich einen Wasserwerfer mitgebracht. Seither kursieren diesbezüglich so einige abstruse Theorien im Netz. Fernand Kartheiser (ADR) hat beim Minister für Innere Sicherheit, Henri Kox („déi gréng“), um Details über den Polizeieinsatz gebeten.
Der angeforderte belgische Polizei-Wasserwerfer im Einsatz bei der Demo am 11. Dezember Foto: Editpress/Claude Lenert
Nicht allzu lang ist es her, nur etwas mehr als einen Monat (11. Dezember 2021), als erstmals bei einer Corona-Demonstration ein Wasserwerfer zum Einsatz kam. Das Gefährt gehört der belgischen Polizei, die an dem Tag der Luxemburger Polizei in der Hauptstadt unter die Arme griff. Der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser fragte im Anschluss an den Protest in einer parlamentarischen Anfrage nach Details des Polizeieinsatzes.
So geht aus der Antwort des Ministers für Innere Sicherheit, Henri Kox („déi gréng“), hervor, dass der Wasserwerfer nicht als Waffe, sondern als „Polizeimittel“ kategorisiert wird. Der Wasserwerfer sei auf Anordnung des „Poste de commandement opérationnel“ (PCO) der Luxemburger eingesetzt worden. Die Luxemburger Polizei sei für die Leitung des Einsatzes verantwortlich und verfüge über Offiziere, die für solche Einsätze ausgebildet wurden. Die ausländischen Polizeibeamten würden hierzulande den Luxemburger Autoritäten unterstehen.
Text-Ausschnitt aus der Telegram-Gruppe „NëtgepicktLU2.0“ Screenshot: Telegram
An besagtem Tag wurden die Beamten von Polizeihunden unterstützt. Hierbei habe es sich ausschließlich um Hunde der Luxemburger Polizei gehandelt. Kartheiser wollte zudem wissen, welche Substanzen der Wasserwerfer auf die Demonstrierenden abgefeuert hat: Nur gewöhnliches Leitungswasser – oder seien dem Wasser eventuell zusätzliche Substanzen untergemischt worden?
Was könnte er damit gemeint haben? Mancherorts werden dem Wasser zusätzliche Reizstoffe untergemischt, also chemische Substanzen, die die Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers beeinträchtigen – so etwa Tränenreizstoffe oder Substanzen, die einen unangenehmen Geruch verbreiten. Möglich wären überdies auch untergemischte Farbstoffe.
Der Minister beantwortete Kartheisers Frage mit einem knappen: „Der Wasserwerfer hat normales Leitungswasser verspritzt.“
Doch nachdem der Wasserwerfer seine Ladung auf Demonstrierende abgefeuert hatte, behaupteten manche Menschen auf der Messenger-Plattform Telegram, dadurch zwangsgeimpft worden zu sein.
Nun können die besorgten Demonstranten und Telegramler endlich aufatmen – vorausgesetzt, sie schenken dem Minister Glauben: Die vom Wasserwerfer getroffenen Demonstranten wurden also nicht mit abgelaufenem AstraZeneca zwangsgeimpft und brauchen sich demnach auch nicht vor etwaigen Nebenwirkungen der ungewollten Impfung zu fürchten – höchstens vor den Folgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus.