Luxemburgs kuriosestes Tempolimit
Warum gilt auf der A1 eigentlich für 450 Meter Tempo 90?
90 statt 130 km/h – aber nur für 450 Meter: Ein seltsames Tempolimit auf der A1 sorgt bei Autofahrern Richtung Luxemburg-Stadt für Stirnrunzeln. Von Bauarbeiten keine Spur – was steckt hinter der Tempobremse?
Kurz vor der Flughafenbrücke gilt auf der A1 plötzlich Tempo 90 – ohne erkennbaren Grund Foto: Leserfoto
Die Freude fährt nur kurz: Gerade haben sich die Autofahrer an der Großbaustelle am Viadukt Münsbach vorbeigekämpft, wartet schon das nächste Tempolimit. Auf der A1 in Richtung Luxemburg-Stadt wird kurz vor der Flughafenbrücke auf elektronischen Schilderbrücken (und auch noch einmal per analoges Schild) angezeigt: Doch wieder runterbremsen – jetzt gilt Tempo 90.
Allerdings nicht für lange. Nur 450 Meter weiter wartet die nächste Schilderbrücke – und die Geschwindigkeitsbegrenzung wird wieder aufgehoben. Arbeiter sind weit und breit nicht zu sehen. Was hat es mit dem kuriosen Tempolimit auf sich? Wir haben bei der Straßenbauverwaltung nachgefragt.
Tempolimit gilt seit April
Die hat die Maßnahme bereits im April in einer Pressemitteilung angekündigt: „Die Höchstgeschwindigkeit zwischen der Anschlussstelle Münsbach und der Anschlussstelle Cargo-Center der Autobahn A1 in Richtung Luxemburg ist ab Dienstag, 8. April 2025, auf 90 km/h begrenzt“, heißt es da. Der Grund: „Fortgeschrittener Verschleiß“ an den Leitplanken. Die Regelung gelte, bis die Leitplanken ersetzt sind.
Aber was hat es mit dem Verschleiß auf sich – und wann ist mit Besserung zu rechnen? Ein Sprecher von „Ponts et Chaussées“ erklärt: „Es wurde festgestellt, dass die Schutzeinrichtungen entlang der Autobahn erhebliche Oxidationsschäden aufweisen.“ Betroffen sind die Leitplanken, die unter dem „Brückenbauwerk OA1146“ sind. OA1146, das ist die Flughafenbrücke über die A1, die Verlängerung der Start- und Landebahn vom Lux-Airport.
Die Straßenbauer haben festgestellt, dass die Leitplanken nicht mehr verkehrssicher waren, bis zur Erneuerung mussten sie provisorisch durch mobile Schutzeinrichtungen ersetzt werden. „Grundsätzlich treten unter Brückenbauwerken vermehrt Korrosionsprobleme an Schutzeinrichtungen auf“, erklärt der Sprecher. Das liege an der erhöhten Ablagerung von Tausalz in dem Bereich.
Das Tempo 90 könnte den Autofahrern noch ein Weilchen erhalten blieben. Die Ausschreibung für die Erneuerung ist noch nicht veröffentlicht. „Sie befindet sich derzeit in Vorbereitung“, sagt der Sprecher. Im Anschluss an die Vergabe sollen die Arbeiten dann aber so schnell wie möglich beginnen.