Lateinamerika

Wie Trumps US-Regierung eine ganze Region gefügig macht

Lateinamerika ist gespalten, was die Reaktionen auf die US-Intervention in Venezuela angeht. Nur wenige Staatschefs stellen sich offen gegen Donald Trump, der seinen Einfluss in der Region weiter ausbaut.

Proteste von Maduro-Anhängern am 13. Januar fordern Freilassung des in den USA vor Gericht stehenden venezolanischen Präsidenten

Anhänger des durch US-Spezialeinheiten gefangen genommenen venezolanischen Präsidenten Maduro forderten am 13. Januar dessen Freilassung, während er in den USA vor Gericht steht. Unterdessen übt Washington verstärkt Druck auf die lateinamerikanischen Staaten aus. Foto: Matias Delacroix/AP/dpa

Die Vereinigten Staaten sind ein paar Häuserblöcke von Venezuela entfernt. Zumindest in Buenos Aires. Kommt man vom Stadtzentrum und geht in Richtung San Telmo, in das älteste Viertel der Millionenmetropole am Río de la Plata, kommt man nicht weit von der Calle Estados Unidos entfernt zur Calle Venezuela. In Letzterer befindet sich die Redaktion von página/12. Die argentinische Tageszeitung ist seit ihrer Gründung in den 1980er-Jahren für investigativen Journalismus bekannt und hat entscheidend zur juristischen Aufarbeitung der Verbrechen während der Militärdiktatur (1976-1983) beigetragen. Heute setzt sich das Blatt besonders kritisch mit Javier Milei auseinander, dem ultrarechten Präsidenten Argentiniens, aber auch mit dem wohl mächtigsten Autokraten der Welt, US-Staatschef Donald Trump.

In seinem Kommentar für página/12 hat Daniel Kersffeld den Angriff der USA auf Venezuela als „Attentat auf den globalen Süden“ bezeichnet. „Die Entführung von Nicolás Maduro als amtierenden Präsidenten veranschaulicht das gewaltsame Streben nach politischer Kontrolle, die derzeit von der Regierung der Vereinigten Staaten ausgeübt wird“, schreibt der Politologe und Lateinamerikanist. Maduros angebliche Zugehörigkeit zu einem Drogenkartell sei als Rechtfertigung für einen Verstoß gegen das Völkerrecht und für Maduros Auslieferung an die US-Justiz herangezogen worden. Das Vorgehen stieß in Lateinamerika – bis auf Ausnahmen wie Kolumbien, Mexiko und Brasilien – kaum auf Ablehnung, sondern fand sogar die Unterstützung einiger Präsidenten.

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