Madrid

Großherzog Guillaume spricht über Europas Herausforderungen und die Rolle der Jugend

Der großherzogliche Besuch in Spaniens Hauptstadt ging am Freitag in die zweite Runde. An der IE University richtete sich Großherzog Guillaume an die Studierenden, danach folgte eine Fragerunde. Am frühen Nachmittag war der Besuch in Madrid offiziell beendet.

Großherzog Guillaume und Stéphanie im Gespräch mit Luxemburger Studenten an der IE University Madrid

Großherzog Guillaume und seine Frau Stéphanie beim Austausch mit den Luxemburger Studenten an der IE University in Madrid Foto: Editpress/Julien Garroy

Am zweiten Tag des großherzoglichen Besuchs in Madrid ging es am Vormittag an die IE University in Madrid – eine international ausgerichtete private Hochschule mit Standorten in Madrid und Segovia. Sie bietet Studienprogramme in Bereichen wie Wirtschaft, Recht, Technologie und internationale Beziehungen an und legt Wert auf Innovation, Unternehmertum und globale Führungskompetenzen. Studierende aus über 160 Ländern lernen an der Universität. Auch Luxemburg ist vertreten: Mehr als 200 Alumni stammen aus dem Großherzogtum, 2025 begannen 25 Studierende aus Luxemburg ihr Studium an der Hochschule.

Auf die Besichtigung der Räumlichkeiten folgte eine Konferenz mit Großherzog Guillaume und seiner Frau Stéphanie, Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) sowie Finanzminister Gilles Roth (CSV). An der Konferenz nahmen auch Studierende der IE University teil, einige von ihnen konnten den luxemburgischen Ministern Fragen stellen. Der Rektor der IE University, Manuel Muñiz, läutete den Austausch im 24. Stock des Uni-Gebäudes ein und verwies auf die Wichtigkeit der Universitäten und der akademischen Ausbildung in Zeiten von Instabilität.

Bedeutung der jungen Generation

Großherzog Guillaume bei einer Rede zur Bedeutung der Zusammenarbeit und Entwicklung in Luxemburg

Großherzog Guillaume unterstrich die Wichtigkeit demokratischer Werte Foto: Editpress/Julien Garroy

Großherzog Guillaume richtete sich mit seiner 17-minütigen Rede vor allem an die Studierenden. Unter dem Titel „Europa an einem Scheideweg: Navigieren in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen“ ging der Großherzog auf die geopolitischen Herausforderungen für die Europäische Union sowie auf die Rolle der jungen Generation ein.

In seiner Ansprache zeichnete Großherzog Guillaume das Bild eines Europas, das sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen befindet. „Europa steht an einem Scheideweg“, sagte er und verwies auf geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und internationale Konflikte.

Programme wie Erasmus+ oder die Freizügigkeit innerhalb der EU hätten eine Generation hervorgebracht, die Europa im Alltag erlebe. „Ihr verkörpert den Geist der Zusammenarbeit stärker als jede Institution“, sagte Guillaume. Gleichzeitig rief er die Studierenden dazu auf, sich aktiv für demokratische Werte einzusetzen und sich am gesellschaftlichen und politischen Leben zu beteiligen.

Rede und Antwort

Michela Salama-Robino eröffnet die Fragerunde am Freitagvormittag bei Diskussion oder Konferenz

Michela Salama-Robino eröffnete die Fragerunde am Freitagvormittag Foto: Editpress/Julien Garroy

Anschließend konnten die Studierenden Fragen an beide Minister stellen – die Moderation übernahm die aus den Niederlanden stammende Prodekanin und Politikwissenschaftlerin Catherine de Vries. Michela Salama-Robino wollte zum Beispiel wissen, wie groß die Chancen sind, einen Arbeitsplatz zu finden, wenn man nach dem Auslandsstudium zurück nach Luxemburg kommt. Außerdem interessierte sie sich für die nachhaltigen Initiativen, für die sich das Großherzogtum zukünftig einsetzen wird. Als Beispiel nannte sie den öffentlichen Transport, der seit 2020 im Großherzogtum gratis ist.

Die 20-Jährige ist in Luxemburg geboren und besuchte die Europäische Schule auf dem Kirchberg. Sie absolviert gerade ein duales Bachelorstudium in Betriebswirtschaftslehre und Internationalen Beziehungen in Madrid. Ihr Studium begann vor drei Jahren. „Das duale Studium dauert in der Regel fünf Jahre“, so Michela. „Ich sollte eigentlich in Großbritannien studieren, der Brexit machte dies aber unmöglich.“ Das Angebot der IE University hat die Studentin im Endeffekt überzeugt.

Zurück nach Luxemburg

Lex Delles und Gilles Roth im Gespräch mit Studierenden an der IE University Madrid, Bildungsaustausch, Hochschulbesuch

Lex Delles (l.) und Gilles Roth beim Austausch mit den Studierenden an der IE University in Madrid Foto: Editpress/Julien Garroy

Delles erklärte, dass Luxemburg jederzeit auf der Suche nach jungen Talenten sei und dass sich bei einer Rückkehr beruflich gute Gelegenheiten ergeben werden. Roth betonte, dass vor allem in nachhaltige Energien investiert werden wird und sprach von großen grünen Fonds, die aktuell in Luxemburg angelegt sind.

Insgesamt eine halbe Stunde konnten die Studierenden ihre Fragen stellen, danach kam es noch zu einem informellen Austausch mit Großherzog Guillaume und seiner Frau Stéphanie.

Um 12.30 Uhr ging es dann mit Eskorte wieder zurück zur Militärbasis, wo die A321LR der deutschen Luftwaffe bereitstand. Gegen 15 Uhr landete der Flieger wieder in Luxemburg und somit endete der großherzogliche Besuch am Freitagnachmittag.

Spanische und luxemburgische Delegation mit IE University Studierenden im 24. Stock des Universitätsgebäudes in Madrid

Im 24. Stock des Uni-Gebäudes kamen die spanische und die luxemburgische Delegation sowie Studierende der IE University in Madrid zusammen Foto: Editpress/Julien Garroy

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren