Wasserknappheit
„Phase de vigilance“ ausgerufen: Tipps zum Wassersparen im Alltag
Die Wasserwirtschaftsverwaltung ruft wegen anhaltender Trockenheit die „phase de vigilance“ aus. Einwohner und Unternehmen werden zu sparsamem Wasserverbrauch aufgerufen, um die Versorgung zu sichern und Umweltressourcen zu schützen.
Das Wasserwirtschaftsamt ruft aufgrund der andauernden Trockenheit zu verantwortungsvollem Konsum von Trinkwasser auf Foto: Marijan Murat/dpa
Luxemburg wartet weiterhin vergeblich auf Regen: Regen, der zurzeit zur Abkühlung, für die Vegetation und aufgrund der niedrigen Pegelstände der Gewässer mehr als willkommen wäre. Damit das noch vorhandene Trinkwasser nicht knapp wird, hat die Wasserwirtschaftsverwaltung am Freitag eine „phase de vigilance“ ausgerufen. Aufgrund des ausbleibenden Regens, des verstärkten Trinkwasserverbrauchs und einer weiteren Hitzewelle ruft die Behörde die Einwohner Luxemburgs zu einem sparsamen Umgang mit dem Wasser auf.
Verantwortungsbewusster Umgang mit dem Trinkwasser erforderlich
Mehrere Versorger sähen sich bereits einem erhöhten Druck auf die Trinkwasserversorgung ausgesetzt. Mit der Ausrufung der Alarmstufe – als vorbeugende Maßnahme – solle eine Verschlechterung der Lage verhindert werden, schreibt die Wasserwirtschaftsverwaltung in einem Presseschreiben am Freitag.
Demnach fordert die Behörde die Einwohner Luxemburgs sowie Unternehmen dazu auf, nicht essenziellen Gebrauch von Trinkwasser einzuschränken und verantwortungsbewusst damit umzugehen.
Vor diesem Hintergrund verweist die Wasserwirtschaftsverwaltung auf ihre Maßnahmen vom Juni zur Reduzierung des Wasserverbrauchs:
- Auf das Bewässern von Rasenflächen verzichten,
- Gartenbewässerung auf das Nötigste beschränken und in den kühlsten Stunden des Tages durchführen,
- die Duschdauer verkürzen,
- undichte Stellen reparieren,
- wasserverbrauchende Haushaltsgeräte nur bei voller Beladung nutzen.
Doch auch über diese Tipps hinaus lässt sich in verschiedenen Alltagssituationen mit nur kleinen Verhaltensänderungen ganz unkompliziert Wasser einsparen. Das Umweltministerium, das Wasserwirtschaftsamt sowie die beiden Vereinigungen „natur&ëmwelt“ und „Ëmweltberodung Lëtzebuerg“ haben dem Tageblatt bereits vor einiger Zeit verraten, wie man vorgehen kann.
So einfach geht’s
Im Badezimmer
Nach einem kleinen Geschäft reicht es oft schon, die kleine Taste der Toilettenspülung zu nutzen. Bei einem WC mit Spülkasten kann das Wasser dank eines Zugknopfes gestoppt werden. Beim Händewaschen und Duschen sollte der Hahn während des Einseifens zugedreht werden, ebenso beim Zähneputzen. Eine kurze Dusche ist generell einem Vollbad vorzuziehen. Durch die Installation eines Sparduschkopfes lässt sich zusätzlich Wasser sparen.
Beim Haushalten
In der Küche sollte beim Spülen per Hand der Hahn zugedreht werden, sobald kein Wasser mehr benötigt wird. Und beispielsweise beim Waschen von Gemüse kann das Wasser mit einer Schüssel aufgefangen und später beim Gießen weiterverwendet werden.
Im Garten
Im heimischen Garten oder auf dem Balkon sollte man schon bei der Planung darauf achten, (regionale, an unser Klima angepasste) Pflanzen zu kaufen, die nicht viel Wasser benötigen.
Der Rasen muss im Sommer nicht bewässert werden – braune Stellen werden nach einigen Regenfällen wieder grün. Wer absolut nicht darauf verzichten will, sollte auf etwa in Regentonnen gesammeltes Wasser zurückgreifen.
Eine weitere effektive Methode wäre die Tröpfchenbewässerung: ein System, bei dem über verlegte Schläuche nur geringe Wassermengen abgegeben werden.
Draußen
Öffentliche Schwimmbäder sind stets privaten Pools vorzuziehen.
In Trockenzeiten sollte auf eine Säuberung der Einfahrt oder der Terrasse mit Hochdruckreiniger oder Gartenschlauch verzichtet werden. Wenn es doch sein muss, kann gesammeltes Regenwasser genutzt werden. Gleiches gilt für das Säubern von Fahrrädern, von Gartenwerkzeug oder von Schuhen.
Auto und Co. sollten – wenn überhaupt – in einer Waschstraße auf Hochglanz gebracht werden. Denn diese haben geschlossene Kreisläufe, in denen das Wasser wiederverwendet wird.
Restriktive Maßnahmen
Gemeinden und Trinkwasserverbände verfolgen die Entwicklung der Lage und werden, falls nötig, restriktive Maßnahmen ankündigen. Demnach können Gemeinden per Verordnung den Verbrauch einschränken – bei Nichtbeachtung drohen Geldstrafen. Solche Maßnahmen wurden beispielsweise bereits in Esch umgesetzt.
Die anhaltende Trockenheit setzt besonders Luxemburgs Fließgewässer unter Druck. Zum Schutz der aquatischen Lebensräume ist darum die Wasserentnahme aus sämtlichen Flüssen und Oberflächengewässern des Großherzogtums – mit Ausnahme der Mosel und vorbehaltlich besonderer Bestimmungen in Ministerialverordnungen – bis auf Weiteres untersagt.