„Médecins du Monde“
Ärzte fordern Gesetz zur universellen Gesundheitsversorgung
Seit 2021 liegt die Zahl der Patienten von „Médecins du monde“ jährlich 60 Prozent höher als vor Covid, 2025 ist sie erneut leicht gestiegen. Immer häufiger sind Menschen trotz Arbeit, Wohnung und Krankenversicherung auf die Dienste der Hilfsorganisation angewiesen, die die Regierung auffordert, die universelle Gesundheitsversorgung endlich gesetzlich zu verankern.
Pflegebeauftragte Malika Tounsi, Verwaltungsratsmitglied Marco Klop, Ehrenpräsident Bernard Thill und Generaldirektor Michel Genet bei der Pressekonferenz von „Médecins du monde“ in Bonneweg Foto: Editpress/Didier Sylvestre
1.236 Menschen haben vergangenes Jahr in Luxemburg die niederschwelligen medizinischen Dienstleistungen von „Médecins du monde“ in Anspruch genommen, 30 mehr als im vergangenen Jahr. Im Covid-Jahr 2021 war die Zahl der Besucher wegen Massenimpfungen sprunghaft angestiegen (von 770 auf 1.400), seitdem hat sie sich auf hohem Niveau stabilisiert, nimmt aber jährlich leicht zu. Zwei Drittel der Patienten kamen 2025 zum ersten Mal in eine Sprechstunde der humanitären Hilfsorganisation, die sich hauptsächlich um Patienten kümmert, die nicht sozialversichert sind: Obdachlose, Drogenabhängige, Arbeitssuchende, chronisch Kranke.
Immer häufiger kämen aber auch sogenannte „Working Poor“, die nicht zum eigentlichen „Zielpublikum“ der „Médecins du monde“ gehören: Menschen, die in der CNS sind und trotz Arbeit und einer Wohnung ihren Eigenanteil an der Arztrechnung und die vom Arzt verschriebenen Medikamente nicht bezahlen können, berichtete Verwaltungsratsmitglied und Ehrenpräsident Bernard Thill gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts von „Médecins du monde“ Luxemburg auf einer Pressekonferenz. Unter ihnen seien auch Luxemburger zu finden. In der „Maison L’Escale“ in Esch, wo die Hilfsorganisation gemeinsam mit dem CHEM schwerkranke Obdachlose betreut, habe die Hälfte der acht Patienten die luxemburgische Staatsbürgerschaft.