Hitze
„Mouvement écologique“ fordert konsequentere Klimapolitik von Regierung
Das „Mouvement écologique“ nutzt die Hitze für eine scharfe Mahnung. Die Regierung habe sich auf das absehbare Extremwetter nicht vorbereitet. Nun müsse sie weitaus konsequenter handeln.
Die Präsidentin des „Mouvement écologique“, Blanche Weber Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die anhaltende Hitzewelle nimmt das „Mouvement écologique“ (Méco) zum Anlass für eine deutliche Mahnung an die Regierung. Es seien die heißesten je zu diesem Zeitpunkt gemessenen Tage, schreibt die Umweltorganisation in einer Stellungnahme am Donnerstag. Man dürfe nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen sei.
Die Lage stehe im Widerspruch zu den Worten des Staatsministers. Luc Frieden (CSV) habe sich in seiner Nationalfeiertagsrede ein Leben gewünscht, das die Grenzen des Planeten respektiere. Davon sei Luxemburg weit entfernt, so der Verband.
Belege dafür finden sich laut Méco im EU-Länderreport 2026, der Luxemburg in mehreren Punkten ein schlechtes Zeugnis ausstelle. Zwischen 1980 und 2024 habe das Großherzogtum rund 1,4 Milliarden Euro an Verlusten durch wetter- und klimabedingte Extremereignisse verbucht. Bei der Wasserqualität stehe das Land vor den größten Herausforderungen aller Mitgliedstaaten. Auch von Flächenversiegelung sei es besonders stark betroffen.
Kollektive Verantwortung
Der Einzelne könne einen Beitrag leisten. Den Kurs setzen müsse aber die öffentliche Hand. Das sei in der Vergangenheit nicht ausreichend geschehen. Dass Extremwetter zunehme, sei seit Langem absehbar gewesen. Vorbereitet habe sich Luxemburg darauf nicht.
Das „Mouvement écologique“ erneuert deshalb seine Forderungen. Statt fossile Energien, wie an der Tripartite beschlossen, weiter zu subventionieren, müsse das Land aus ihnen aussteigen und die Wärme- und Mobilitätswende beschleunigen. Auch das Gesundheitsministerium bekommt sein Fett weg: Die Santé dürfe ihre Rolle nicht auf einen „plan canicule“ reduzieren. Die nationale Resilienzstrategie behandle ökologische Fragen bislang nur am Rande. Diese müssten zur Priorität werden. Auch die Klimaadaptationsstrategie müsse endlich umgesetzt werden. Die vorherige sei kaum mehr wert gewesen als das Papier, auf dem sie stand.
Die Ökoaktivisten fordern zudem eine raschere Begrünung der Ortschaften. Jede Gemeinde brauche einen Grünplan. Die geplante Reform des Naturschutzgesetzes lehnt der Verband ab, da sie zu weiterem Verlust an Grünflächen führe. Hinzu kämen eine Reform der Landwirtschaftspolitik, die Renaturierung von Landschaften und eine resilientere Waldbewirtschaftung. Finanzschwache Haushalte litten besonders unter der Hitze und müssten gezielter unterstützt werden. Sonst bleibe Friedens Bekenntnis zum Klimaschutz letztlich ein frommer Wunsch.