Wechsel beim Patronat

Neuer UEL-Präsident Marc Lauer: „Wir sitzen alle im selben Boot“

Führungswechsel bei der UEL: Marc Lauer übernimmt das Ruder von Michel Reckinger. Luxemburgs schrumpfendes Wachstum stellt den Dachverband vor große Herausforderungen.

Marc Lauer wird ab 1. Oktober die Nachfolge von Michel Reckinger antreten

Marc Lauer wird ab 1. Oktober die Nachfolge von Michel Reckinger antreten Archivfoto: Editpress/Didier Sylvestre

Marc Lauer wird ab dem 1. Oktober das Ruder von Michel Reckinger als Präsident der „Union des entreprises“ (UEL) übernehmen. Der Wechsel von einem Vertreter des Handwerks zu einem Fachmann aus dem Versicherungssektor – Lauer ist Präsident von Foyer – bedeutet jedoch keinen abrupten Kurswechsel, wie Lauer am Dienstag bei RTL betont. „Die UEL wird sich weiterentwickeln, wie sie es in den vergangenen Jahren getan hat“, sagte Lauer.

Drei Kernthemen

Die Bedürfnisse der Mitglieder der UEL – große und kleine Unternehmen, Industrie sowie der Finanzsektor – seien allerdings nicht immer dieselben. Künftig wolle sich der Dachverband deswegen auf drei übergreifende Kernthemen konzentrieren: das Steuerrecht, das Arbeitsrecht und die Sozialversicherung. Spezifische Brancheninteressen sollen hingegen federführend von den jeweiligen Einzelverbänden wie der „Fédération des Artisans“ oder dem Bankenverband ABBL vertreten werden, sagte Lauer.

Für die kommenden Jahre sieht der designierte UEL-Präsident Luxemburg vor vier zentralen Herausforderungen. Neben dem demografischen Wandel und der damit verbundenen Belastung der Sozialsysteme stehen der technologische Wandel durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz, die Bewältigung der Klimakrise sowie akute Infrastrukturprobleme im Vordergrund. Insbesondere der Mangel an bezahlbarem Wohnraum steht laut Lauer weiterem Wirtschaftswachstum im Weg: „Wir müssen die Kapazitäten schaffen, um sicherzustellen, dass die Menschen, die zum Arbeiten nach Luxemburg kommen, eine Unterkunft haben.“

Sozialdialog vor Herausforderungen

Auch der soziale Dialog steht laut Lauer vor neuen Herausforderungen. Zum einen sei das Rentenproblem. „Durch die Gespräche am Sozialrundtisch haben wir uns ein wenig Luft verschafft“, sagte Lauer. Auch bei den Krankenversicherungen werde der Druck größer. Das sei eine Diskussion, die sich „höchstwahrscheinlich als schwierig“ erweisen wird.

„Wir sitzen alle im selben Boot“, sagte Lauer. In Luxemburg, sei es den Sozialpartnern bisher immer gelungen, den Kuchen immer größer werden zu lassen. In den kommenden Jahren werde das BIP seiner Meinung nach aber nicht mehr wachsen – oder zumindest nicht mehr so schnell. Deshalb müsse man dafür sorgen, dass dieser Kuchen richtig aufgeteilt werde.

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