Keine schnelle Lösung in Sicht

Ministerin Hansen sichert Ekabe-Bauern Unterstützung zu

Landwirtschaftsministerin Martine Hansen sichert Bauern Unterstützung zu, mahnt aber gleichzeitig vor einem längeren Prozess.

Sechs bis sieben Lkw mit unverkaufter Milch stehen ab April 2027 täglich ohne Abnehmer bereit

Ab April 2027 könnten jeden Tag sechs bis sieben Lkw mit Milch ohne Abnehmer bleiben Foto: Editpress/Julien Garroy

Landwirtschaftsministerin Hansen ist sich der Brisanz der Lage bewusst. Der Konzern Lactalis will zum 31. März 2027 seine Verträge mit 68 luxemburgischen Milchbauern kündigen. „Das ist eine richtig dramatische Situation für die betroffenen Betriebe“, sagt Hansen am Donnerstagvormittag in der Agrar-Kommission der Chamber. Die Bauern stünden nun mit dem Rücken zur Wand, sie wüssten nicht, wohin sie im nächsten Jahr mit ihrer Milch sollten, viele, vor allem junge Betriebe, seien geplagt von Existenzängsten, so Hansen.

Insgesamt seien 54 Millionen Kilogramm Milch betroffen, die ab April 2027 keinen Abnehmer mehr fänden, erklärt die Landwirtschaftsministerin. „Das ist viel.“ Immerhin zehn bis 15 Prozent der luxemburgischen Produktion – oder wie es Hansen gegenüber den Abgeordneten verbildlicht: „sechs bis sieben Lkw mit Milch pro Tag“.

Standort Eschweiler soll bleiben

Hansen berichtet auch von einem Austausch mit Lactalis. „Positiv“ sei gewesen, dass sich der Konzern wohl flexibel zeige, was das tatsächliche Datum des Vertragsendes angeht. Außerdem habe Lactalis versichert, dass sie an ihrem Standort in Eschweiler festhalten wollen. Dort wird aktuell unter anderem Milch pasteurisiert.

Die von der Kündigung betroffenen Bauern seien in Gesprächen mit möglichen Abnehmern ihrer Milch, sagt Hansen am Donnerstag. Mit Luxlait, Arla und Howald gebe es einige mögliche zukünftige Partner. „Wie weit diese Diskussionen sind, wissen wir im Moment nicht“, so die Ministerin. Weil viele Molkereien genossenschaftlich organisiert seien, werde der Prozess wohl auch noch eine Weile dauern, so Hansen. Schließlich müssten die Genossenschaften zuerst mit ihren Mitgliedern sprechen.

Die Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums bekräftigt Hansen gegenüber den Abgeordneten einmal mehr: „Wir wollen eine Lösung finden, die die Existenz der Bauern absichert. Aber das wird dauern.“ Die Chamber-Kommission beabsichtigt, sich voraussichtlich in zwei Wochen noch einmal mit der Causa Ekabe zu beschäftigen.

1 Kommentare
Manfred Reinertz Barriera 11.06.202618:49 Uhr

EKABE/LACTALIS hat eben Bauern gefunden, die billigere Milch an das Unternehmen liefern als unsere luxemburgischen Bauern...da kann auch eine Regierung nicht viel daran ändern, aber helfen muss sie jedoch unseren Bauern eine Lösung zu finden. Auch sollte man alle öffentlichen Einrichtungen aufrufen, keine Produkte von EKABE mehr zu erwerben...und man sollte eine "appellation d'origine" für unsere luxemburger Milch einführen damit die Kunden diese Milch bevorzugt kaufen können...

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