ADEM-Studie

Mehr Arbeitssuchende für weniger Jobs: Luxemburgs IT-Markt gerät ins Ungleichgewicht

Die ADEM verzeichnet seit 2022 sinkende Stellenangebote im IT-Sektor. Gleichzeitig steigt die Zahl der Arbeitssuchenden.

Wachsende Kluft zwischen Angebot und Nachfrage von IT-Arbeitsplätzen in Luxemburgs Technologiebranche

Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage von Arbeitsplätzen wird in Luxemburgs IT-Branche immer größer Symbolfoto: Freepik/DC Studio

Der IT-Sektor in Luxemburg erlebt seit dem Jahr 2022 eine deutliche Wende. Nach Jahren mit Fachkräftemangel und einer besonders hohen Zahl an offenen Stellen ist die Zahl der bei der ADEM gemeldeten Stellen deutlich zurückgegangen: von 1.690 Ende 2022 auf nur noch 454 im Dezember 2025 – ein Rückgang von 1.236 Stellen. Das geht aus der Antwort von Arbeitsminister Marc Spautz (CSV) auf eine parlamentarische Anfrage der LSAP-Abgeordneten Mars Di Bartolomeo und Ben Polidori hervor. Betroffen seien sowohl Berufe in IT-Entwicklung, Systemadministration und technischem Fachwissen als auch Positionen im Projektmanagement und in der IT-Beratung. Gleichzeitig steige die Zahl derjenigen, die auf der Suche nach einem Job in diesen Berufen sind, stark an.

In diesem Zusammenhang veröffentlichte die ADEM nach Angaben von Spautz im vergangenen Juni eine Studie über aktuelle Trends und Entwicklungen. Darüber hinaus habe die Behörde qualitative Befragungen bei Unternehmen in den Bereichen Programmierung, IT-Beratung und weiteren Sektoren durchgeführt. Daraus gehe hervor, dass die Entwicklung auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen sei. Allerdings ließen sich die Ergebnisse der ADEM-Studie nicht auf alle Unternehmen übertragen, da die Geschäftsentwicklung seit 2022-23 sehr unterschiedlich verlaufe.

Rückgang auch bei Führungspositionen

Besonders unter Druck steht laut dem Minister der Bereich der Administratoren (Datenbanken, Server, Netzwerke, Sicherheit oder IT-Systeme). Seit 2023 werde hier ein starker Anstieg der Arbeitssuchenden verzeichnet, während die zuvor stabilen Stellenangebote zunehmend zurückgehen. Bei System- und Netzwerkarchitektur, Cybersicherheit und IT-Audit sei die Kluft zwischen Nachfrage und Angebot ebenfalls seit 2023 größer geworden. Seit 2025 ziehen die Stellenangebote jedoch wieder etwas an, schreibt der Minister.

Auch IT-Führungspositionen seien von der Problematik betroffen: Seit Mitte 2024 steige die Zahl der Arbeitssuchenden, während das Stellenangebot mit zuletzt nur zehn bis 20 offenen Posten (letztes Quartal 2025) sehr begrenzt blieb.

IT-Forschung und -Entwicklung am stärksten betroffen

Besonders ausgeprägt ist das Ungleichgewicht in der größten Berufsgruppe des IT-Sektors, schreibt der Minister weiter. Die IT-Forschung und -Entwicklung – darunter Analysten, Entwickler und Projektleiter – habe bis Mitte 2022 ein starkes Wachstum verzeichnet, bevor die Zahl der Stellenangebote kontinuierlich sank. Auch hier sei die Zahl an Arbeitssuchenden gleichzeitig stark angestiegen: Ende 2025 seien fast 1.200 Personen gemeldet gewesen. Ähnlich sieht es in der IT-Beratung, Projektkoordination und funktionalen Architektur von Informationssystemen aus. Auch hier seien die gemeldeten Angebote nach einem Aktivitätshöhepunkt im Jahr 2022 gesunken, während die Zahl der Arbeitssuchenden stieg.

Trotz rückläufiger Stellenangebote sind IT-Forschung und -Entwicklung im Jahr 2025 auf der Liste der Berufe mit hohem Fachkräftemangel vertreten, ebenso wie die Bereiche der Administratoren, System- und Netzwerkarchitektur, Cybersicherheit und IT-Audit. Die Liste der Berufe mit starkem Mangel für das Jahr 2026 erscheint laut dem Arbeitsminister im kommenden März. (les)

2 Kommentare
Manfred Reinertz Barriera 15.02.202615:40 Uhr

Mir scheint, dass wir im IT-Bereich nicht über die Spezialisten verfügen, die wir bräuchten und die nach Ansicht von einigen Freunden aus der Branche da sind: Tech Jobs wie AI Engineer, Machine Learning Engineer, Cloud Architect, Cybersecurity Analyst,Data Engineer, so in der Richtung...

Yves ALTWIES 15.02.202612:54 Uhr

Dabei handelt es sich doch um eine Sparte welche den letzten Regierungen zufolge, predestiniert war unsere Wirtschaft zu diversifizieren ?

Man wird in Regierungskreisen, wie gewohnt, die sanitaere Krise, o. andere von ihr straeflich ausser Acht gelassene Faktoren als faule Ausrede vorschieben.

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